Der Nationalpark Rapa Nui, , ist ein Schutzgebiet auf der Osterinsel, die zu Chile gehört. Es wurde 1995 als Weltkulturerbe ausgewiesen und ist rund 71 km² groß.

Der Park sollte den Raubbau an der Natur, insbesondere durch Abholzung der Wälder, eindämmen. Unter anderem galt der Toromiro-Baum, auf dessen Stämmen vermutlich die bekannten Moai-Statuen transportiert wurden, als ausgestorben.

Vor der COVID-19-Pandemie besuchten jährlich über 100.000 Touristen die Insel.

Geografie

Der Nationalpark Rapa Nui liegt auf der Osterinsel sowie auf vier Nebeninseln, die alle zur Provinz Osterinsel der chilenischen Región de Valparaíso gehören. Die Provinz Osterinsel befindet sich 3700 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt im Pazifischen Ozean.

Der Park nimmt eine Fläche von 6666 oder 7150 Hektar ein und beinhaltet über 40 % der 16.300 Hektar der Osterinsel. Er besteht aus mehreren, nicht zusammenhängenden Gebieten, die meistens an der Küste liegen.

Flora und Fauna

Geschichte Der Nationalpark wurde am 16. Januar 1935 von der chilenischen Regierung als Nationalpark Osterinsel durch Dekret Nr. 103 (Ministerio de Tierras y Colonización) gegründet und im gleichen Jahr am 23. Juli durch das Dekret Nr. 4536 zum Nationalmonument erklärt. Bis 1952 war die Insel unter der Kontrolle einer privaten Firma, die auf der Insel eine Schaffarm betrieb. Danach übernahm die Armada de Chile die Verwaltung und in den 1960ern entstand eine zivile Verwaltung, bevor die Insel in die Región de Valparaíso eingegliedert wurde. Am 23. Juli 1976 wurde er zu Nationalpark Rapa Nui umbenannt. Zugleich wurden seine Grenzen durch das Dekret Nr. 213 (Ministerio de Agricultura) angepasst, sodass unter anderem vier Nebeninseln ebenfalls zum Nationalparkgebiet wurden. Weitere Änderungen am geschützten Gebiet wurden im Dezember 1983 durch das Dekret Nr. 781 (Ministerio de Bienes Nacionales) vorgenommen.

Von 1976 bis 2016 wurde der Nationalpark durch die Corporación Nacional Forestal (CONAF) verwaltet. Am 18. August 2016 wurde ein Abkommen unterzeichnet, durch das der Park unter die gemeinsame Leitung durch das CONAF und die einheimischen Ma'u Henua übertragen wurde. Am 23. November 2017 wurde die Leitung vollständig an die indigene Bevölkerung übertragen.

Bei einem Waldbrand auf etwa 100 Hektar im Osten der Osterinsel wurde 2022 ein Fünftel der Moai im Nationalpark beschädigt. Die UNESCO beteiligte sich mit 97.000 USD an der Aufarbeitung und Entwicklung zukünftiger Präventionsmaßnahmen.

Weltkulturerbe Im Jahr 1995 untersuchte ein Team aus Experten des International Council on Monuments and Sites (ICOMOS) in Begleitung von Experten des World Monuments Fund den Nationalpark Rapa Nui, um einen Bericht anzufertigen, der ihre Einschätzung über die mögliche Einschreibung als UNESCO-Welterbe enthielt. Miteinbezogen wurden ebenfalls Paul Bahn und Paul Dingwall, jeweils Experten für die Archäologie respektive Ökologie der Osterinsel, sowie ein Mitglied der IUCN World Commission on Protected Areas. Der Bericht empfahl die Aufnahme aufgrund der erfüllten Kriterien (i), (iii) und (v).

Anfang Dezember 1995 anerkannte das Welterbekomitee an der 19. Sitzung in Berlin die Erfüllung der (i), (iii) und (v) und wies den „Nationalpark Rapa Nui“ als UNESCO-Weltkulturerbe aus. In der Entscheidung „19 COM VIII.C.1“ erklärte das Komitee seine Entscheidung wie folgt:

Anfang 1998 wurde die UNESCO darüber informiert, dass ein neuer Hafen im Weltkulturerbe gebaut werden sollte, Stein abgebaut werde und es Probleme bei der Bewirtschaftung des Nationalparks gäbe. Der chilenische Staat gab darüber Auskunft, dass der Hafen ein verworfener alter Plan gewesen sei, der Steinabbau streng überwacht werde und die Organisation des Nationalparks im Februar 1998 angepasst worden sei.

Weblinks

Einzelnachweise

Rapa Nui Kategorie:Osterinsel Kategorie:Welterbestätte in Australien und Ozeanien Kategorie:Welterbestätte in Chile Kategorie:Weltkulturerbestätte RapaNui