Frieda Mehler (geboren 20. Mai 1871 in Halberstadt; gestorben 5. Juli 1943 in Sobibor) war eine deutsche Dichterin und Kinderbuchautorin.
Leben und Werk
Frieda Mehler wurde als Tochter von Dr. Ludwig Sachs und Helene Sachs, geb. Rothmann, in Halberstadt geboren. Nach dem Tod ihres Vaters kam sie zu ihrer Großmutter nach Wongrowitz in der Provinz Posen, wo sie fünfzehn Jahre (1879 bis 1894) lebte. Später siedelte sie nach Köln und danach nach Berlin um. Sie war mit Julius Mehler verheiratet.In den Posener Heimatblättern, Jg. 10, Nr. 9, S. 55, erschien eine Würdigung Frieda Mehlers zum 65. Geburtstag. https://phdj.hypotheses.org/456 Der Rabbiner Ludwig Jakob Mehler war ihr Sohn.Joods Monument. https://www.joodsmonument.nl/nl/page/156589/frieda-mehler-sachs Sie war Mitglied des Jüdischen Frauenbunds. Am 28. Februar 1939 emigrierte sie in die Niederlande. Am 2. Juli 1943 wurde sie vom Lager Westerbork in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo sie wahrscheinlich am 5. Juli 1943 ermordet wurde. http://verbrannte-und-verbannte.de/person/1235 ; https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?result#frmResults
Frieda Mehler veröffentlichte zwei Gedichtbände und mehrere Kinder- und Jugendbücher. In den Gedichten, die sich vordergründig mit dem Thema Mutterschaft beschäftigen, versteckte sie deutliche Kritik am NS-Regime.Kerstin Schoor: Vom literarischen Zentrum zum literarischen Ghetto. Deutsch-jüdische literarische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945. Wallstein, Göttingen 2010. S. 176f. Neben Erzählungen und Märchen schrieb sie für Kinder- und Jugendliche kurze Dramen und Dramoletten für die Festtage und schulische Aufführungen, die ein positives jüdisches Selbstbewusstsein vermitteln sollten.Zohar Shavit/Hans-Heino Ewers in Zusammenarbeit mit Annegret Völpel und Ran HaCohen: Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur von der Haskala bis 1945. Die deutsch- und hebräischsprachigen Schriften des deutschsprachigen Raums. Ein bibliographisches Handbuch. Metzler, Stuttgart [u. a.] 2002. Bd. 1, S. 753–756
Publikationen Ein Chanuka-Traum. Die Megilla. Aufführungen für Chanuka u. Purim. Berlin, Lamm, 1910, 31 S. Digital unter: http://www.aleki.uni-koeln.de/schatzbehalter/inhalt/M/mehler_chanuka_traum_megilla.pdf Moaus zur jeschuossi. Gesammelte Chanuka-Aufführungen. Berlin, Lamm, 1914, 70 S. Digital unter: http://www.aleki.uni-koeln.de/schatzbehalter/inhalt/M/mehler_moaus_zur_jeschuossi.pdf Unser Lichtefest. 3 Chanuka-Aufführungen. Berlin, Boas Nachf., , 14 S. Digital unter: http://www.aleki.uni-koeln.de/schatzbehalter/inhalt/M/mehler_unser_lichtefest.pdf Menorah. 3 Aufführungen. Berlin, Boas Nachf., , 32 S. Vom Wege. Gedichte. Berlin, Levy, 1934. 31 S. Auswahl unter: https://phdj.hypotheses.org/441 Feiertags-Märchen. Mit Zeichnungen von Dodo Bürgner. Berlin, Berthold Levy, 1935, 44 S. Wir. Gedichte. Berlin, Levy, 1937, 31 S. Auswahl unter: https://phdj.hypotheses.org/441
Literatur Dichterin Frieda Mehler. In: Posener Heimatblätter, Jg. 10, Nr. 9, S. 55 Zohar Shavit/Hans-Heino Ewers in Zusammenarbeit mit Annegret Völpel und Ran HaCohen: Deutsch-jüdische Kinder- und Jugendliteratur von der Haskala bis 1945. Die deutsch- und hebräischsprachigen Schriften des deutschsprachigen Raums. Ein bibliographisches Handbuch. Metzler, Stuttgart [u. a.] 2002. Bd. 1, S. 753–756 Kerstin Schoor: Vom literarischen Zentrum zum literarischen Ghetto. Deutsch-jüdische literarische Kultur in Berlin zwischen 1933 und 1945. Wallstein, Göttingen 2010. S. 176f.
Weblinks
Glückwünsche zum 65. Geburtstag im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (1936)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Frau