Das Einhorn ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1978 nach dem gleichnamigen Roman von Martin Walser, der sich auch an der Erstellung des Drehbuchs beteiligte. Unter der Regie von Peter Patzak spielen Peter Vogel und Gila von Weitershausen die Hauptrollen.

Handlung Anselm Kristlein ist 42 Jahre alt, ein ehemaliger Werbetexter, der mit nur einem einzigen Buch über Nacht zum Schriftstellerstar aufstieg. Und dennoch kämpft er mit zahlreichen Ungewissheiten, hat Fragen für sein Leben, ist ein „Einhorn“, das Symbol für eine tief in ihm wohnende Unruhe. Eines Tages beauftragt ihn die Schweizer Verlegerin Melanie Sugg, ein knalliges, grelles Sachbuch mit dem allessagenden Titel „Liebe“ zu verfassen. Sie bezahlt gut, 2000 Mark im Monat, und Anselm braucht das Geld. Bei seiner ersten Konfrontation mit diesem Thema muss er konstatieren, dass er eigentlich nichts über die Liebe weiß. Und so versucht Anselm, ein eher durchschnittlich aussehender, schmaler Typ mit lichtem Haaransatz, zumindest praktisch dazuzulernen, um sich diesem Thema auch literarisch nähern zu können.

Kristleins Weg durch die Betten führt ihn von seiner Ehefrau Birga über Barbara, Marie, Rosa und Melanie bis an den Bodensee zu der noch sehr jungen Orli Laks. In ihr entdeckt er die wahre Bedeutung von Liebe, die ihn all seine erotischen Irrwege der vergangenen Jahrzehnte vergessen machen und wieder jung werden lässt. Nach diesen sinnesfreudigen Abenteuern möchte Anselm auf Anraten seiner Ehefrau das Buch lieber „Anstatt Liebe“ nennen, denn dies kommt seinem eigenen Befund sehr viel näher. Nach dieser erhellenden amourösen Odyssee durch die Welt des ewig Weiblichen kehrt Anselm Kristlein ebenso erkenntnisreich wie moralisch-amourös geläutert in die Arme von Birga zurück, in der sich Traum und Wirklichkeit vereinen. Das Buch muss er nun nicht mehr schreiben.

Produktionsnotizen Die 34 Drehtage umfassenden Dreharbeiten zu der Film-Fernseh-Gemeinschaftsproduktion Das Einhorn begannen am 25. Juli 1977, wurden dann aber für zwei Monate unterbrochen und am 26. September 1977 wieder aufgenommen. Letzter Drehtag war der 3. Januar 1978. Gefilmt wurde in München, Lindau am Bodensee, Baden-Baden, Karlsruhe und Duisburg. Der Film wurde am 24. Februar 1978 fertig gestellt.Deutsches Institut für Filmkunde (Hrsg.): Deutsche Filme 1978, zusammengestellt von Rüdiger Koschnitzki. S. 46 Die Uraufführung erfolgte am 29. September 1978 in drei Kinos in Berlin, München und Frankfurt am Main.

Die Filmbauten entwarf Jörg Höhn, die Kostüme Stasi Kurz. Die Redaktion für den SWF in Baden-Baden übernahm Gig Malzacher. Dieter Schönemann und Werner Rollauer übernahm die Produktionsleitung.

Der Film erhielt trotz zahlreicher schlechter Kritiken (siehe unten) das Prädikat „wertvoll“.

Für Peter Vogel war Das Einhorn sein letzter Kinofilm; er nahm sich noch 1978 das Leben.

Kritik

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