mini|Teich im südlichen Teil des NSG mini|Verlandungsbereich im nördlichen Teil des NSG mini|Erdkröten im Teich des NSG
Das Naturschutzgebiet Riemke, dessen Name bis August 2015 Ehemaliger Klärteich nördlich von Riemke war, ist ein 10,52 ha großes Naturschutzgebiet (NSG) nördlich von Riemke im Stadtgebiet von Hemer im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Das NSG wurde 1989 vom Kreistag des Märkischen Kreises mit dem Landschaftsplan Nr. 2 Balve-Mittleres-Hönnetal unter dem Namen Naturschutzgebiet Ehemaliger Klärteich von Riemke, Stadt Hemer erstmals ausgewiesen. Das NSG wurde 2015 vom Kreistag des Märkischen Kreises mit dem 2. Änderung Landschaftsplan Nr. 2 Balve-Mittleres-Hönnetal unter dem Namen Riemke erneut ausgewiesen.
Gebietsbeschreibung Bei dem NSG handelt es sich um einen ehemaligen Klärteich des Kalkverarbeitungswerkes bei Oberrödinghausen der Rheinisch-Westfälische Kalkwerke (heute Rheinkalk). Die Nutzung des Klärteichs wurde um 1970 aufgegeben. Zwei Drittel des Teiches sind inzwischen verlandet. Im Verlandungsbereich haben sich Röhrichtbestände aus Schilf und Breitblättriger Rohrkolben mit Bittersüßem Nachtschatten gebildet. Teile des Verlandungsbereich sind mit Weidengebüschen mit Salweide, Silberweide und Korbweide bewachsen. In Teilbereichen hat sich ein Pionierwald mit Salweide, Hängebirke, Zitterpappel und Rotfichte entwickelt. In diesem Bereich hat sich Land-Reitgras ausgebreitet. Weil im Pionierwaldbereich viele Orchideen vorkommen werden dort Gehölze entfernt und die Fläche gemäht. 1988 begann der Arbeitskreis Heimische Orchideen Nordrhein-Westfalen mit Mäharbeiten und Gehölzentfernungen. Wegen des kalkhaltigen Bodens befinden sich heute im NSG individuenreiche Bestände der Orchideenarten Breitblättriges Knabenkraut, Geflecktes Knabenkraut und Bastarde zwischen dieser beiden Arten. Auch die Orchideenart Großes Zweiblatt kommt vor. Durch Ansalbung kommt seit 1988 auch der Sumpf-Stendelwurz aus der Familie der Orchideengewächse mit über tausend Exemplaren vor. Bevor der Sumpf-Stendelwurz hier angepflanzt wurde, gab es im ganzen Märkischen Kreis kein Vorkommen.
Wegen des kalkhaltigen Schlammbodens kommen Pflanzenarten wie Blaugrüne Segge, Golddistel, Wilder Majoran, Scharfes Berufkraut und Purgier-Lein vor. In jeweils mehreren hundert Exemplaren kommen auch Echtes Tausendgüldenkraut, Rundblättriges Wintergrün und Gewöhnliche Natternzunge vor.
Im Röhricht brüten Rohrammer und Teichrohrsänger. Auch mehrere Brutpaare Kanadagans brüten am Teich. Der Teich ist Laichgewässer zahlreicher Grasfrösche und Erdkröten. Das NSG Riemke ist auch Lebensraum für das Sechsfleck-Widderchen geworden.
Schutzzweck, Verbote und Gebote Das NSG wurde laut Landschaftsplan ausgewiesen:
Es wurden zudem fünf besondere Verbote für das Schutzgebiet erlassen:
Der Landschaftsplan führt zwei besondere Gebote für das NSG Riemke auf: Märkischer Kreis: 2. Änderung Landschaftsplan Nr. 2 Balve-Mitteleres-Hönnetal Lüdenscheid 2015. Naturschutzgebiet Riemke S. 33–34
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Märkischen Kreis
Literatur Märkischer Kreis: Landschaftsplan Nr. 2 Balve-Mittleres Hönnetal Lüdenscheid 1989. Naturschutzgebiet Ehemaliger Klärteich von Riemke, Stadt Hemer, S. 38–41. Märkischer Kreis: 2. Änderung Landschaftsplan Nr. 2 Balve-Mittleres Hönnetal Lüdenscheid 2015. Naturschutzgebiet Riemke S. 33–34. Michael Bußmann: Die Naturschutzgebiete im Märkischen Kreis. Märkischer Kreis, Lüdenscheid 2009, ISBN 978-3-00-029177-7
Weblinks
Einzelnachweise
Riemke Riemke