Ingrid Jacquemod (* 23. September 1978 in Bourg-Saint-Maurice) ist eine ehemalige französische Skirennläuferin. Sie war vor allem in den Disziplinen Abfahrt und Super-G erfolgreich.
Biografie Jacquemod, die Tochter einer Engländerin und eines Italieners aus dem Aostatal, wuchs in Val-d’Isère auf, wo ihr Vater technischer Verantwortlicher für die Weltcuprennen war. Sie nahm ab Januar 1995 an FIS-Rennen teil und konnte auf dieser Stufe insgesamt 24 Mal gewinnen. Im Dezember 1995 startete sie erstmals im Europacup. Im Dezember 1996 feierte sie im Riesenslalom von St. Sebastian ihren einzigen Europacup-Sieg. Am 26. November 1996 nahm Jacquemod in Park City erstmals an einem Weltcup-Rennen teil. Die ersten Weltcuppunkte holte sie am 18. Januar 1997 mit Platz 21 im Riesenslalom von Zwiesel.
Bei den Juniorenweltmeisterschaften 1997 in Schladming wurde Jacquemod Vizeweltmeisterin im Riesenslalom. Im Jahr darauf gewann sie bei den Juniorenweltmeisterschaften 1998 in Chamonix in der Kombination die Goldmedaille, im Riesenslalom erneut die Silbermedaille und in der Abfahrt die Bronzemedaille. In ihrer bis anhin stärksten Disziplin, dem Riesenslalom, hatte Jacquemod Mühe, sich im Weltcup zu behaupten, weshalb sie sich auf die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G zu spezialisieren begann. Die erste Top-10-Platzierung gelang ihr am 11. Februar 2000 beim Super-G von Santa Caterina, was sie in der Saison 1999/2000 mit fünf weiteren Platzierungen unter den besten zehn bestätigen konnte.
Die beiden folgenden drei Saisons verliefen für Jacquemod weniger erfolgreich, bis sie im März 2003 in der Abfahrt von Kvitfjell ihre erste Podestplatzierung erzielte. Das beste Ergebnis in der Saison 2003/04 war ein vierter Platz. Ihren einzigen Sieg im Weltcup feierte sie am 7. Januar 2005 in der Abfahrt von Santa Caterina. Ein großer Erfolg gelang ihr bei den Skiweltmeisterschaften 2005 in Bormio, als sie zusammen mit Pierrick Bourgeat, Carole Montillet, Christel Pascal, Laure Pequegnot und Jean-Pierre Vidal im neu geschaffenen Mannschaftswettbewerb die Bronzemedaille gewann.
Es folgte eine Saison mit eher mäßigen Leistungen. In der Saison 2006/07 stand Jacquemod zwar nie auf dem Podest, mit konstant guten Ergebnissen erreichte sie jedoch den fünften Platz in der Abfahrts-Disziplinenwertung, den neunten Platz im Kombinationsweltcup und Platz zehn im Gesamtweltcup. Ziemlich ähnlich verlief auch die Saison 2007/08: Wiederum gelang ihr keine Podestplatzierung, belegte aber in der Endwertung Platz sieben in der Kombination, Platz acht in der Abfahrt und Platz neun im Riesenslalom. Die Vorbereitung auf den Winter 2008/09 richtete sie ganz auf die in ihrer Heimat Val-d’Isère stattfindenden Weltmeisterschaften aus, doch die Saison verlief insgesamt enttäuschend und bei den Weltmeisterschaften kam sie nicht über einen 15. Platz hinaus.
Ihre erfolgreichste Weltcupsaison hatte Jacquemod im Winter 2009/10, als sie zweimal Zweite und einmal Dritte wurde. In der Abfahrts-Disziplinenwertung belegte sie Platz vier, was gleichbedeutend mit ihrer besten Saisonleistung überhaupt war. Dazu war sie Sechste in der Super-G-Wertung und Neunte im Gesamtweltcup. Bei ihrer dritten Olympiateilnahme, 2010 in Vancouver, wurde sie Zehnte im Super-G. In der Weltcupsaison 2010/11 kamen nochmals zwei fünfte Plätze hinzu. Am 3. April 2011 gab Jacquemod ihren Rücktritt bekannt.
Erfolge
Olympische Spiele Salt Lake City 2002: 22. Super-G, 23. Abfahrt Turin 2006: 16. Abfahrt, 21. Riesenslalom, 32. Super-G Vancouver 2010: 10. Super-G, 23. Abfahrt
Weltmeisterschaften St. Anton 2001: 21. Super-G, 26. Abfahrt St. Moritz 2003: 22. Super-G, 29. Abfahrt Bormio 2005: 3. Mannschaftswettbewerb, 5. Abfahrt, 11. Riesenslalom, 17. Super-G Åre 2007: 5. Mannschaftswettbewerb, 8. Abfahrt, 14. Superkombination, 15. Riesenslalom Val-d’Isère 2009: 15. Superkombination, 19. Super-G, 20. Abfahrt Garmisch-Partenkirchen 2011: 17. Super-G, 18. Abfahrt
Weltcup Saison 2002/03: 7. Abfahrtsweltcup Saison 2004/05: 6. Abfahrtsweltcup Saison 2006/07: 10. Gesamtweltcup, 5. Abfahrtswertung, 9. Kombinationsweltcup Saison 2007/08: 7. Kombinationsweltcup, 8. Abfahrtsweltcup, 9. Riesenslalomweltcup Saison 2009/10: 9. Gesamtweltcup, 4. Abfahrtsweltcup, 6. Super-G-Weltcup 6 Podestplätze in Einzelrennen, davon 1 Sieg: Datum Ort Land Disziplin 7. Januar 2005 Santa Caterina Italien Abfahrt 1 Podestplatz bei Mannschaftswettbewerben
Europacup Saison 1996/97: 3. Gesamtwertung, 1. Riesenslalomwertung 9 Podestplätze, davon 1 Sieg: Datum Ort Land Disziplin 13. Dezember 1996 St. Sebastian Österreich Riesenslalom
Juniorenweltmeisterschaften Schladming 1997: 2. Riesenslalom Megève 1998: 1. Kombination, 2. Riesenslalom, 3. Abfahrt, 10. Super-G, 10. Slalom
Weitere Erfolge 9 französische Meistertitel: 2× Abfahrt: 2000, 2007 3× Super-G: 2000, 2004, 2005 3× Riesenslalom: 2004, 2005, 2007 1× Super-Kombination: 2010 4 französische Juniorenmeistertitel (Abfahrt 1998, Super-G 1997, Riesenslalom 1997, Slalom 1997) 24 Siege in FIS-Rennen (ab 1994/95)
Weblinks
(französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Alpiner Skirennläufer (Frankreich) Kategorie:Französischer Meister (Ski Alpin) Kategorie:Olympiateilnehmer (Frankreich) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2006 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2010 Kategorie:Teilnehmer einer Alpinen Skiweltmeisterschaft Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau