Die Rochuskapelle ist eine Simultankirche im Ortsteil Hohenecken der Stadt Kaiserslautern. Die dem hl. Rochus von Montpellier geweihte Kirche wurde 1747–174i erbaut, war von 1870 bis zur Ablösung durch die neue Kirche St. Rochus katholische Pfarrkirche und wird seit 2026 von der Protestantischen Kirchengemeinde Hohenecken mitgenutzt.

Das Gebäude steht seit 1983 als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz.Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreisfreie Stadt Kaiserslautern, Generaldirektion Kulturelles Erbe, 4. Mai 2016, S. 18 (PDF)

Geschichte Bis 1665 wurden die katholischen Gottesdienste in der Schlosskapelle abgehalten, danach dann in der „Unteren Kirch“. Diese war 1565 für die reformierten Christen errichtet worden. 1688 wurde diese wohl im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. 1747/48 wurde an gleicher Stelle die Rochuskapelle erbaut. 1877 wurde sie durch die Errichtung der Pfarrei St. Rochus zur Pfarrkirche. Inzwischen war Hohenecken durch die Industrialisierung stark gewachsen und die Kapelle schnell zu klein geworden. So baute man 1896/97 die heutige Pfarrkirche St. Rochus im neugotischen Stil nach den Plänen des Architekten Ludwig Becker. In der Folge erlebte die Kapelle eine sehr wechselvolle Geschichte: Sie wurde vom Cäcilienverein genutzt, später stand sie auch viele Jahre leer. Zwischen 1970 und 1985 wurden immer wieder Maßnahmen zur Erhaltung der Bausubstanz vorgenommen. Auch in den frühen 1990er Jahren wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Am 22. August 2026 begann durch den Einzug der Protestantische Kirchengemeinde Hohenecken offiziell die gemeinsamen Nutzung der Rochuskapelle als Simultankirche. Der Einbau der Orgel aus der Protestantischen Kirche wurde angekündigt.

Architektur Der verputzte Saalbau mit dreiseitigem Chor ist nach Osten ausgerichtet. Für den ländlichen Stil des Spätbarock typisch ist die Sandsteingliederung. Die Ecken sind durch Pilaster und Lisenen hervorgehoben. Auf der westlichen Giebelseite sitzt ein rundbogiges Portal mit zweiflügeligem Türblatt, im Schlussstein ist ein Auge Gottes mit flankierenden Engeln erkennbar, darüber ein Okulus, ein Rundbogenfenster und schließlich ein oktogonaler Giebelreiter mit Spitzhelm. An den Längsachsen sitzen je zwei Fenster mit Rundbogen, auf der Nordseite kleiner als auf der Südseite. An der Stirnseite des Chores sitzt ein kleiner Okulus.

Ausstattung Das Innere der Kirche ist karg ausgestattet. Auf der Portalseite im Westen wurde eine Empore mit geschweifter Balustrade auf hölzernen Rundsäulen errichtet. Eine flache Decke über einer Hohlkehle deckt den Raum. Der Altar mit Tabernakel im Stil des Spätrokoko entstand um 1770. Der Taufstein steht auf einem Sockel aus Sandstein und wurde im 18. Jahrhundert geschaffen.

Umfeld Im Eingang des Kirchgartens mit originaler Einfriedung steht ein Sandsteinkreuz mit Metallkorpus. Der Korpus ist jüngeren Datums, das Kreuz stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Außerdem finden sich im Kirchgarten mehrere ältere Grabsteine vom ehemals hier gelegenen Friedhof.

Literatur Hans Caspary, Wolfgang Götz, Ekkart Klinge (Bearb.): Rheinland-Pfalz/Saarland. (= Georg Dehio(†): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler), Deutscher Kunstverlag, München 1984, S. 379 Mara Oexner (Bearb.): Stadt Kaiserslautern. (= Band 14, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz), Landesamt für Denkmalpflege, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, S. 158–160

Weblinks

Rochuskapelle, Kirchen in und um Kaiserslautern

Einzelnachweise

Kategorie:Rochuskirche Kategorie:Barockbauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Kulturdenkmal in Kaiserslautern Kategorie:Kapelle in Rheinland-Pfalz Kategorie:Erbaut 1748 Kategorie:Kirchengebäude in Kaiserslautern Kategorie:Simultankirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Speyer Kategorie:Kirchengebäude der Evangelischen Kirche der Pfalz Kategorie:Barocke Kirche