Margrit Rainer (* 9. Februar 1914 in Zürich; † 10. Februar 1982 ebenda; gebürtig Margrit Rosa Sandmeier) war eine Schweizer Schauspielerin und Kabarettistin. Neben ihrem langjährigen Bühnen- und Filmpartner Ruedi Walter,Ruedi Walter. In: SRF Kultur. Abgerufen am 27. Februar 2024. gehörte sie zusammen mit Emil Hegetschweiler, Heinrich Gretler, Alfred Rasser, Schaggi Streuli und Max Haufler zu den grossen Volksschauspielern der Schweiz.
Leben Margrit Rainer wollte Zirkusartistin werden, machte aber auf Wunsch der Eltern eine Ausbildung als Fotolaborantin. Mit ihrem Mann Fritz Pfister wanderte sie Anfang der 1930er Jahre nach Ibiza aus, wo sie eine wenig erfolgreiche Hühnerfarm betrieb. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz wurde sie 20-jährig Mitglied des Cabarets Cornichon, dem sie bis 1959 angehörte. Sie trat auch an anderen Kleinkunstbühnen auf wie Resslirytti, Bäretatze und Nebelhorn. 1959 wechselte sie zum Theater am Hechtplatz.
Ihr häufigster Theater- und Filmpartner war Ruedi Walter. Sie spielte nicht nur in Filmen, sondern auch in zahlreichen Theaterstücken und Musicals wichtige Rollen, so z. B. in Guet Nacht Frau Seeholzer, Holiday in Switzerland, Bibi Balù und Die kleine Niederdorfoper.
Die Chansons, die sie (vor allem in den Musicals) sang, haben Schweizer Musik- und Chansongeschichte geschrieben: Helvetia im Himmel (1962), Ja d’Liebi macht eim riich (1975), Mis Chind (1968/1978), Quand on n’a pas ce qu’on aime (1952). Auch mit Ruedi Walter zusammen hat sie etliche Musikaufnahmen eingespielt.
Margrit Rainer trat beim Film anfangs unter dem Familiennamen ihres ersten Ehemanns, des Schauspielers Fritz Pfister, auf. Ihr letzter und langjähriger Lebenspartner war ihr Schauspielerkollege Inigo Gallo. mini|Grabstätte von Margrit Rainer, Inigo Gallo und Susanne Gallo-De Santi auf dem Friedhof Enzenbühl, Zürich Rainer starb an den Folgen einer missglückten Operation und wurde auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich beigesetzt (FG 81272). Im gleichen Grab wurden später auch ihr langjähriger Lebenspartner Inigo Gallo sowie dessen zweite Ehefrau bestattet.
Filmografie (Auswahl) 1935: Zyt ischt Gält (Werbefilm) 1938: Zürich baut (Tiefbauamt Stadt Zürich) 1941: De Hotelportier 1951: Wahrheit oder Schwindel? 1952: Palast Hotel (Palace Hotel) 1952: Ein Lied vom Reisen (Werbekurzfilm) 1952: Heidi 1954: Ein froher Tag (Werbekurzfilm) 1955: Heidi und Peter 1955: Polizischt Wäckerli 1956: In allen Gassen wohnt das Glück (Oberstadtgass) 1957: Spalebärg 77 A (Werbekurzfilm) 1957: Die Angst vor der Gewalt (Der 10. Mai) 1957: Glück mues me ha 1958: Eine Rheinfahrt, die ist lustig (Zum goldenen Ochsen) 1958: Die Käserei in der Vehfreude 1959: Hinter den sieben Gleisen 1960: Anne Bäbi Jowäger – 1. Teil: Wie Jakobli zu einer Frau kommt 1960: An heiligen Wassern 1961: Anne Bäbi Jowäger – 2. Teil: Jakobli und Meyeli 1961: Demokrat Läppli 1962: Der 42. Himmel 1964: Menschen der Berge (Geld und Geist) 1966: Polizischt Wäckerli in Gefahr 1968: Sommersprossen 1968: Die sechs Kummerbuben 1970: Pfarrer Iseli 1971: Der Kapitän 1980: Der Erfinder
Theaterstücke 1950: Ganz unverbindlich 1950: Schöni Luftballönli 1952, 1978: Die kleine Niederdorfoper, Uraufführung: 31. Dezember 1951 Schauspielhaus Zürich 1954: Himmelbett 1954, 1966, 1981: Der schwarze Hecht, Die Köchin Kattri, Schauspielhaus Zürich (O mein Papa ging um die Welt) 1962: Zürcher Ballade, Theater am Hechtplatz Zürich 1963: Spalebärg 77a, Stadttheater Basel 1963: Gerettet, Stadttheater Basel 1964: Bibi Balù 1964: Und gäll, wie gseit 1967: Golden Girl, Theater am Hechtplatz Zürich 1969: Guet Nacht Frau Seeholzer, Bernhard-Theater Zürich 1974: My Frau – der Chef 1976: Hurra e Bueb! 1979: Potz Millione 1979: D’Muetter wott nur s’Bescht, die Anni Wiesner (Schweizer Fassung von «Das Fenster zum Flur» mit Inge Meysel 1960)
Fernsehen 1967: Bibi-Balù (Theateraufzeichnung) 1968: Die sechs Kummerbuben (Fernsehserie, 13 Folgen) 1970: Guet Nacht, Frau Seeholzer! (Theateraufzeichnung) 1973: Ein Fall für Männdli (Fernsehserie, 13 Folgen) 1974: My Frau – der Chef (Theateraufzeichnung) 1976: Hurra, e Bueb! (Theateraufzeichnung) 1978: Die kleine Niederdorfoper (Theateraufzeichnung) 1979: D’Muetter wott nur s'Bescht (Theateraufzeichnung) 1981: Potz Millione (Theateraufzeichnung)
Hörspiele 1948: Der Regenpfeifer 1955–1965: Spalebärg 77 A – bis Ehrsams zem schwarze Kaffi 1955–1956: Oberstadtgasse Polizischt Wäckerli Anneli – Erlebnisse eines kleinen Landmädchens 1969: Helvetiastrasse 17 – Pfarrer Iselis erster Fall 1970: Pfarrer Iseli – Sein zweiter Fall S brav Tüüfeli (Kindermusical) 1970: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Kindermusical) 1972: Hans im Glück – oder die Reise nach Pitschiwaya 1976: Heidi 1976: Die Zauberorgel (Kindermusical)
Literatur
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N–R. Mary Nolan–Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 393 f.
Dokumentarfilm SRF: «Margrit Rainer – D'Liebi macht eim riich» – Eine Hommage (31 min, SRF 2017)
Auszeichnungen (Auswahl) 1958: Filmpreis der Stadt Zürich, 1978: Prix Walo.
Würdigung mini|Margrit-Rainer-Strasse in Zürich-Oerlikon In Zürich-Oerlikon ist eine Strasse nach ihr benannt.
Weblinks
Biografie mit Foto auf cyranos.ch Die Margrit-Rainer-Strasse in Zürich Margrit Rainer und Ruedi Walter spielen am 18. Mai 1952, verschiedene Episoden für das Schweizer Fernsehen im Versuchs-Studio von Münchenstein. Es ist das älteste Film-Dokument des Schweizer TV.
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Frau Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1982