mini|Flachwagen zum Holztransport der Gattung Snps719 (vorn) und der Gattung Roos-t642 (dahinter) mini|Schmalspur-Flachwagen 750 mm

Flachwagen sind Güterwagen, die einen (zum Autotransport auch zwei) meist durchgehenden, flachen Boden und keine oder höchstens niedrige, nach oben offene Aufbauten besitzen. Im Gegensatz dazu haben offene Güterwagen hohe Bordwände und gedeckte Güterwagen ein festes Dach. Flachwagen sind für den Transport von nicht witterungsempfindlichen Gütern gedacht. Einige Flachwagen sind durch Planen oder Hauben vollständig abdeckbar und daher auch für den Transport witterungsempfindlicher Güter geeignet. Im Unterschied zu den Wagen mit öffnungsfähigem Dach ist bei ihnen die Ladefläche nach dem Öffnen des Verdecks hindernisfrei zugänglich.

Flachwagen bilden eine große Gruppe von Eisenbahngüterwagen und machten bei der Deutschen Bahn (DB) 1998 über 40 % aller Güterwagen aus, wobei es sich überwiegend um Flachwagen mit Drehgestellen handelte.

Typische Transportgüter sind: Fahrzeuge, Container, Maschinen, Großröhren, Profile, Drahtrollen, Stahlmatten, Stahl-Halbzeuge (Brammen, Coils, Rohre, Barren, Platten), Schienen, Schwellen und komplette Gleisjoche. Auf Flachwagen mit Seitenborden werden auch Schotter, Sand und andere Schüttgüter verladen.

Internationale Einteilung Flachwagen werden durch den Internationalen Eisenbahnverband (UIC) eingeteilt in: Güterwagen der Regelbauart, mit den Gattungsbuchstaben „K“, „O“ und „R“ gekennzeichnet Güterwagen der Sonderbauart, mit den Gattungsbuchstaben „L“ und „S“ gekennzeichnet

Die Regelbauarten unterscheiden sich von den Sonderbauarten vor allem dadurch, dass bei ihnen immer ein ebener, befahrbarer Wagenboden vorhanden ist; bei den Sonderbauarten muss das nicht so sein. Innerhalb der Regel- und Sonderbauarten wird jeweils zwischen Wagen mit Einzelradsätzen und solchen mit Drehgestellen unterschieden.

Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Begriffe, die Flachwagen nach ihrem Einsatzzweck einteilen, aber keine ausreichend scharfe Abgrenzung zulassen.

Einheitsgüterwagen des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC) Die Bemühungen des Internationalen Eisenbahnverbands zur Standardisierung der Flachwagen reichen bis in die 1950er Jahre zurück. Diese Bemühungen führten nach Festlegung der Merkmale und Eigenschaften von Flachwagen zu den Einheitsgüterwagen. Vereinheitlichte Flachwagen sind zu finden in den UIC-Merkblättern: UIC 571-1 – Einheitsgüterwagen – Güterwagen der Regelbauart mit zwei Radsätzen, UIC 571-2 – Einheitsgüterwagen – Drehgestellgüterwagen der Regelbauart, UIC 571-3 – Einheitsgüterwagen – Güterwagen der Sonderbauart UIC 571-4 – Einheitsgüterwagen – Güterwagen des kombinierten Verkehrs

Die Umsetzung dieser Richtlinien ist für die Mitglieder der UIC teils verbindlich, teils freiwillig. Seit Ende 1977 werden Flachwagen, die diesen Richtlinien teilweise entsprechen, mit der Anschrift „UIC“ gekennzeichnet. Flachwagen, die vollständig den Merkblättern entsprechen, somit UIC-Standardwagen sind, erhalten die Anschrift „UIC St“.

K: Flachwagen in Regelbauart mit zwei Radsätzen Die Güterwagen der Gattung K bildeten ursprünglich eine der größten Gruppe von Güterwagen der DB, bedingt durch die vielen darin eingeordneten Rungenwagen älterer Bauart. Die meisten ihrer Einsatzgebiete wurden später von Flachwagen der Sonderbauarten übernommen. Bei der DB waren 1998 nur noch rund 10.000 Exemplare vorhanden.

Die meisten seit den 1950er Jahren gebauten zweiachsigen Flachwagen der Regelbauart orientieren sich an dem mit klappbaren Borden und kurzen Schwenkrungen ausgestatteten UIC-Standardwagen der Bauart 1, zumindest in Deutschland jedoch mit einem Achsstand von nur 8 m.

mini|Flachwagen der Gattung Ks mit Standardmaßen und Schwenkrungen, beladen mit Swisscontainern

UIC 571-1: Güterwagen mit zwei RadsätzenBauartBauart 1Bauart 2Bauart 3ABauart 3BGattungKsKns/KjnsKins/KijnsKilns/KijlnsAchsstand9,0 m10,0 m10,0 m10,0 mLänge über Puffer13,86 m16,55 m16,55 m16,55 mLadelänge, mind.12,5 m14,5/15,1 m14,5/15,1 m14,5/15,1 mLadefläche, etwa35 m²41,3/43,0 m²41,3/43,0 m²41,3/43,0 m²Eigenmasse, max.13,5 t16,0 t17,5 t17,5 t

In den letzten Jahren wurden wieder neue K-Wagen entwickelt. Diese haben feste Stirnwände sowie ein Planenverdeck und sind dadurch auch für nässeempfindliche Güter geeignet. Deren Bezeichnung Kils enthält die unterstehenden Kennbuchstaben.

Neben den allgemeinüblichen Längen- und Gewichtskennbuchstaben (k, kk, n, m und mm) finden sich bei der Bauart K folgende Bezeichnungen: b – mit langen (Seiten-)Rungen (in der Regel als Steckrungen ausgeführt) i – mit festen Stirnwänden und beweglichen Abdeckungen (Planenwagen) und l – ohne Rungen. p – ohne Seitenborde (entfällt bei i) mini|Doppelstöckiger Autotransportwagen der Gattung Laaeks mini|Doppelstock-Flachwagen für die Kfz-Beförderung der ARS

L: Flachwagen in Sonderbauart mit Einzelradsätzen Hier finden sich heute drei- und vierachsige Autotransportwagen (s. u.) mit einer oder zwei Ladeebenen zweiachsige Containertragwagen Nur noch von historischer Bedeutung dagegen sind Behälter-Tragwagen (s. u.) und Drehschemelwagen (s. u.). L-Wagen haben in der Regel keine Rungen.

Die wichtigsten Kennbuchstaben zur grundsätzlichen Unterscheidung der aktuellen Bauarten sind: a – Gelenkwagen mit 3 Radsätzen aa – Doppelwagen mit 4 Radsätzen d – für Kraftfahrzeuge in einer Ladeebene e – für Kraftfahrzeuge in zwei Ladeebenen (Doppelstockwagen) g – für den Transport von Containern eingerichtet (Containertragwagen)

Der UIC hat insgesamt drei L-Wagen-Typen genormt, wobei der Lgss-Wagen eng an den Ks-Wagen (s. o.) angelehnt ist:

UIC 571-3:Güterwagen der SonderbauartUIC 571-4:Güterwagen für den kombinierten VerkehrWagenartDoppelstockwagen für die Kfz-BeförderungContainertragwagenBauartBauart  1 − DoppelwagenBauart  2 − GelenkwagenBauart 5GattungLaaesLaesLgssAchsstand2 × 9,0 m2 × 10,4 m9,0 mLänge über Puffer27,0 m13,86 mLadelänge, mind.26,5 m + 26,1 m12,52 mEigenmasse, max.30,0 t27,0 t12,0 t

O: Gemischte Offen-Flachwagen mini|Ein schwedischer Oms der heute zum Bestand des Schwedischen Eisenbahnmuseum in Gävele gehört. Die Gruppe der gemischten Offen-Flachwagen in Regelbauart hat klappbare Wände, Rungen und zwei oder drei Radsätze.

Die wichtigsten Kennbuchstaben sind: a – mit 3 Radsätzen k – Lastgrenze kleiner als 20 t kk – Lastgrenze 20 bis 25 t l – ohne Rungen m – Nutzlänge 9 bis 12 m mm – Nutzlänge unter 9 m n – mit 2 Radsätzen: Lastgrenze mehr als 30 t, mit 3 Radsätzen: Lastgrenze mehr als 40 t

Der UIC-Standardwagen entspricht in den Abmessungen weitgehend dem wesentlich häufigeren Ks-Wagen (s. o):

UIC 571-1: Güterwagen mit zwei RadsätzenWagenartOffener/Flach-MehrzweckwagenGattungOsAchsstand8,0 mLänge über Puffer13,86 mLadelänge, mind.12,61 mLadefläche, etwa36 m²Laderaum, etwa29 m³Eigenmasse, max.14,0 t

R: Flachwagen in Regelbauart mit Drehgestellen mini|Flachwagen der Gattung Res mit Borden entsprechend UIC-Bauart 1 mini|Kurzer Flachwagen der Gattung Rgmms entsprechend UIC-Bauart 2, auch für Containertransport geeignet mini|Flachwagen der Gattung Rilns654 mit Planenhaube ohne Rungen Die stets vierachsigen Drehgestellwagen der Gattung R sind mit einem festen, ebenen Boden, meist aus Holz, und, sofern es nicht durch Kennbuchstaben anders angegeben ist, mit Rungen und Stirnborden ausgestattet. Die meisten Typen haben kurze, abnehmbare Schwenkrungen. Sie eignen sich insbesondere zum Transport von langen Stahlelementen, Baumaterial, Maschinen und großen Kraftfahrzeugen. In den 1990er Jahren kaufte die Deutsche Bahn speziell für den zunehmenden Holztransport R-Wagen mit belastbaren, langen Leichtmetallrungen und hohen Stirnwänden. Insgesamt hatte die DB 1998 etwa 17.000 R-Wagen im Einsatz.

Die wichtigsten Kennbuchstaben zur grundsätzlichen Unterscheidung der Bauarten sind: e – mit klappbaren Seitenborden g – für den Transport von Containern eingerichtet (Containertragwagen) h – mit Ladegestellen für den Transport liegend verladener Blechrollen (Coils) ausgerüstet i – mit festen Stirnwänden und beweglichen Abdeckungen (Planenwagen) l – ohne Rungen mm – sehr kurze Ladelänge (unter 15 m) oo – mit festen Stirnwänden von 2 m Höhe und ohne Abdeckung (Wagen für Holztransport)

Die UIC hat zwei R-Wagen standardisiert, beide sind in Deutschland sehr zahlreich vertreten. Etwa Mitte der 1970er Jahre ging man dazu über, neu gebaute Wagen mit klappbaren Seitenborden auszurüsten.

UIC 571-2: Drehgestellgüterwagen vierachsigBauartBauart 1Bauart 2GattungR(e)sR(e)mmsDrehzapfenabstand14,86 m9,0 mLänge über Puffer19,9 m14,04 mLadelänge, mind.18,5 m12,64Ladefläche, etwa51 m²35 m²Eigenmasse, max.24,0 t22,5 t

S: Flachwagen in Sonderbauart mit Drehgestellen mini|Sechsachsiger Wagen für den Coiltransport (Sahmms710 der DB) mini|Vierachsiger UIC-Standardwagen für den Coiltransport (Shimmns-u708 der DB) mini|Sechsachsiger UIC-Standardwagen für den Coiltransport (Sahimmns-u900 der DB) mini|Vierachsiger Wagen für den Coiltransport (Shimmns-ttu722 der DB) Dies ist sowohl nach Anzahl als auch Typenvielfalt die größte Gruppe der Flachwagen. Die Einordnung als Sonderbauart erfolgt entweder wegen des fehlenden befahrbaren Wagenbodens oder aufgrund der Achszahl. Im Gegensatz zu den Wagen der Regelbauart handelt es sich hier überwiegend um für einen bestimmten Einsatzzweck optimierte Fahrzeuge. Die Deutsche Bahn hatte 1998 etwa 22.000 S-Wagen im Bestand.

Die große Vielfalt der Bauarten lässt sich auch an der Zahl der Kennbuchstaben ablesen, von denen hier nur die wichtigsten wiedergegeben werden, die zur grundsätzlichen Unterscheidung der Bauarten erforderlich sind: a – mit 6 Radsätzen aa – mit 8 oder mehr Radsätzen d – für den Transport von Straßenfahrzeugen eingerichtet g – für den Transport von Containern eingerichtet (Containertragwagen) gg – für den Transport von Containern mit einer Gesamtlänge von über 60' [Fuß] eingerichtet h – für den Transport liegend verladener Coils eingerichtet i – mit festen Stirnwänden und beweglichen Abdeckungen l – ohne Rungen (das Anschreiben dieses Kennbuchstabens ist in bestimmten Kombinationen fakultativ) mm – sehr kurze Ladelänge (vierachsig unter 15 m, sonst unter 18 m) p – ohne Borde (das Anschreiben dieses Kennbuchstabens ist in bestimmten Kombinationen fakultativ) r – Gelenkwagen

S-Wagen für schwere Lasten Diese Wagen sind derart konstruiert, dass die mögliche Zuladung von der Streckenklasse, nicht jedoch vom Wagen selbst limitiert wird. Um die Durchbiegung möglichst geringzuhalten, sind sie relativ kurz und daher überwiegend mit den Kennbuchstaben mm versehen.

Die sechsachsigen Wagen mit befahrbarem Wagenboden der Wagengattung Samm… ähneln den vierachsigen Rmm-Wagen, sind aber aufgrund der Achszahl der Sonderbauart zugeordnet. Bei der Deutschen Bahn sind hier vor allem die „RRym-Wagen“ mit 90 t Ladegewicht im Einsatz.

In wesentlich größerer Zahl stehen für den Transport liegend verladener Coils vier- und sechsachsige Wagen mit Lademulden der Wagengattung S…hmm… zur Verfügung. Zum Teil haben sie feste Stirnwände und bewegliche Abdeckungen in Form von Planen oder Teleskophauben. Der Shimmns708 der DB, der der häufigste deutsche S-Wagen ist, kann bei einem Eigengewicht von etwa 23 t bei Streckenklasse D4 Coils mit einem Gesamtgewicht von etwa 67 t transportieren.

Von der UIC wurden ein vier- und ein sechsachsiger Teleskophaubenwagen für den Coiltransport standardisiert, die in Deutschland seit den 1970er- bzw. 1980er-Jahren anzutreffen sind, inzwischen jedoch meist mit (leichteren) Planen statt der Hauben ausgestattet sind:

UIC 571-3: Güterwagen der SonderbauartBauartBauart  1 − vierachsigBauart  2 − sechsachsigGattungShimmsbis 1979: ShisSahimmsbis 1979: SahisDrehzapfenabstand7,0 m8,0 mLänge über Puffer12,04 m15,0 mLadelänge, mind.10,8 m13,76Eigenmasse, max.22,0 t34,0 t

S-Wagen für den kombinierten Verkehr