Heinrich Ernst Wilhelm Grote (* 29. Februar 1888 in Hannover; † Mai 1945 in Berlin) war ein deutscher Mediziner, SS-Führer und NS-Ärztefunktionär.
Leben Heinrich Grote war der Sohn von Julius Grote, Stadtschulrat und Senator von Hannover, und seiner Frau Minna Grote, geb. Reßmeier.Bundesarchiv: R 9361-III/527621 Seine Schullaufbahn beendete er an Ostern 1906 mit der Reifeprüfung in Hannover. Danach absolvierte er ein Medizinstudium an der Universität Marburg und an der Kaiser Wilhelms-Akademie für das Militärärztliche Bildungswesen in Berlin. Während der Studienzeit diente er im Sommer 1907 als Einjährig-Freiwilliger im 4. Garderegiment zu Fuß und von 1911 bis 1912 als Unterarzt im Infanterieregiment 79 bei gleichzeitiger Abkommandierung an die Berliner Charité. Das Studium schloss er 1913 in Berlin mit dem Staatsexamen ab. Im selben Jahr wurde er approbiert und zum Dr. med. promoviert.Grote, Heinrich, Dr. med. In: Alfons Labisch, Florian Tennstedt: Der Weg zum "Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens" vom 3. Juli 1934. Entwicklungslinien und -momente des staatlichen und kommunalen Gesundheitswesens in Deutschland, Teil 2. Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf 1985, S. 418 f. Im Anschluss an das Studium diente er als Assistenz- und Oberarzt im Infanterieregiment 146. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt in der Position des Bataillonsarztes des 8. Sturmbataillons. Grote wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens mit Kriegsdekoration, der Rotkreuzmedaille III. Klasse und dem schwarzen Verwundetenabzeichen ausgezeichnet. Nach seinem Abschied aus dem Militär im Rang eines Stabsarztes in 1919 praktizierte er bis 1931 als Allgemeinmediziner in Osterwald. Ab 1928 gehörte er der Niedersächsischen Ärztekammer Hannover und ab 1929 dem Ausschuss des Hartmannbundes an.Winfried Süß: Der „Volkskörper“ im Krieg: Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939-1945. München 2003, S. 466.
Der NSDAP trat er zum 1. August 1932 bei (Mitgliedsnummer 1.248.830)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12180475 und im selben Jahr auch der SS (SS-Nummer 44.005), bei der er im September 1938 bis zum SS-Oberführer aufstieg. Zudem wurde er Mitglied im NS-Ärztebund. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde er 1933 Beauftragter des Reichsärzteführers Gerhard Wagner für die Ärzteorganisationen in Niedersachsen und im September dieses Jahres Landesinspekteur der kassenärztlichen Organisationen für Berlin und Brandenburg. Ab 1934 vertrat er Wagner bei der Reichsleitung der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands. Er leitete ab 1935 die Hauptstelle Sozialversicherung im Hauptamt für Volksgesundheit und war dort Verbindungsmann zur SS. 1939 wurde er zum Reichsamtsleiter ernannt. Ab 1935 hielt er Vorträge an der Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse.
Während oder nach der Schlacht um Berlin wurde er im Mai 1945 von Rotarmisten erschossen.
Literatur Winfried Süß: Der „Volkskörper“ im Krieg. Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939–1945. Oldenbourg Verlag, München 2003, ISBN 3-486-56719-5 (Volltext digital verfügbar). Grote, Heinrich, Dr. med. In: Alfons Labisch / Florian Tennstedt: Der Weg zum "Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens" vom 3. Juli 1934. Entwicklungslinien und -momente des staatlichen und kommunalen Gesundheitswesens in Deutschland, Teil 2, Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf 1985, ISSN 0172-2131, S. 418–419.
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Allgemeinmediziner Kategorie:SS-Arzt Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Ärztefunktionär Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann Kategorie:NSDÄB-Mitglied