miniatur|Johann Baptist Vanhal Johann Baptist Wanhal,Paul Sommerfeld: Johann Baptist Wanhal und die erste Wiener Schule auf rism.info. 11. Juli 2019, abgerufen am 4. März 2022. in deutschen Texten auch Johann Baptist Vanhal, tschechisch: Jan Křtitel Vaňhal (in zeitgenössischen deutschsprachigen Quellen auch Wanhall), (* 12. Mai 1739 in Neu Nechanitz/Ostböhmen; † 20. August 1813 in Wien) war ein böhmischer Komponist.

Leben Johann Baptist Wanhal war der Sohn eines ostböhmischen Bauern. 1761 kam er durch die Gräfin Schaffgotsch nach Wien, wo er Unterricht bei Carl Ditters von Dittersdorf erhielt. Von 1769 bis 1771 hielt er sich in Italien auf, wo er unter dem Einfluss von Florian Leopold Gassmann mit der Komposition von Opern begann. Danach folgten kurze Aufenthalte in Kroatien und Ungarn. 1780 ließ er sich endgültig in Wien nieder.

Wanhal gilt als einer der ersten Komponisten, die sich ausschließlich durch den Erlös ihrer Werke sowie ihre Unterrichtstätigkeit ernähren konnten. Ignaz Pleyel war einer seiner Schüler.

Zu seinen mehr als 1300 Kompositionen zählen über 100 Quartette und 73 Sinfonien sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke. Unter seinen zahlreichen Sinfonien ragt besonders die g-Moll-Sinfonie (Bryan g2) heraus. Daneben schrieb er programmatische Musik, unter anderem eine Klaviersonate zur Feier der Schlacht von Trafalgar. Für Kontrabass, ein seltenes Soloinstrument, schrieb er ein Solokonzert.

Werke (Auswahl) Sinfonien Sinfonie A-Dur Bryan A9 Sinfonie As-Dur Bryan As1 Sinfonie B-Dur Bryan B3 Sinfonie C-Dur Bryan C3 Sinfonie C-Dur (Comista) Bryan C11 Sinfonie D-Dur Bryan D2 Sinfonie D-Dur Bryan D4 Sinfonie D-Dur Bryan D17 Sinfonie G-Dur Bryan G6 Sinfonie G-Dur Bryan G8 Sinfonie G-Dur Bryan G11 Sinfonie a-Moll Bryan a2 Sinfonie c-Moll Bryan c2 Sinfonie d-Moll Bryan d1 Sinfonie d-Moll Bryan d2 Sinfonie e-Moll Bryan e1 Sinfonie e-Moll Bryan e3 Sinfonie g-Moll Bryan g1 Sinfonie g-Moll Bryan g2

Konzerte Violinkonzert B-Dur Cellokonzert A-Dur Cellokonzert C-Dur Kontrabasskonzert Es-Dur Konzert für zwei Fagotte und Orchester F-Dur Konzert für Fagott und Orchester C-Dur Flötenkonzert Nr. 1 Flötenkonzert Nr. 2 Orgelkonzert F-Dur (Konzert für Orgel und Orchester)

Streichquartett Streichquartett G-Dur op. 4 Nr. 1

Klavierquartette Klavierquartett Es-Dur op. 40 Nr. 1 Klavierquartett G-Dur op. 40 Nr. 2 Klavierquartett B-Dur op. 40 Nr. 3

Klavierquintette (Sonates pour le clavecin, avec l’accompagnement des deux violons, viola et violoncelle (ad libitum)) Klavierquintett G-Dur op. 12 Nr. 1 Klavierquintett d-Moll op. 12 Nr. 2 Klavierquintett B-Dur op. 12 Nr. 3

Oboenquartette Oboenquartett op. 7 Nr. 1 Oboenquartett op. 7 Nr. 2 Oboenquartett op. 7 Nr. 3 Oboenquartett op. 7 Nr. 4 Oboenquartett op. 7 Nr. 5 Oboenquartett op. 7 Nr. 6

Trios Trio op. 20 Nr. 1 Trio op. 20 Nr. 2 Trio op. 20 Nr. 3 Divertimento a tre (Vl, Va, Kb) Trio op. 20 Nr. 5 für Klarinette, Violine und Klavier

Violasonaten Violasonate op. 5 Nr. 1 Violasonate op. 5 Nr. 2 Violasonate op. 5 Nr. 3 Violasonate op. 5 Nr. 4

Klavier- und Orgelwerke 6 Fugen für die Orgel oder Clavier. Wien 1805 Fugen für Orgel

Geistliche Musik 58 Messen MS 1-G-Dur Missa Pastoralis (ca. 1782: Weinmann XIX: G4, Österreichische Nationalbibliothek Mus.Hs.926) MS 2-C-Dur Missa Solemnis (ca. 1778: Weinmann XIX: C7, Österreichische Nationalbibliothek Mus.Hs.22290) Pange Lingua (Wien) 1 Credo Kyrie und Gloria 54 Offertorien 16 Salve Regina 10 Litaneien 14 Motetten Stabat Mater Te Deum Tantum ergo Pange Lingua

Opern Il Demofonte; Libretto: Pietro Metastasio; UA: 1770, Rom; verschollen Il trionfo di Clelia; Libretto: Pietro Metastasio; UA: 8. Januar 1776, Hoftheater München; verschollen

Literatur

Weblinks

Werkverzeichnis Johann Baptist Wanhal Association (englisch) Osterkonzert 2021 des Brandenburgischen Staatsorchesters, abgerufen am 4. April 2021

Einzelnachweise

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