mini|Unterstand/Artilleriebeobachter See A 6801 Die Sperrstelle Niederurnen-Ziegelbrücke (Armeebezeichnung Nr. 2415) war eine Verteidigungstellung der Schweizer Armee am ehemaligen Reduiteingang. Sie erstreckt sich von Ziegelbrücke nach Niederurnen beim Taleingang ins Glarnerland.

Im Zweiten Weltkrieg wurde sie von der direkt dem 4. Armeekorps unterstellten Gruppe Glärnisch betrieben, der auch das Glarner Gebirgsfüsilierbataillon 85 angehörte, und 1947 kam sie zur Reduitbrigade 24. Sie wurde in den 1990er Jahren aufgegeben und wird als Sperrstelle von nationaler Bedeutung erhalten.

Sperrstelle Niederurnen-Ziegelbrücke mini|Unterstand Biberlichopf Erster Weltkrieg auf Fundament des Römerturms Auf dem Biberlichopf oberhalb von Ziegelbrücke stehen die Reste eines römischen Wachturm, der zum Sicherungssystems aus der Zeit des Kaisers Augustus gehörte, das zum Schutz der Verbindung Zürichsee – Walensee angelegt wurde. Über die Turmreste wurde im Ersten Weltkrieg ein militärischer Unterstand gebaut. Bergseits liegen Reste von Panzersperren aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Sperrstelle hatte die Aufgabe zwischen Ziegelbrücke und Niederurnen den Durchgang (Passage) Walensee-Linthebene/Zürichsee nach beiden Seiten zu sperren.

Auf dem Gebiet des Kantons Glarus (linkes Linthkanalufer) erstreckt sich ein Geländepanzerhindernis GPH vom Linthkanal bis zum Felskopf unterhalb des Schlösslis Oberwindegg in Niederurnen. Auf dem Gebiet des Kantons St. Gallen (rechtes Linthkanalufer) befindet sich beidseits des Bahnhofes Ziegelbrücke je ein kurzes GPH: nordwestlich zwischen Kanal und Felskopf unterhalb der Burgruine Niederwindegg und südöstlich vor dem Biberlikopf. Zur Sperrstelle gehören acht Unterstände, sieben Infanteriebunker, drei Beobachter und drei moderne Unterstände.

Im Oktober 1939 wurde mit Bau der Bunker entlang des Linthkanals begonnen. Im Januar 1940 wurden die beiden Beobachter unter dem Schlössli Oberwindegg und im September der Tankgraben für das GPH zwischen Ziegelbrücke und Niederurnen ausgehoben. Die Sperrstelle wurde im Herbst 1941 fertiggestellt. Das GPH der Sperrstelle musste als doppeltes Hindernis gegen Osten und Westen erstellt werden, damit ein Durchmarsch von beiden Seiten verhindert werden konnte. Mit der nachgelagerten Sperrstelle Näfels hatte sie den Zugang ins Glarnerland sperren. Die Aussenhülle einiger Unterstände wurde aus Quadermauerwerk erstellt, um Beton sparen zu können. Die Tankmauer Ziegelbrücke wurde teilweise als «Wehrgang» für Schützen ausgebaut.

Sperrstellen am Escher- und Linthkanal Vor der Sperrstelle Näfels wurden entlang dem Escher- und Linthkanal zahlreiche Bunker und Unterstände errichtet.

Unterstand Biäsche-Strasse A 6806 Unterstand Wäldchen A 6807 Infanteriebunker Wärterhaus A 6808 Unterstand Schwerzi A 6809 Infanteriebunker Birchen A 6810 Infanteriebunker Linthknie A 6811 Unterstand Linthsteg A 6812 Unterstand Signal A 6813

Sperrstelle Escherkanal Infanteriebunker Damm A 6759 Infanteriebunker Sitenhölzli A 6761 Unterstand (Kaverne) Sitenhölzli A 6762 Infanteriebunker Linthknie A 6770 Unterstand Kupfernhang A 6771 Infanteriebunker Winden A 6772 Infanteriebunker Wallenberg A 6773 GPH Sitenhölzli T 3501 GPH Sitenhölzli T 3501.01 GPH Sitenhölzli T 3501.02

Sperrstelle Lehni Die Sperrstelle Lehni bei Weesen (Armeebezeichnung Nr. 2409) wurde von der Werkkompanie (Wk Kp) 46 besetzt. Infanteriebunker Durchschlägi A 6800 Unterstand/Artilleriebeobachter See A 6801 Infanteriebunker See A 6802 Unterstand Riet A 6803 Unterstand Menzi A 6804 Infanteriebunker Biäsche A 6805

Sperrstelle Gäsi Die Sperrstelle Gäsi (Armeebezeichnung Nr. 2416) umfasst fünf Sprengobjekte: Sprengobjekt Brücke N3 Nord-Escherkanal M 2842 Sprengobjekt Brücke SBB-Escherkanal M 2843 Sprengobjekt Brücke N3 Süd-Escherkanal M 2850 Sprengobjekt Brücke Escherkanal-Gäsi M 2851 Sprengobjekt Strasse Mollis-Filzbach M 2852 Barrikade Strasse Kerenzerberg-Brämboden T 3507

Sperrstellen Niederurnen-Windegg Im Engnis zwischen Niederurnen und Ziegelbrücke befindet sich eine doppelseitige Sperre. Sie hatte einen Durchbruch aus dem Linthgebiet ins Glarnerland Richtung Reduit und die Passage vom Walensee in das Linthgebiet Richtung Zürichsee zu Sperren. Bis zur Erstellung der Sperrstelle Näfels dies die wichtigste Sperre im Glarnerland. Infanteriebunker Oberer Jenny A 6814 Infanteriebunker Unterer Jenny A 6815

Infanteriebunker Schöppi A 6816 Infanteriebunker Rosenegg A 6817 Ik-Schild Rosenegg A 6818 IK-Schild Rosenegg Mitte A 6819 Infanteriebunker Mauerecke A 6820 Unterstand Park mit Beobachtungspanzerturm A 6821 (abgebaut) Unterstand Weiher A 6822 Infanteriebunker Oertli A 6823 Unterstand Allmend A 6824 Infanteriebunker Mazza A 6825 Unterstand Kirche A 6826: Beobachtungspanzerturm mit vier Scharten Infanteriebunker Schwert A 6827 Infanteriebunker Bad A 6828 Infanteriebunker Schlösslirippe A 6829 Unterstand Kälin A 6830 Unterstand Schulhaus A 6831 KP Rebberg (Kaverne) A 6832 Artilleriebeobachter Alpholzberg (Kaverne) A 6833 Artilleriebeobachter Stockberg (Kaverne) A 6834 Unterstand Kiesgrube – Beobachtungspanzerturm mit 6 Scharten A 6835 Infanteriebunker Bahnhof A 6836 Pak-Kaverne Windegg A 6837 Infanteriebunker Christeliwies A 6838 Infanteriebunker Kuppel A 6839 Tankmauer Ziegelbrücke T 3510 inklusive 3 Lmg-Stände Geländepanzerhindernis Denkmal-Ziegelbrücke T 3511 Geländepanzerhindernis Windegg T 3512

U4 Kugelbunker Tankmauerecke F 14101 U4 Kugelbunker Tankmauer F 14102 U4 Kugelbunker F 14103 U4 Kugelbunker F 14104 U4 Kugelbunker F 14105 U4 Kugelbunker F 14106 U4 Kugelbunker Bahnlinie F 14107 U4 Kugelbunker Eisenbahnbrücke F 14110 ASU 6S Fabrik F 14111 ASU 6S Werkhof F 14112

Literatur Sperrstelle Niederurnen-Ziegelbrücke. In: Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler in den Kantonen Glarus, Appenzell Inner- und Ausserrhoden und St. Gallen. Inventar der Kampf- und Führungsbauten. Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Hrsg.), Bern 2006: (pdf, 2,6 MB) S. 16–17

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Einzelnachweise

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