Baudrières ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Ouroux-sur-Saône (bis 2015 zum aufgelösten Kanton Saint-Germain-du-Plain) und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand: ), sie werden Baudriérois resp. Baudriéroises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Baudrières liegt leicht südlich der Mitte auf der Westseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 7 Kilometer südöstlich des Kantonshauptortes Ouroux-sur-Saône und 17 Kilometer westnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.

Die Gemeinde liegt weit westlich im Arrondissement, aber sie stößt nicht an die Saône. Im Norden grenzt Baudrières an Saint-Germain-du-Plain, das sich im Westen mit einem Anhängsel zwischen Baudrières und die Saône schiebt. Im Nordosten liegt Saint-Étienne-en-Bresse mit einer kurzen Grenze von 930 Metern, im Osten liegt Saint-Vincent-en-Bresse und im Südosten La Frette. Im Süden stößt die Gemeinde an Simandre und im Südwesten an Ormes.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse. Die westlichen Gemeindegebiete – ungefähr westlich der D933 – liegen bereits in der Landschaft Vallée de la Saône.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zu einem Drittel im Bourg, die übrigen zwei Drittel in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 695 Hektar bewaldete Flächen auf, was 25,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 57 % Laubwald und 39 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Süden der Gemeinde Le Grand Canton, Creuillet des Pages, Bois Tenarre, sowie im Norden Les Bruyères, Les Grandes Communautés und Nordosten Les Buissons, La Grande Vernouse, Le Charmoy, La Poulaille und Bois de la Chize. Dazu bestehen im ganzen Gemeindegebiet kleinere Waldflächen.

In der Gemeinde werden 1604,7 Hektar (entsprechend 59,4 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 12 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 32 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 5 % wird Raps, auf 17 % wird Weichweizen und auf rund 27 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An stehende Gewässer befinden sich in der Gemeinde drei benannte Étangs, nebst einer Anzahl Weiher und Teiche. Im Nordosten der Gemeinde liegt der Étang des Oiseaux, zusammen mit einem kleineren Étang. Ihr Bief entwässert nach Norden, wo er in Saint-Germain-du-Plain in die La Tenarre mündet.

Im Südwesten der Gemeinde befindet sich der Étang de la Verne mit einer Gruppe kleinerer Étangs und etwas nördlich davon der Étang de Tenarre, die beide in La Tenarre entwässern, die wenig weiter in die Saône mündet. Der Étang de la Verne betrieb den Moulin d’en haut, der Étang de Tenarre den Moulin d’en bas.

Im Südosten der Gemeinde befindet sich eine unbenannte Étang-Gruppe, bestehend aus sechs Étangs, die den Moulin de Donant betrieb. Diese Étangs entwässern nach Norden in La Marlière.

Als wichtigstes fließendes Gewässer in der Gemeinde gilt La TenarreLa Tenarre, Länge 25,99 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr, die im Norden von Saint-Germain-du-Plain zum Champ de l'Étang Neuf fließt und bis Les Mautarroux weitgehend der Gemeindegrenze folgt. Sie fließt in der Gemeinde nach Süden, später nach Westen, um stark mäandrierend ihren Weg durch die Terrassenkante der Bresse zu suchen und endlich in die Saône zu münden.

Die Tenarre nimmt kurz vor ihrer Mündung La NoueLa Noue, Länge 17,33 km, Zufluss zu la Tenarre, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei in Baudrières, La Noue auf sandre.eaufrance.fr auf, die bei der Westgrenze von Saint-Germain-du-Plain kommt. Sie fließt nahe der Gemeindegrenze nach Süden bis zur Mündung in La Tenarre.

Schließlich fließt noch La MarlièreLa Marlière, Länge 6,41 km, Zufluss zu La Tenarre, Quelle bei in Saint-Vincent-en-Bresse auf ca. 202 m, Mündung bei in Baudrières auf ca. 177 m, La Marlière auf sandre.eaufrance.fr von Saint-Vincent-en-Bresse in westlicher Richtung zur östlichen Gemeindegrenze. Sie fließt südlich des Bourg, betrieb den Moulin du Bois und mündet bei Le Quart Boyer in die Tenarre.

Verkehrswege Im Westen der Gemeinde, nördlich von Boulay, kommt von Norden, von Saint-Germein-du-Plain die Départementsstraße D933 in die Gemeinde. Sie verläuft in südlicher Richtung bis Les Fourches, wo sie die Gemeinde nach 4,03 Kilometer nach Ormes verlässt.

Im Nordosten der Gemeinde kommt die Départementsstraße D162 von Saint-Étienne-en-Bresse. Sie verläuft in südwestlicher Richtung bis Roussenne, wo sie sich nach Süden wendet bis Les Champs Saint-Pierre um danach wieder in südwestlicher Richtung zum Bourg zu gelangen. Sie durchquert den Bourg nach Süden und setzt ihren Weg fort, bis sie die D344 kreuzt und die Gemeinde nach Simandre verlässt. Ihre Strecke auf dem Gemeindegebiet beträgt 7,65 Kilometer.

Die Départementsstraße D160 kommt von Saint-Germain-du-Plain und erreicht die Gemeinde 300 Meter östlich der D933. Sie folgt der Gemeindegrenze, wendet sich dann nach Ostsüdosten und kreuzt im Bourg die D162, um ihren Weg nach Osten fortzusetzen und die Gemeinde nach 4,32 Kilometer nach Saint-Vincent-en-Bresse zu verlassen.

Schließlich berührt noch die Départementsstraße D344 die Gemeinde ganz im Süden. Sie kommt von Westen, aus der Gemeinde Ormes, führt entlang der Gemeindegrenze, kreuzt die D162, durchläuft für 815 Meter das Gemeindegebiet und verlässt dieses nach La Frette. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Beaudroin, Beauvoisin, Les Besses, Le Bief-au-Renard, Biou, Bonlieu, Boulay, Les Bourbouillons, Brenin, Les Bruyères, Les Buissons, Le Canton, Le Carboyer, Champ-Saint-Pierre, La Chênerie, Les Chevrières, Les Chezeaux, Chivanys, Le Crazot, La Croix-du-Pas, Donnant, Fontaine-Morand, Les Fourches, La Grande-Vernousse, La Gravière, Grency, Les Lachaux, Malagriffat, Meurot, Les Morts, Moulin-à-vent, Moulin d’en-bas, Moulin d’en-haut, Moulin-Donnant, Moulin-d’Or, Moulin-du-Bois, Moulin-Jeudi, Le Mur, Quincampoy, Roussenne, Les Routis, La Sarrotte, Saugy, Les Serrées, Tenarre, Le Vernay-Girard, La Verne, La Ville-du-Bois.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt deutlich den Übergang aus dem Vallée de la Saône in die Bresse. Zu Beginn die östliche Ebene der Talsohle des Saônetals. Die Noue fließt bereits in der Ebene, dann folgt der Anstieg zur Terrassenkante der Bresse-Ebene, die bereits 18 Meter höher liegt. Dem Hang entlang zieht sich die Départementsstraße D933. Tief eingegraben hat sich La Tenarre, hier beim Quart Boyer, kurz bevor sie die Terrassenkante durchbricht um in die Saône zu münden. Es folgt der Weiler Les Routis, der im Tal der Marlière liegt und der Anstieg zum Bourg von Baudrières, wo sich die Départementsstraßen D160 und D162 kreuzen. Anschließend folgt erneut ein Einschnitt mit einem Étang, dessen Bief nach Süden in die Marlière entwässert. Ganz im Osten nochmals der Einschnitt eines Kerbtals, in dem ein Étang liegt, bevor die Höhe der Bresse-Ebene von 208 Metern erreicht wird.

Klima Das Klima in Baudrières ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monate 73 mm aufweist.

Toponymie Laut dem Archäologen Bidaut de Grésilly befand sich in Baudrières, am Ufer der Saône, bereits eine steinzeitliche Siedlung. Im Flussbett bei Thorey wurden Waffen und Werkzeuge aus dieser Zeit gefunden.

Der Name der Gemeinde scheint auf die gallo-römische Zeit zurückzugehen. Historiker geben eine etymologische Erklärung für das Wort: Der Name soll aus dem Lateinischen stammen und von dem Wort Baltearius abgeleitet sein, was so viel wie Handwerker für Lederbänder bedeutet. Diese Lederbänder, die über der Schulter getragen werden, dienen dazu, eine Waffe zu tragen. In diesem Dorf arbeiteten mehrere Handwerker, was erklären würde, warum Baudrières immer ein Pluralname war – Baudrières wurde auch Beaudrières geschrieben. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über den Namen Baudrières stammen aus 1114, da wird die Ecclesia Sancti Petri de Balderias erwähnt.

Geschichte Der Bourg befand sich immer an derselben Stelle. Seit dem 11. Jahrhundert ist eine Kirche belegt, ab dem 15. Jahrhundert eine Pfarrei. Les Chivanys ist der älteste Weiler. Ausgrabungen haben die Anwesenheit von Römern bewiesen. 1016 findet man den Namen Canevilla, eine Zusammensetzung aus den lateinischen Wörtern Cannabis (Hanf) und villa (Haus). Die beiden Weiler Saugy und Boulay verdanken ihre Namen den dort wachsenden Bäumen. Bei Saugy wuchsen Weiden (frz. saule) und bei Boulay wuchsen Birken (frz. bouleau).

Baudrières war früher auf mehrere Herrschaften aufgeteilt. Aus dem Grundregister von 1272 geht hervor, dass große Teile der heutigen Gemeinde zur Herrschaft der de Tenarre gehörten. Mehrere Familienangehörige sind in La Frette beigesetzt, Die Grabplatte des 1312 verstorbenen Ponce de Tenarre ist dort noch zu sehen. Der erste bekannte Herr war Huguenin de Tenarre. 1445 wird durch den Notar eine Verkaufsurkunde aufgesetzt, wonach Jean de Tenarre seine Grundherrschaft an Odot Maloin verkauft. Die Urkunde wurde mit einem wütenden Strich durchgestrichen. Offensichtlich hatte sich Jean de Tenarre vom Geschäft zurückgezogen, da er inne wurde, dass Maloin alles zusammenkaufte. Er arbeitete für den Herzog von Burgund, dem er alles mit erheblichem Gewinn weiterverkaufen konnte. Die Herrschaft wurde in Teilen bis zur Revolution durch die de Tenarre gehalten, wurde aber als Folge der Revolution zur Gemeinde Baudrières geschlagen. Das Château de Tenarre bestand bereits 1272, über den Zeitpunkt des Baus und der Zerstörung ist jedoch nichts bekannt. Die Herren von Baudrières Im 18. Jahrhundert war Charles de Chatenay Besitzer des Lehens. Er war Comte von Saint-Vincent, Baron von Baudrières und Herr von Saint-Étienne. Er war seit 24. November 1705 verheiratet mit Jeanne Marie de Martigny. Die Chatenay waren schon seit dem 16. Jahrhundert mit den Tenarres verschwägert, seit René de Tenarre sich mit Antoinette de Chastenay verheiratete. Die genauen Gebietsabgrenzungen und die Erbfolgen können nicht mehr nachvollzogen werden.Auf Charles de Chatenay folgte sein Sohn Hugues Henri François de Chatenay. Ihre Tochter, Marie Jeanne Charlotte de Chatenay († 1774) heiratete am 19. April 1774 Charles Claude de La Teyssonière (* 27. Mai 1738, † 19. August 1782), Mestre de camp der Kavallerie. Sie starb noch im selben Jahr, aber die Güter gingen an ihren überlebenden Ehegatten über. Der letzte Herr von Baudrières dürfte ihr Sohn gewesen sein, Charles Henri François de La Teyssonnière. 1792 wird er auf der Liste der Emigranten geführt. Das Lehen Tenarre