mini|Albulapass Richtung Bergün Die Sperrstelle Albulapass war eine Verteidigungsstellung der Schweizer Armee. Sie liegt etwa einen Kilometer westlich der Albulapasshöhe Richtung Bergün/Bravuogn und wurde ab 1938 gebaut. Die Sperre wurde von der Gebirgsbrigade 12, der späteren Gebirgsdivision 12, und dem Festungswachtkorps betrieben. Mit der Auflösung der Gebirgsdivision 12 wurden die Anlagen der Sperre entklassifiziert und aufgehoben.

Geschichte Die Sperrstellen im Kanton Graubünden können in fünf Gruppen aufgeteilt werden: Die nahe der Südgrenze (Italien) und den anschliessenden Pässen gelegenen Sperren hatten den Zugang ins Engadin zu sperren. Die nächste Sperrgruppe hatte den Zugang nach Mittelbünden zu verwehren. Die Gruppe an der Nordostgrenze hatte den Gegner gegen Österreich abzuhalten. Die letzte Gruppe musste den Zugang ins Réduit verhindern. Die Sperrstelle Albulapass gehörte zusammen mit den Sperrstellen Flüela (1249/1237), Julier (1228), Septimer (1227), Zügen (1238) und Schyn (1221) zu der Gruppe, die den Auftrag hatte den Zugang nach Mittelbünden zu sperren. Die Sperrstelle Bergünerstein (1243) diente ihr als rückwärtige Sperre.

Sperrstelle Albulapass mini|B2414 Albula Crusch Unterkunft (Festungswachtkorps FWK) und A7660 Infanteriebunker Albula Strasse Die Sperrstelle Albulapass (Sperrstellen-Nr. 1245) hatte einen Übergang über den Albulapass nach Bergün und ins Albulatal zu verwehren. Der Albulapass wurde nicht auf der Passhöhe gesperrt, sondern zurückgestaffelt in der Talsenke nordwestlich des Passes.

Sie besteht aus einem Geländepanzerhindernis aus Felsblöcken, dem zentralen, dreistöckigen Hauptbunker neben der Passstrasse, der als Steinhügel getarnt war, sowie den zwei Felswerken in den Felsköpfen links und rechts der Passstrasse, die den exponierten Hauptbunker zu schützen hatten. Der Hauptbunker hatte 16 Mann Besatzung, die Felswerke je 12 Mann. Die Infanteriekanone Ik (später 9-cm-Panzerabwehrkanone) und die je zwei Maschinengewehre in den Felswerken wirkten durch die Senke gegen Süden in Richtung Passhöhe. Noch in den 1960er Jahren wurde die Anlage mit Petrollampen beleuchtet, auf einem Petrolkocher gekocht und mit der Handventilation belüftet, die im Ablösungsbetrieb ununterbrochen betrieben werden musste. Bei starker Schiesstätigkeit musste die Besatzung wegen des verminderten Sauerstoffgehaltes in den Anlagen die Nacht im Freien verbringen.

Infanteriebunker Albula Strasse A 7660 Felsenwerk Albula links A 7661 Felsenwerk Albula rechts A 7662 Nomadenhaus B 9424 Albula Crusch Unterkunft B 2414 (Festungswachtkorps FWK) Geländepanzerhindernis T 4031 Stellung Erster Weltkrieg Sperrstelle 1245 Albula. Festungsmuseum Crestawald. Sprengobjekt Albulapassstrasse, La Punt La Punt Festung Albula. Sprengobjekt RhB Viadukte. Zwischen Bergün und Preda die grossen Viadukte der Rhätischen Bahn waren mit Sprengkammern ausgerüstetRHB Viadukte Festung Albula..

Sperrstelle Bergünerstein mini|Felsenwerk Bergünerstein links A 7667: links Eingang/Scharte, rechts Sprengobjekt Die Sperrstelle Bergünerstein (Sperrstellen-Nr. 1243) befindet sich beim Engnis Bergünerstein, wo die Albulastrasse für einen Gegner nachhaltig gesperrt und gesprengt werden konnte. Eine Sprengung hätte den Durchgang für längere Zeit unterbrochen. Die Sperre wurde von zwei Felskavernen aus mit je einem Leichten Maschinengewehr auf Schartenlafette geschützt. Die Kavernen für je sieben Mann Besatzung wurden ab 1938/39 gebaut. Felsenwerk Bergünerstein rechts A 7666 Felsenwerk Bergünerstein links A 7667 Sprengobjekt Albulastrasse Sperrstelle 1243 Bergünerstein. Festungsmuseum Crestawald.

Sperrstelle Zügen mini|Sprengobjekt Brombenz : Strasse Die Sperrstelle Zügen (Sperrstellen-Nr. 1238) hatte den Durchgang durch die Zügenschlucht zu sichernZügen Festung Albula.. Felsenwerk Brombenz Zügen A 7695 rechts Felsenwerk Brombenz Zügen A 7696 links Sprengobjekt Brombenz (Strasse und Viadukt) Sprengobjekt Zügenschlucht (Tunnel)

Verein Militärhistorische Anlagen Albulatal Der Verein Militärhistorische Anlagen Albulatal will die Festungswerke am Albulapass und am Bergünerstein als Beispiel einer in der Tiefe gestaffelten Sperrstelle erhalten und zugänglich machen sowie das vorgelagerten Abwehrsystem auf Gebiet der Gemeinde La Punt samt Sprengobjekten in diesem Raum dokumentieren. Im verbunkerten Kommandoposten der Grenzbrigade 12 in Alvaneu wurde ein Museum zum Thema Kalter Krieg und weiteren Sonderausstellungen eingerichtet und werden Führungen im Museum und zu den Festungswerken organisiert.Offizielle Homepage des Vereins Militärhistorische Anlagen Albulatal

Die Militärhistorische Stiftung Graubünden will militärhistorisches Kulturgut der Schweiz und des Kantons Graubünden sammeln und sicherstellen sowie Gemeinden und Institutionen mit ähnlichen Aktivitäten unterstützen. Das Artilleriewerk Sufers-Crestawald und das alte Zeughaus der Festung St. Luzisteig sollen erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.Militärhistorische Stiftung Graubünden

Literatur Peter Baumgartner, Hans Stäbler: Befestigtes Graubünden. Wölfe im Schafspelz. Militärhistorische Stiftung Graubünden, Chur 2006. Neuauflage: Verlag Desertina, Chur 2016, ISBN 978-3-85637-485-3; burgenverein-untervaz.ch (PDF; 3,9 MB) Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler im Kanton Graubünden. (PDF) Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Hrsg.), Bern 2003 Sanierung Bunker Albula Strasse 2015/2016. (PDF) Festung-Albula.ch

Weblinks

Sperre Albula. Festung-Oberland.ch Sperre Albula. Bunkerfreunde.ch Bergünerstein. Festung-Oberland.ch Sperre Bergünerstein GR. KleinesStachelschwein.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Befestigungsanlage im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Schweizer Réduit Albula Kategorie:Bauwerk in Bergün Filisur Kategorie:Befestigungsanlage im Kanton Graubünden Kategorie:Festung in der Schweiz