miniatur|Fliederbeersuppe mit Grießklößen und Apfelstücken Eine Fruchtsuppe (auch Obstsuppe genannt) ist eine aus Obst als Hauptzutat und ggf. gemischt mit Gemüse hergestellte Suppe, die heiß oder kalt gegessen werden kann. Neben den Hauptzutaten besteht sie meist aus Flüssigkeiten wie Wasser, Fruchtsaft, Wein oder Milcherzeugnissen, und wird mit Trockenfrüchten, Nüssen oder anderen Früchten ergänzt. Als Dickungsmittel können Grieß, Sago, Stärke oder pflanzliche Produkte genutzt werden.Fruchtsuppe. In: Der Brockhaus Kochkunst, Internationale Speisen, Zutaten, Küchentechnik, Zubereitungsarten. 1. Aufl. Leipzig 2007, ISBN 978-3-7653-3281-4. Sie wird als Vorspeise oder Hauptmahlzeit verwendet, je nach Geschmack aber auch als Süßspeise und Dessert. Kalt servierte Fruchtsuppe wird auch Fruchtkaltschale genannt.

Geschichte Fruchtsuppen haben in Mittel- und Nordeuropa eine lange Tradition. Die Begriffe Fruchtsuppe und Obstsuppe sind gleichermaßen in bekannten Standardwerken wie z. B. von Maria Anna Neudecker (1831),Maria Anna Neudecker: Allerneuestes allgemeines Kochbuch. Prag 1831. Henriette Davidis (1845),Henriette Davidis, Luise Holle: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche. 37. Auflage. Bielefeld 1898. Katharina Prato,Katharina Prato: Die Süddeutsche Küche. Erstausgabe Graz 1858. (63. Auflage 1919). Mathilde Ehrhardt (1904)Mathilde Ehrhardt: Großes illustriertes Kochbuch. Bechtermünz Verlag, 1996, ISBN 978-3-89350-873-0 oder Hedwig Heyl (1897)Fruchtsuppe mit Kartoffelsago. In: Hedwig Heyl, C. Habel: Das ABC der Küche. 1897. zu finden. Ebenso werden sie in den historischen Dr. Oetker SchulkochbüchernDr. Oetker Schulkochbuch. Dr. Oetker Verlag, 1937. (ebenso Auflagen 1960 und 2006) beschrieben. Häufig wurden sie in der Schonkost für Kranke und SchwacheFriedrich Dornblueth: Die Schule der Gesundheit: Aerztliche Belehrungen für Familie und Haus. Leipzig 1870. und fleischlosen Küche der Fastenzeit oder des Vegetarismus genutzt.

Varianten von Frucht- bzw. Obstsuppen miniatur|Schwedische BlaubeersuppeNahezu alle Obstsorten können als Hauptzutat für Fruchtsuppen verwendet werden. Daneben verwendet man süßliche Fruchtgemüse und Pflanzen wie z. B. Rhabarber mit säuerlichem Geschmack. Beispiele hierfür sind unter anderem:Kochen, 1680 Rezepte für Sie. Buch Verlag für die Frau, Leipzig, 1979. (ebenso 35. Auflage 2010, ISBN 978-3-932720-32-1)Vilem Vrabec (Kochlehranstalt in Prag): Das Große Kochbuch. Artia, Prag, 1967.500 Recettes soupes. Editions Solar, Paris 2010, ISBN 978-2-263-05282-8. Fruchtsuppen aus Beerenobst: Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeeren Fruchtsuppen aus Sammelnussfrüchten: Erdbeeren Fruchtsuppen aus Stein- und Kernobst: Himbeeren, Brombeeren, Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Quitten Fruchtsuppen aus Exotischen Früchten: Orangen, Ananas, Mangos, Kokosnuss, Bananen sowie Fruchtsuppen aus Trockenobst, Melonen- und Kürbisfrüchten, Strauchfrüchte wie Hagebutten und Holunder (auch Fliedersuppe genannt), oder Fruchtgemüse wie Tomate Die Vielfalt der Suppen mit einer Hauptzutat wird ergänzt durch Kombinationen wie Suppen aus Mischobst oder Obst-Gemüse-Zusammenstellungen.

Verbreitung in Europa miniatur|170px|Holundersuppe im Einzelhandel miniatur|Chinesische Melonen-Früchtesuppe im Nordwesten Chinas Fruchtsuppen haben nicht nur in der deutschen Küche ihren Platz, sondern ebenso in den Küchen PolensBeerensuppen (Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren). In: Magrit Liepe: Polnisch kochen - Gerichte und ihre Geschichte. Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2003, ISBN 3-89533-414-6., Tschechiens, Ungarns, Frankreichs und Nordeuropas.

In den skandinavischen Ländern sind Fruchtsuppen besonders beliebt und daher in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen als Instantprodukte zu bekommen. In Schweden hat Hagebuttensuppe () den Status eines Nationalgerichts, das warm oder kalt sowohl im Teller serviert als auch aus dem Glas getrunken wird. Am bekanntesten ist die aus Trockenfrüchten (Backobst) hergestellte Fruktsoppa (Fruchtsuppe), die warm oder kalt serviert wird.

Auch in der ungarischen Küche haben Fruchtsuppen (Gyümölcsleves) einen festen Platz, darunter Apfel-, Pflaumen-, Quitten-, Pfirsich-, Maronen- oder Mischobstsuppe. (abgerufen am 28. Juni 2011). Besonders populär ist die Kirschsuppe "Vörösboros Meggyleves", zu deutsch: "beschwipste Sauerkirschsuppe". (abgerufen am 28. Juni 2011).Stichwort "Ungarische Kirschsuppe" im Abschnitt "Fruchtpürees und Fruchtsuppen", in: Anne Willan, Die Große Schule des Kochens, Christian Verlag, München 2009, ISBN 978-3-88472-937-3.Vörösboros Meggyleves (Tipsy Morello Cherry Soup) (abgerufen am 28. Juni 2011).

Siehe auch Kaltschale

Einzelnachweise

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