mini|Edward Soja 2012

Edward William Soja (* 4. Mai oder 14. Mai 1940 in New York City; † 2. November 2015 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Geograph und Stadtforscher.

Leben 1940 als Sohn polnischer Immigranten im New Yorker Stadtteil Bronx geboren und dort aufgewachsen, studierte Soja Geographie am Hunter College der City University of New York sowie der University of Wisconsin–Madison, bevor er an der Syracuse University die Promotion abschloss. Daraufhin war er zunächst an der Northwestern University beschäftigt. 1972 kam Soja an die University of California, Los Angeles, wo er seine weitere akademische Karriere verbrachte. Zuletzt war er dort Distinguished Professor of Urban Planning, bevor er emeritiert wurde.

Ab 1999 lehrte Soja zudem an der London School of Economics and Political Science. 2015 wurde er mit dem Prix Vautrin Lud ausgezeichnet, konnte den Preis aber nicht mehr persönlich entgegennehmen. Kurz darauf starb er im Alter von 75 Jahren.

Werk Soja beschäftigte sich zu Anfang seiner Karriere mit der postkolonialen Nationenbildung in Afrika, insbesondere in Kenia. Obwohl sein damaliger modernisierungstheoretischer Ansatz wenig gemeinsam hatte mit dem kritisch-neomarxistischen späterer Werke, so lag Sojas Forschungsinteresse bereits darin, räumlich unterschiedliche Entwicklungen zu untersuchen und in ein allgemeines sozialwissenschaftliches Verständnis von Entwicklungsprozessen einzubetten.

In den 1970er Jahren betrieb er wenig empirische Forschung, auch veröffentlichte er wenig. Stattdessen widmete Soja sich der Suche nach einem vertieften sozialtheoretischen Verständnis räumlicher Entwicklungsprozesse in der aufkommenden Postmoderne, die er zusammen mit anderen Forschern wie Allen J. Scott im Großraum Los Angeles zu untersuchen begann. Diese Forschergruppe wurde später als Los Angeles School of Urbanism bekannt, zu deren wichtigsten Vertretern Soja gehörte.

Zwischen 1989 und 2000 veröffentlichte Soja die drei Bücher Postmodern Geographies, Thirdspace und Postmetropolis, in denen er seine zentralen Thesen zur Postmoderne darlegte: Dass eine Reorganisation der kapitalistischen Ordnung im Gange sei, die dem Räumlichen eine größere Bedeutung als dem Zeitlichen beimesse; dass Räumlichkeit eine grundlegende Komponente sozialen Lebens darstelle; und dass demzufolge Sozialtheorie sich verstärkt mit dem geographischen Raum beschäftigen müsse. Ähnlich wie David Harvey berief er sich dabei nicht zuletzt auf Henri Lefebvre. Im Zuge dessen benutzte Soja, wohl als erster, den Begriff „Spatial turn“.

Schriften (Auswahl) Monographien

Sammelbände

Aufsätze Auf Deutsch erschienen

Weitere

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geograph (20. Jahrhundert) Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Stadtgeograph Kategorie:Hochschullehrer (London School of Economics and Political Science) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Los Angeles) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann