Diese Liste der Studentenverbindungen in Wismar verzeichnet die Studentenverbindungen und akademischen Vereine an der 1908 gegründeten Ingenieur-Akademie Wismar, der späteren Hochschule Wismar. Organisiert waren sie im Wismarer Waffenring (WWR) und im Wismarer Chargierten-Convent (WCC).

Im Zuge der Gleichschaltung der Nationalsozialisten wurden alle Wismarer Studentenverbindungen zwangsaufgelöst oder haben sich auf Druck selbst aufgelöst. In der Nachkriegszeit wurde aufgrund der politischen Situation Ostdeutschlands und später der DDR keine Studentenverbindung in Wismar reaktiviert. Die Landsmannschaft Rheno-Silesia wurde 1966 in Heilbronn rekonstituiert und ist die einzige noch aktive Studentenverbindung aus Wismar.

Liste Die Sortierung erfolgt nach dem Gründungsdatum. Name Gründung FarbenWappenZirkel Verband Fechtfrage MitgliederAnmerkungen Turnerschaft Germania-Vismariensis 1861 rot-gold-blau 30pxMännerandernorts gegründet Landsmannschaft Normannia 18. Nov. 1897 schwarz-grün-braun 30pxMänner Turnerschaft Rhenania 18. Nov. 1897 rot-blau-weißMänner suspendiert 1921, Übernahme der Aktiven durch die Turnerschaft Alemannia Turnerschaft Alemannia 1908 grün-grau-gold 40pxMänner später in Corps Albingia Dresden(WSC), jetzt Corps Marko-Guestphalia Aachen Markomannia 22. Mai 1909 hellblau-weiß-goldBDCMänner suspendiert 1914, Verbleib unbekannt Corps Baltia 24. Juli 1911 schwarz-weiß-gelbBDCMänner 1921 in der Vandalia Cöthen aufgegangen Turnerschaft Cheruskia 1913 schwarz-silber-grünMänner WS 1922/23 Übersiedlung nach Oldenburg (Oldenburg) Burschenschaft Rhenania 4. Juni 1920 blau-gold-violettMänner WS 1922/23 nach Oldenburg verlegt Burschenschaft Hansea 1920 schwarz-silber-blau 40pxMänner an der Höheren Technischen Lehranstalt in Neustrelitz gegründet; 1936 vereinigt mit Burschenschaft Silesia Burschenschaft Silesia 1921 schwarz-gelb-grünMänner gegründet von Kämpfern gegen die Aufstände in Oberschlesien; 1922 nach Oldenburg Landsmannschaft Nordia WS 1922/23 ?Männer suspendiert Teutonia vor Juni 1922 schwarz-rot-goldMänner korporative Vereinigung; vermutlich nach Oldenburg gewechselt Landsmannschaft Rheno-Silesia 19. Nov. 1922 gold-weiß-grün 70px 40pxMänner Reaktivierungsversuch in den 1950ern in Nürnberg; seit 1966 rekonstituiert in Heilbronn; dort als einzige Verbindung am Ort aktiv (Stand: 2026) Landsmannschaft Lituania 15. Jan. 1923 rosa-weiß-hellgrün 30pxMänner Burschenschaft Silesia 1923 grün-gelb-weinrot 40pxMänner Corps Alemannia 1923 blau-gold-rot 50pxMänner gegründet aus dem aus dem Corps Arctica Riga; 1957 rekonstituiert in Koblenz, mittlerweile vertagt Akademische Musikvereinigung 13. Dez. 1927 ./.Männer Akademische Turn- und Spielabteilung 17. Mai 1928 ./.Männer Akademische Fliegergruppe Wismar 16. Okt. 1929 ./.Männer interkorporativ, Mitglied des Deutschen Luftfahrt-Verbandes; Die Gruppe besaß mehrere Gleit- und Segelflugzeuge, die von Studenten in höheren Semestern gebaut wurden. Landsmannschaft Mecklenburgia 30. Nov. 1930 lila-grau-grün 40pxMänner Turnerschaft Arminia 1931 schwarz-weiß-grün 40pxMänner Burschenschaft Hansea-Silesia März 1936 schwarz-silber-grünMänner aufgelöst Herbst 1936

Wismarer Waffenring Dem Wismarer Waffenring (WWR) gehörten alle pflichtschlagenden Verbindungen an: Landsmannschaft Rheno-Silesia Burschenschaft Silesia Corps Alemannia Landsmannschaft Lituania Burschenschaft Hansea Zwischen Angehörigen dieser Verbindungen wurden Bestimmungsmensuren ausgetragen. Bei jeder Korporation waren drei Partien Pflicht, eine als Fuchs und zwei als Bursche. Bis 1925 war als Studentische Fechtwaffe der Säbel mit 8er Klinge eingeführt. Er konnte ab 1926 freiwillig auch noch später benutzt werden. Mit Beginn des Sommersemesters 1926 wurde mit dem Schläger gefochten (30–40 Gänge). Möglich waren auch Verabredungsmensuren mit auswärtigen Korporationen, auch in Berlin. Benutzt wurde dabei der Glockenschläger. Strengstens verboten, wurden die Mensuren zwischen 1930 und 1935 im Geheimen ausgetragen. Eine der Gaststätten war das außerhalb von Wismar gelegene „Rote Tor“. Die Polizei nahm Kopfverbände („Wickelköpfe“) aber nie zum Anlass für Nachforschungen. Da es in Wismar nur zwei Paukärzte gab, mussten die Mensuren im WWR genau abgesprochen werden.Martin Käser: Geschichte der Landsmannschaft Rheno-Silesia Wismar im WWR und WCC von 1922 bis 1935. Einst und Jetzt, Bd. 43 (1998), S. 240 f.

Siehe auch Liste der Listen von Studentenverbindungen

Literatur Martin Käser: Studentenverbindungen und akademische Vereine in Wismar, in ders.: Geschichte der Landsmannschaft Rheno-Silesia Wismar im WWR und WCC von 1922 bis 1935 (rek. 2. April 1966 in Heilbronn). Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 43 (1998), S. 245–250.Käser hatte die Daten einer (recht fehlerhaften) Festschrift des Corps Alemannia Wismar zu Koblenz von 1993 entnommen. Peter Jacobs: 100 Jahre Wismarer Korporationen – 85 Jahre Corps Alemannia Wismar, herausgegeben vom AH-Verband der Alemannia. 2008. Peter Jacobs: Das Photoalbum des Benno Kannewischer [1909–1979] als Quelle zur Geschichte von Ingenieurkorporationen (Berlin, Strelitz und Wismar 1927–1932). Einst und Jetzt, Bd. 54 (2009), S. 407–419. Karl-Georg Heicke, Peter Jacobs: Die Kameradschaft Hans Joachim von Zieten an der Ingenieur-Akademie Wismar [1941–1945]. Einst und Jetzt, Bd. 55 (2010), S. 367–382.

Einzelnachweise

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