Die Burg Poplow ist eine ehemalige mittelalterliche Burganlage bei Popielewo (Poplow) innerhalb des Powiat Świdwiński der polnischen Woiwodschaft Westpommern. mini|Gesamtansicht des Hügels (Süden) mini|links|Waldweg zur Burg aus südlicher Richtung (links im Talː See bei Brzękowice, województwo zachodniopomorskie – deutsch: Eichbringe) Lage Die ehemalige Höhenburg lag in einem Waldgebiet auf dem ehemaligen Räubersberg, etwa 3,7 km südlich von Popielewo und 11 km südwestlich von Połczyn-Zdrój, in direkter Nachbarschaft eines Sees. Errichtet wurde sie als Hangburg auf heutigem Gebiet der Gemeinde Połczyn-Zdrój (deutsch Bad Polzin), in der sogenannten Pommerschen Schweiz, an der Grenze zum späteren Landkreis Neustettin.

Geschichte Als Erbauer der Burg kann die Familie Manteuffel angenommen werdenG. Vietzke in: Unser Pommerland. Sonderheft Kreis Belgard, Heft 11 / 12 1929., die bereits im Spätmittelalter als Besitzer von Polpow erwähnt wurde (1430; Erich von Manteuffel, Ritter auf Poplow, Kollatz, Buslar und Quisbernow). Überlieferungen führen die Ritter von Queeren als Besitzer von Poplow an, dabei handelt es sich gleichsam um die Familie Manteuffel (auch Mandeuffel, Mandu/ü|v/f/w|el, Mandiv/w/el, Manduuel), die sich Quellen zur Folge ebenfalls auch von Queren bzw. Querne nannteF. Voight: Neues allgemeines Deutsches adels-lexicon: im vereine mit mehreren historikern. Band 6, 1865 (online).

Der Erbauungszeitpunkt ist unbekannt, jedoch wird der Bau als mittelalterliche Burg tituliert. 1449 erhielten die Manteuffel in der Anwesenheit des Nicolaus von Manteuffel, Bürgermeister von Schlawe, einen Brief der Herzogin Maria von Stolp, in dem ihnen die Burg in Popielewo als Lehen zugesprochen wurde.Związek Miast i Gmin Dorzecza Parsęty. Reiseführer Route der Pommerschen Familienorskich parseta.org.pl (PDF; 9,3 MB, deutsch). S. 36. Überliefert ist, dass die Burganlage im Jahre 1530 bzw. 1531 (nach anderen Quellen 1532) vom Pommernherzog Barnim IX. eingenommen und in Brand gesteckt wurde, weil ihre Bewohner Raubritter waren, und ihr Gewerbe zu arg getrieben und ihre Raubzüge sogar bis nach Prenzlau in der Uckermark ausgedehnt hatten. Jahre zuvor haben Familienangehörige bereits im Schloss Deutsch Krone gewütet: Im Jahre 1527 werden Hans Zarte, Fritz und Joachim von Manteuffel-Popielewski des Raubes bezichtigt, im Spätherbst 1531 wurde die Burg zerstört und niedergebrannt. Am 3. Juni 1532 verstarben David Manteuffel und sein Onkel Joachim durch die Hände des Henkers in Deutsch Krone. Gerd von Manteuffel, der zusammen mit Bogislaw X., Vater des Barnim, noch 1496 über Venedig und Padua nach Jerusalem zog, war zu der Zeit wegen Wegelagerei gefürchtet. Dieser Konflikt führte dazu, dass sämtliche Güter der Familienzweiges vom Pommernherzog zeitweise eingezogen wurden; 1549 werden erneut Familienangehörige als Besitzer von Poplow angeführt (Heinrich von Manteuffel, Oberhofmarschall und kurpfälzischer Rat).

Volkssagen berichten von der Einnahme:

Andere Quellen berichten:

Beschreibung der Anlage Werner Reinhold beschreibt in seiner Chronik aus dem Jahre 1862 die Anlage als fünf Meilen südlich von Groß Poplow liegend, als eine hochgelegene stark befestigte Burg, davon die Wälle und Burghofsmauern mit drei Thoren deutlich zu sehen sind.

Die Anlage wurde vermutlich als sogenannte Turmhügelburg auf einer natürlichen Anhöhe errichtet. Seit der Zerstörung der Burg lagen die Reste über Jahrhunderte unberührt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren lediglich wenig Reste des massiven Fundaments erkennbar, darunter eine schmale, steile Steintreppe hinab zum See, eine eingebrochene Brunnenanlage sowie der Standort des ehemaligen Bergfrieds.

Bis in die heutige Zeit, weist der Hügel eindeutig künstliche Bearbeitungsspuren auf: so sind heute noch der ehemalige Zugang (mit Mauerresten aus Findlingen) sowie aufgeschüttete, teils mit Findlingen verstärkte Wälle erkennbar.

Siehe auch Manteuffel

Anmerkungen

Literatur Georg Schmidt: Die Familie von Manteuffel. Stamm Poplow des pommerschen Geschlechts. Berlin 1913. Werner Reinhold: Chronik der Städte Belgard, Polzin und Schivelbein und der zu den beiden Kreisen gehörenden Dörfer. Schivelbein 1862, Seite 192 f. Jodocus Donatus, Hubertus Temme: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. 1840 (online). Friedrich Wilhelm Barthold: Geschichte von Rügen und Pommern. Band 4, 2. Teil, 1845 (online). Supplement zu: Zbigniew Radacki: Mittelalterliche Burgen Pommern, Warschau 1976 (online). Nicolaus von Klemptzen: Vom Pommerlande und dessen fürsten geschlechtbeschreibung. 1771, S. 261 ff (online).

Weblinks Instytut Historii Polskiej Akademii Nauk (polnisch)

Fußnoten

Poplow Poplow Poplow Kategorie:Gmina Połczyn-Zdrój Poplow Kategorie:Befestigungsanlage (Mittelalter) Kategorie:Bauwerk in Pommern