Meinhard ist eine Gemeinde im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Grebendorf.

Geographie Meinhard liegt in der nordhessischen Mittelgebirgslandschaft am Rand des Werratals, kaum 3 km nördlich der Kreisstadt Eschwege. Nördlich erhebt sich die Gobert.

Bei Meinhard-Frieda mündet die Frieda in die Werra. Auf dem Meinhard-Jestädt gegenüberliegenden Werraufer fließt die Wehre in die Werra.

Nachbargemeinden Meinhard grenzt im Nordosten und Osten an die Gemeinden Volkerode, Pfaffschwende, Kella und Geismar (alle vier im thüringischen Landkreis Eichsfeld), im Südosten an die Stadt Wanfried, im Süden und Westen an die Stadt Eschwege, sowie im Nordwesten an die Stadt Bad Sooden-Allendorf (alle drei im Werra-Meißner-Kreis).

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den sieben Ortsteilen Frieda, Grebendorf (Sitz der Gemeindeverwaltung), Hitzelrode, Jestädt, Neuerode, Motzenrode und Schwebda.

Geschichte Gemeindebildung

Am 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die Gemeinde Meinhard durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Frieda, Grebendorf, Jestädt und Schwebda neu gebildet. Am 1. April 1972 kamen Hitzelrode, Motzenrode und Neuerode hinzu. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Meinhard wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Meinhard 4836 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 702 Einwohner unter 18 Jahren, 1740 zwischen 18 und 49, 1155 zwischen 50 und 64 und 1236 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 64 (1,3 %) Ausländer, von denen 33 aus dem EU-Ausland, 17 aus anderen europäischen Ländern und 18 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 3,2 %.) Die Einwohner lebten in 2199 Haushalten. Davon waren 609 Singlehaushalte, 390 Paare ohne Kinder und 678 Paare mit Kindern, sowie 201 Alleinerziehende und 21 Wohngemeinschaften. In 576 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1302 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1987: 4562 evangelische (= 80,5 %), 677 katholische (= 12,0 %), 427 sonstige (= 7,5 %) Einwohner • 2011: 3301 evangelische (= 68,3 %), 536 katholische (= 11,1 %), 999 sonstige (= 20,6 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Meinhard erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Meinhard 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft 49,8 11 35,5 8 29,1 7 – – – – – – 33,7 8 42,0 10 47,1 11 61,9 14 58,2 18 60,6 19 13,3 3 15,1 3 14,1 3 18,8 4 18,5 6 16,7 5 3,3 1 – – – – – – – – – – – – 7,4 2 9,7 2 – – – – – – FDP/ÜWG Freie Demokratische Partei/Überparteiliche Wählergemeinschaft – – – – – – 19,4 5 23,3 7 22,7 7 Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 65,7 63,3 63,1 62,0 62,1 64,3

Bürgermeister mini|hochkant|Das sogenannte Keudellsche Schloss in Grebendorf. Seit 1993 Sitz der kommunalen Verwaltung Meinhards. Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Meinhard neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sechs weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. November 2025 Olaf Templin (ÜWG). Der Amtsvorgänger Gerhold Brill trat in seiner zweiten Amtszeit am 31. Mai 2025 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand. Erste Beigeordnete Friederike Gruß leitete als Krankheits- und Vakanzvertreterin die Gemeindeverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Olaf Templin erhielt am 21. September 2025 in einer Stichwahl bei 67,8 Prozent Wahlbeteiligung 58,9 Prozent der Stimmen.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 21. September 2025 in Meinhard

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Meinhard, seit 2003; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2025 sind nicht aufbereitet 2025–2031 Olaf Templin (ÜWG)Olaf Templin: Über mich - HNA, 1. November 2025: Olaf Templin übernimmt Bürgermeisteramt in Meinhard 2014–2026 Gerhold BrillGerhold Brill: Über mich - HNA, 25. März 2025: Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill bittet um vorzeitige Entlassung: „hat Bürgermeister Gerhold Brill am heutigen Dienstag (25. März) um seine vorzeitige Entlassung aus dem Amt zum 31. Mai dieses Jahres gebeten. … Seine zweite Amtszeit hätte regulär am 31. Mai 2026 geendet.“ - Werra-Rundschau, 24. Juni 2025: Ein streitbarer Kämpfer: Meinhards Ex-Bürgermeister im Ruhestand 2002–2014 Hans Giller (SPD)Meinharder Rundschau, April 2022: Hans Giller war von 2002 bis 2014 Meinhards Bürgermeister … Hubert Schott war Meinhards dienstältester Bürgermeister – von 1984 bis 2002 1984–2002 Hubert Schott (SPD) (1941–2012)

Verwaltungssitz Die Gemeinde Meinhard kaufte im Jahr 1987 das sogenannte Keudellsche Schloss in Grebendorf, einen stattlichen dreigeschossigen Renaissancebau in Fachwerk über massivem Untergeschoss. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Hessen. Bearbeitet von Magnus Backes. München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1966. S. 325. Nach einer sechsjährigen Renovierungszeit wird das Gebäude nun seit 1993 als Verwaltungssitz genutzt.Informationstafel des Arbeitskreises Geschichte Grebendorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Schloss Wolfsbrunnen Wasserburg Schwebda Schloss Grebendorf Historische Portale des Friedatunnels der ehemaligen Kanonenbahn (Industriedenkmal) Werratalsee

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Meinhard

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie Größter Arbeitgeber der Gemeinde ist die friedola Gebr. Holzapfel GmbH im Ortsteil Frieda.

Tourismus

Am Seepark in Schwebda besteht Zugang zum Werratalsee. Durch die Gemeinde verläuft der Werratal-Radweg. Der Ortsteil Hitzelrode ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen. Dort verläuft der Premiumwanderweg P4.

Verkehr miniatur|Bahnhofsgebäude Schwebda Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 249 im Abschnitt Eschwege–Mühlhausen.

Durch das Gemeindegebiet verlief die Kanonenbahn im Abschnitt Leinefelde–Treysa. Der Bahnhof Schwebda war ein Eisenbahnknotenpunkt, an dem bis 1945 die Bahnstrecke Heiligenstadt–Schwebda sowie die Bahnstrecke Schwebda–Wartha (Werratalbahn) von der Kanonenbahn abzweigten. Nach 1945 blieb infolge der deutschen Teilung einzig die Strecke Eschwege-Schwebda sowie das Teilstück der Werratalbahn bis Wanfried-Heldra in Betrieb, welche bis 1994 nach und nach stillgelegt und später abgebaut wurden. Auf Teilen der ehemaligen Bahnstrecke Schwebda–Wartha verläuft heute der Werratal-Radweg.

Vereinssport Die Gemeinde Meinhard geriet Anfang 2014 deutschlandweit in die Kritik, weil sie örtlichen Sportvereinen für die Nutzung gemeindeeigener Hallen und Plätze eine Nutzungsgebühr – „Vereinseuro“ – abverlangen wollte.DOSB: Kommune in Hessen will „Vereins-Euro“ einführen, 16. Januar 2014HNA-online: Kritik am Vereinseuro, 21. Januar 2014

Bildung Im Ortsteil Grebendorf befindet sich die Meinhard Grundschule.

Städtepartnerschaften Courçon (Charente Maritime), Frankreich Aldea Valle María, Provinz Entre Ríos, Argentinien

Persönlichkeiten Friedrich Rudolf Ernst Freiherr von Feilitzsch (* 14. Juli 1858 in Jestädt; † 23. Januar 1942 in Bückeburg), Politiker im Fürstentum Schaumburg-Lippe und dessen erster Ministerpräsident. Alexander von Keudell (* 1861 in Schwebda; † 1939), Rittergutsbesitzer, Landrat des Kreises Eschwege und Politiker Heinz Fromm (* 10. Juli 1948 in Frieda), von Juni 2000 bis Juli 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Gemeindegründung 1971