Geuser ist ein Gemeindeteil der Stadt Wallenfels im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Der Weiler Geuser liegt auf einem Höhenrücken des Frankenwaldes in einer Waldlichtung. 0,7 km nordwestlich erhebt sich der Geuserberg (), der eine der höchsten Erhebungen des Frankenwaldes ist. Beim Ort entspringt die Zeyern, ein linker Zufluss der Rodach. Ein Anliegerweg führt 0,2 km östlich zur Kreisstraße KC 31/KU 34, die die B 173 unterquerend nach Wallenfels (2,4 km nördlich) bzw. zur Kreisstraße KU 24 bei Altenreuth (1,7 km südöstlich) verläuft.
Geschichte Geuser war ein ausschließlich von Land- und Forstwirtschaft geprägtes Haufendorf. Das bayerische Urkataster verzeichnete dort in den 1810er Jahren elf Gehöfte.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Geuser aus 10 Anwesen (2 Ganzhöfe, 6 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Tropfhaus). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wallenfels aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Vogteiamt Wallenfels inne.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 473.
Geuser kam durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde Geuser dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Zeyern zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Geuser, zu der Dörnach, Finkenflug, Forstloh, Haid und Kirchbühl gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). Ab 1862 gehörte Geuser zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt). Finkenflug wurde 1877 nach Roßlach umgemeindet.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 582. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,935 km²
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Geuser mit Ausnahme von Haid am 1. Juli 1972 nach Wallenfels eingegliedert. Haid wurde nach Reichenbach eingegliedert.
Baudenkmäler Als Baudenkmäler erhalten sind ein Wohnstallhaus von 1849 sowie drei Wegkreuze und Bildstöcke. Ebenfalls unter Denkmalschutz stehen ein Wegkreuz von 1940 am Weg nach Zeyern sowie die kleine Kapelle in der Ortsmitte, die 1953 gebaut wurde.
Haus Nr. 2, ein eingeschossiger, massiver Wohnstallbau, dessen Scheitelstein ist mit „Andreas Wolf 1846“ bezeichnet, die Türflügel sind mit Palmetten geschnitzt und neben der Tür befindet sich ein Hundeloch,T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 48. Das Haus listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit seiner ursprünglichen Hausnummer als Kunstdenkmal auf. Es wird in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da es entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurde.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Geuser Jahr Einwohner Häuser Quelle 1818 167 23 1840 204 1852 213 1855 203 1861 214 1867 224 1871 203 27 1875 194 1880 177 1885 144 22 1890 110 22 1895 127 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1900 131 23 1905 137 1910 126 1919 120 1925 132 21 1933 127 1939 111 1946 167 1950 147 22 1952 137 1961 102 23 1970 78
Ort Geuser Jahr 1800 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2015 2020Einwohner 65 73 94 89 71 49 65 72 45 36 32 38 33Häuser 10 10 11 9 10 11 10 10 Quelle J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 316.
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Thomas (Wallenfels) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Für Haid s. S. 162. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
Kategorie:Geographie (Wallenfels) Kategorie:Weiler im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972