Wachenroth ist ein Markt im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).
Geografie Lage Wachenroth liegt ca. 20 Kilometer nordwestlich von Erlangen nahe der Bundesautobahn 3 im Tal der Reichen Ebrach am südlichen Rand des Steigerwaldes.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Mühlhausen, Lonnerstadt, Vestenbergsgreuth und Schlüsselfeld.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Auf dem Gemeindegebiet befand sich die Einöde Fallmeisterei.
Es gibt die Gemarkungen Schirnsdorf (nur Gemarkungsteil 2), Wachenroth, Warmersdorf und Weingartsgreuth. Die Gemarkung Wachenroth hat eine Fläche von 14,025 km². Sie ist in 1940 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7229,15 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Albach, Eckartsmühle, Hammermühle, Reumannswind und Volkersdorf.
Geschichte Frühe Geschichte Der Ortsname wurde bereits 815 als „Wachenrode“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Grundwort rod (ahd. für Rodeland) und dessen Bestimmungswort der Personenname Wacho, Wahho ist. Es ist anzunehmen, dass von einer Person dieses Namens die Rodung durchgeführt wurde, um Land für eine Ansiedlung zu gewinnen. 1008 wurde der Ort als „Wahhanród“ erwähnt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 232. Für die Gemeinde Wachenroth ist dies die erstmalige urkundliche Erwähnung (s. #Sonstiges).
1434 erhielt Wachenroth das Marktrecht.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Wachenroth aus 69 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wachenroth aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Wachenroth. Grundherren waren das Kastenamt Wachenroth (Schloss, 2 Wirtshäuser, 1 Gütleinhof, 1 Halbhof, 2 Höflein, 1 Mühle, 1 Brauhaus, 39 Sölden, 11 Häuser, 1 Schafhof), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Gut, 1 Sölde), das Rittergut Weingartsgreuth (4 Güter) und die Pfarrei Wachenroth (Pfarrhof). Außerdem gab es das Hirtenhaus, das Schulhaus und 2 Torhäuser, allesamt gemeindliche Gebäude.
1802 kam Wachenroth an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Wachenroth gebildet, zu denen Albach, Eckartsmühle, Hammermühle und Volkersdorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen dem Patrimonialgericht Pommersfelden (bis 1848) und 4 dem PG Weingartsgreuth (bis 1848). 1818 wurde Simmersdorf eingemeindet, das aber wieder 1824 nach Mühlhausen umgemeindet wurde. Ab 1862 gehörte Wachenroth zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umgewandelt), von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,722 km².
Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Weingartsgreuth mit den Gemeindeteilen Buchfeld, Horbach und Warmersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern. Am 1. Januar 1982 wurden Gebietsteile der Stadt Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg (Reumannswind) aufgenommen.
Einwohnerstatistik Gemeinde Wachenroth Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910Einwohner 508 502 597 602 622 628 640 683 674 641 639 592 595 615HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben, die als Wohngebäude bezeichnet wurden. 105 111 109 111 Quelle Für die Gemeinde Wachenroth zuzüglich der Einwohner von Albach mit Eckartsmühle (S. 2) und Volkersdorf (S. 131). Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017 2021Einwohner 597 574 583 575 906 844 702 754 1440 2198 2121 2191 2333Häuser 108 117 139 381 606 646Quelle
Ort Wachenroth Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 354 429 433 479 411 409 642 562 608 674 1440Häuser 77 78 79 87 108 167 Quelle
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 29,1 % der Einwohner evangelisch, 52,5 % römisch-katholisch und 18,4 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Wachenroth Religion, Zensus 2011 Die Zahl der Protestanten und vor allem die der Katholiken ist seitdem gesunken. Ende Dezember 2019 hatte Wachenroth (2255 Einwohner) 46,4 % Katholiken, 26,0 % Protestanten und 27,6 % hatten entweder eine andere oder keine Religionszugehörigkeit., abgerufen am 14. Juli 2020
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 26. April 2023 Reiner Braun (LoK). Sein Vorgänger war von 1996 bis 2022 Friedrich Gleitsmann (CSU). Dessen Vorgänger war von 1984 bis 1996 Johann Philipp (CSU).
Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat 14 Mitglieder, zuzüglich des Ersten Bürgermeisters:
CSU SPD UWG Weingartsgreuth Horbacher WG Liste objektive KommunalpolitikLok Wachenroth Gesamt 2020 4 2 2 2 4 14 Sitze
Zum 1. Januar 2008 wurde Wachenroth aus der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt an der Aisch entlassen.Zweites Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die kommunale Gliederung des Staatsgebiets (PDF; 175 kB). Gesetzentwurf vom 17. Oktober 2007
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-blau.
Bau- und Bodendenkmäler
Verkehr Die Staatsstraße 2260 verläuft an Volkersdorf und Güntersdorf vorbei nach Elsendorf (3,6 km westlich) bzw. nach Mühlhausen (4,2 km östlich). Die Kreisstraße ERH 23 verläuft nach Weingartsgreuth (2 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Reumannswind (1,7 km nordwestlich) und nach Albach zur Kreisstraße ERH 34 (2,1 km nördlich).
Persönlichkeiten Ehrenbürger Johann Enter (* 16. September 1878 in Bamberg), Pfarrer in Wachenroth seit dem 1. Oktober 1930, Ehrenbürger der Gemeinden Wachenroth und Oberscheinfeld Kaspar Röckelein (* 25. Dezember 1919; † 15. Dezember 2016), Großunternehmer aus Wachenroth und Seniorchef der Kaspar Röckelein KG Anton Murk (* 24. Mai 1930; † 11. August 2019), Großunternehmer aus Wachenroth und Inhaber des Bekleidungshauses Murk Johann „Hans“ Philipp (* 5. August 1933; † 7. März 2020), Altbürgermeister von Wachenroth
In Wachenroth geboren (auch in Orten, die heutige Ortsteile sind) Carl Wilhelm Hahn (1786–1835), Arachnologe, Entomologe und Ornithologe, in Weingartsgreuth geboren Karl Alexander von Seckendorff-Aberdar (1803–1855), württembergischer Obersthofmeister, in Weingartsgreuth geboren Valentin Zeileis (1873–1939), Pionier der elektrophysikalischen Therapie
Sonstiges Im Jahr 2008 feierte der Markt Wachenroth sein 1000-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen. Ein Mittelaltermarkt fand vom 23. bis 25. Mai statt.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Wachenroth
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ersterwähnung 815 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Markt in Mittelfranken
Kategorie:Ort an der Reichen Ebrach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt