Stephen John „Steve“ Nash, OC, OBC (* 7. Februar 1974 in Johannesburg, Südafrika) ist ein ehemaliger kanadischer Basketballspieler, -trainer und heutiger -kommentator.Paul Coro: Phoenix Suns' Steve Nash has interest, passport to play overseas. Aus: The Arizona Republic—Website; Phoenix, AZ, 16. Juli 2011. Abgerufen am 3. April 2018 (in Englisch).
Von 1996 bis 2015 war Nash als Spieler in der NBA aktiv, die meiste Zeit davon bei den Phoenix Suns, von denen er 1996 gedraftet wurde. Zusätzlich war er sechs Spielzeiten für die Dallas Mavericks und kürzere Zeit für die Los Angeles Lakers aktiv.
Nash ist 1,91 Meter groß und spielte auf der Position des Point Guards. Er wird häufig zu den besten Spielern aller Zeiten auf seiner Position gezählt. Er zählt zu den besten Assistgebern der NBA-Geschichte. In den Jahren 2005 und 2006 gewann er jeweils die Auszeichnung des wertvollsten NBA-Spielers (MVP). Nash gewann zwar nie einen NBA-Titel, führte seine Teams aber viermal in die Conference Finals (2003, 2005, 2006 und 2010). Im März 2018 wurde Nashs Aufnahme in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame bekanntgegeben.
Karriere Highschool Steve Nash wurde als Sohn britischer Eltern in Johannesburg geboren. Sein Vater John war als Fußballprofi aktiv und stammt aus England, seine Mutter Jean ist Waliserin. Als Steve ein Jahr alt war, zog die Familie von Südafrika nach Kanada, wo Nash in Victoria, British Columbia, aufwuchs. Er besuchte zuerst die Mount Douglas Secondary School im benachbarten Saanich, aber als seine Noten schlechter wurden, entschieden sich seine Eltern, ihn auf eine Internatsschule, die St. Michaels University School in Victoria, zu schicken. Auf dem Internat entdeckte Nash seine Leidenschaft für Basketball, Fußball und Rugby. In seinem dritten Jahr auf der Schule erzielte er für die Basketballmannschaft der Schule durchschnittlich 21,3 Punkte, 11,2 Assists und 9,1 Rebounds pro Spiel. 1991/92 führte er sein Team zur British-Columbia-AAA-Provincial-Meisterschaft und wurde zum Player of the Year der Provinz British Columbia gewählt.
College Nachdem die Bemühungen seines High-School-Coaches, Ian Hyde-Lay, Nash den Sprung auf eine US-amerikanische Universität zu ermöglichen, zunächst erfolglos blieben, wurde die kalifornische Santa Clara University auf Nash aufmerksam. Der Trainer der Universität, Dick Davey, sagte einmal: „Ich war nervös, weil ich Angst hatte, dass sonst noch jemand Nashs Talent entdecken könnte. Es braucht keinen Nobelpreis, um zu erkennen, wie gut er ist. Ich musste bloß hoffen, dass keine der großen Schulen ihn haben will.“ („I was nervous as hell just hoping that no one else would see him. It didn’t take a Nobel Prize winner to figure out this guy’s pretty good. It was just a case of hoping that none of the big names came around.“) Davey sagte Nash aber auch, dass er einer der schlechtesten Verteidiger wäre, die er je gesehen hatte.
In Santa Clara bekam Nash ein Stipendium für die Saison 1992/93. Die Santa Clara Broncos hatten es seit fünf Jahren nicht mehr in das NCAA-Basketball-Turnier geschafft, was sich aber mit Nashs Ankunft schlagartig ändern sollte. Er führte die Broncos in seinem Freshman-Jahr bereits zum West-Coast-Conference-Titel und einem Überraschungssieg gegen den haushohen Favoriten Arizona in der ersten Runde der NCAA Division I Basketball Championship. Der junge Nash bewies seine Nervenstärke, als er in den letzten 30 Sekunden des Spiels sechs entscheidende Freiwürfe verwandelte. Obwohl sich Santa Clara in der nächsten Runde geschlagen geben musste, wurde die Saison als großer Erfolg verbucht. Zwei Jahre später errangen die Broncos erneut den WCC-Titel, und Nash wurde zum Conference Player of the Year ernannt.
Nash zog in Erwägung, sich bereits 1995 zum NBA-Draft anzumelden, doch als er erfuhr, dass er vermutlich kein Erstrunden-Pick werden dürfte, entschied er sich dagegen und blieb ein weiteres Jahr am College. In der Saison 1995/96 erregte er viel Aufmerksamkeit in den nationalen Medien der USA und bei professionellen NBA-Scouts. Man merkte sofort, dass er im Sommer zuvor viel dazugelernt hatte, da er mit etablierten NBA-Spielern wie Jason Kidd und Gary Payton trainiert hatte. Santa Clara holte erneut den WCC-Titel, und im zweiten Jahr in Folge wurde Nash zum Conference Player of the Year gekürt. Nash beendete seine College-Karriere an der Santa Clara University als der Spieler mit den meisten Assists, den meisten verwandelten Dreipunktewürfen und der besten Freiwurfquote in der Geschichte der Universität. Seit September 2006 wird Nashs College-Trikotnummer 11 bei den Santa Clara Broncos nicht mehr vergeben.
Phoenix Suns (1996–1998) Nachdem er seinen Abschluss in Soziologie erworben hatte, entschied sich Nash dafür, sein Glück im NBA-Draft 1996 zu versuchen. Die Phoenix Suns wählten ihn mit dem 15. Pick in der ersten Runde aus. Die beim Draft anwesenden Fans der Suns buhten bei der Entscheidung, da Nash ein relativ unbekannter Spieler war. In seinem ersten Jahr spielte Nash nur 10,5 Minuten pro Spiel, doch seine Spielzeit wurde im zweiten Jahr erhöht, was nicht zuletzt mit seiner Treffgenauigkeit von hinter der Dreierlinie zusammenhing. Da er jedoch in beiden Jahren im Schatten von Spielern wie Sam Cassell, Kevin Johnson und später auch Jason Kidd stand, blieb ihm nichts als eine Reserverolle über.
Nash sollte nicht lange in Phoenix bleiben. Während seiner Zeit auf der Santa Clara University lernte er den Assistenzcoach der Dallas Mavericks, Donnie Nelson, kennen, der zu Nashs Universitätszeit noch für die Golden State Warriors arbeitete. Nachdem Donnie Nelson seinen Posten in Dallas bekommen hatte, konnte er seinen Vater, Don Nelson, den damaligen General Manager und Coach der Mavericks, davon überzeugen, Nash zu holen, der bis dahin in Phoenix nicht ausreichend zum Zug kam. Direkt nach dem NBA-Draft 1998 wurde Nash von den Suns für Martin Müürsepp, Bubba Wells, die Draftrechte an Pat Garrity und einen Erstrundenpick (der später Shawn Marion werden würde) an die Mavericks abgegeben.
Dallas Mavericks (1998–2004) Erst in Dallas wuchs Nash zu einem hervorragenden Point Guard heran, der dann für ein Jahrzehnt einer der besten Spieler auf dieser Position war. In seiner ersten Saison bei den Mavericks, der wegen des Lockouts verkürzten Saison 1998/99, spielte er in all seinen 40 Spielen von Beginn an und erzielte 7,9 Punkte, 5,5 Assists und 2,9 Rebounds pro Spiel. Die Mavericks schafften es mit nur 19 Siegen in insgesamt 50 Spielen nicht in die Playoffs, doch in der folgenden Saison ging es für das Team bergauf. Obwohl Nash 25 Spiele wegen einer Knöchelverletzung aussetzen musste, konnte er die Saison mit sechs Double-Doubles beenden und seinen Schnitt auf 8,6 Punkte pro Spiel heben. Ebenfalls gut für das Team war die positive Entwicklung von Dirk Nowitzki, ein starkes Jahr von Michael Finley und dass der neue Besitzer des Teams, Milliardär Mark Cuban, sehr viel Zeit und Geld in das Team steckte.
All dies machte sich in der Saison 2000/01 bemerkbar, als Nash mit 15,6 Punkten und 7,3 Assists pro Spiel seinen Durchbruch in der NBA hatte. Nowitzki und Finley sowie die Neuverpflichtung Juwan Howard hatten ebenfalls starke Jahre, und zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt schafften es die Mavericks in die NBA-Playoffs. In der zweiten Runde verlor das Team nach fünf Spielen gegen die benachbarten San Antonio Spurs, doch dieses Jahr war der Beginn für Größeres. In der folgenden Saison konnte Nash sich ein weiteres Mal steigern: 17,9 Punkte und 7,7 Assists pro Spiel. Diese Statistiken brachten ihm neben der Teilnahme im NBA All-Star Game auch die Wahl in das All-NBA Third Team ein. In den Playoffs musste man sich jedoch erneut in der zweiten Runde nach fünf Spielen geschlagen geben.
Mit einer statistisch fast identischen Leistung beendete Nash die Saison 2002/03 und wurde erneut in das NBA All-Star Game und in das All-NBA 3rd Team gewählt. Diesmal schafften es die Mavericks bis in die Western Conference Finals, mussten sich dort aber nach sechs Spielen dem späteren Meister aus San Antonio geschlagen geben. In der folgenden Saison stand dank den Verpflichtungen von Antoine Walker und Antawn Jamison ein offensiv stärkeres Mavericks-Team auf dem Feld. Dies wirkte sich allerdings in den Playoffs nicht aus, und die Mavericks mussten sich den Sacramento Kings nach fünf Spielen geschlagen geben.
Nach dieser Saison wurde Steve Nash ein Free Agent. Er versuchte einen neuen Vertrag mit den Mavericks auszuhandeln, die bereits Nowitzki, Walker, Finley und Jamison für dieses Jahr für insgesamt 50 Millionen US-Dollar unter Vertrag hatten. Mark Cuban, der das Team um den jüngeren Nowitzki aufbauen und kein großes Risiko mit dem bereits 30-jährigen Nash eingehen wollte, bot Nash einen 4-Jahres-Vertrag über 9 Millionen Dollar jährlich an. Die Phoenix Suns machten Nash ebenfalls ein Angebot: Sechs Jahre für insgesamt 65 Millionen Dollar. Nash wollte die Mavericks nicht verlassen und gab Cuban die Chance, das Angebot der Suns zu überbieten, doch Cuban wollte ihm keinen so langen Vertrag über diese Summe geben, und so entschied sich Nash für Phoenix.
Phoenix Suns (2004–2012) mini|Nash im Dress von Phoenix Im Jahr bevor Nash zu den Suns kam, konnte das Team nur 29 von 82 Spielen gewinnen, doch es bestand aus talentierten, jungen Spielern wie Amar'e Stoudemire, Joe Johnson und Shawn Marion. Head Coach Mike D’Antoni bevorzugte ein äußerst schnelles Spieltempo, das mehr auf kleineren, aber schnelleren Spielern aufgebaut war, die ihre Gegner in Grund und Boden laufen und schnell punkten sollten. Nashs Vertrautheit mit diesem Spielstil und die überragende Athletik seiner Mitspieler führten zu 60 Siegen in 82 Spielen in seiner ersten Saison bei den Phoenix Suns. Ihre 110,4 Punkte pro Spiel waren der höchste Team-Punkteschnitt in über zehn Jahren. Nash verteilte in dieser Saison 11,5 Assists pro Spiel, während er 50,2 Prozent aus dem Feld und 43,1 Prozent von hinter der Dreierlinie traf. Er wurde in dieser Saison, 2004/05, mit dem Most Valuable Player Award der NBA ausgezeichnet und war damit der erste Kanadier und erst der dritte Point Guard, dem diese Ehre zuteilwurde.NBA MVP 2004–2005: Steve Nash In den ersten Playoffs für die Suns seit 1993 setzten sie sich in vier Spielen gegen die Memphis Grizzlies durch, bevor sie in der zweiten Runde auf Nashs altes Team, die Dallas Mavericks, trafen. Nach sechs Spielen konnten die Suns auch diese Serie gewinnen, doch in den Western Conference Finals verloren sie in fünf Spielen gegen die San Antonio Spurs, die sich in weiterer Folge die NBA-Meisterschaft sicherten.
In der folgenden Saison, 2005/06, erlitt Stoudemire eine ernsthafte Knieverletzung, und Johnson sowie Quentin Richardson wurden in Trades abgegeben. Trotz alledem konnten die Suns 54 Spiele gewinnen und sich den Divisionsieg sichern. Nash stellte Karrierebestleistungen in Punkten und Rebounds pro Spiel auf und wurde erstmals als Starter in das NBA All-Star Game gewählt. Seine Trefferquote aus dem Feld und von der Freiwurflinie waren ebenfalls besser denn je, und er führte die Liga mit 10,5 Assists pro Spiel an. All dies verhalf ihm zu seiner zweiten MVP-Auszeichnung in Folge. In der ersten Runde der Playoffs fielen die Suns zuerst 3:1 gegen die Los Angeles Lakers zurück, schafften es jedoch, die Serie zu drehen und nach sieben Spielen für sich zu entscheiden. In weiteren sieben Spielen konnten sie sich gegen die Los Angeles Clippers durchsetzen. In den Western Conference Finals standen sie den Mavericks gegenüber, doch dieses Jahr konnten die Suns nicht den Sieg davontragen.