Jürgen Schäfer (* 23. Oktober 1941 in Leipzig) ist ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk 1961 legte Schäfer sein Abitur ab. 1961 bis 1965 studierte er in Leipzig Pädagogik auf Lehramt in den Fächern Kunsterziehung und Geschichte. Anschließend war er das Schuljahr 1965/66 als Kunstlehrer in Böhlen angestellt. Von 1966 bis 1971 studierte Schäfer bei Fritz Fröhlich, Harry Blume und Hans Mayer-Foreyt Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zuletzt gehörte er der Fachklasse Malerei von Wolfgang Mattheuer an. Ab 1971 wirkte er freischaffend in Leipzig. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Seine erste Ausstellungsbeteiligung fand 1972 in der Galerie am Sachsenplatz in Leipzig statt. Ein Förderungsvertrag mit dem Rat des Bezirks Leipzig bestand von 1974 bis 1977. Als Gegenleistung erfüllte er Auftragsarbeiten. 1976 wurde die erste Einzelausstellung vom Kulturbund der DDR, Bezirksleitung Leipzig, organisiert. Im selben Jahr erschien Günter Kunerts Roman Im Namen der Hüte, illustriert mit Holzschnitten von Jürgen Schäfer (Eulenspiegel-Verlag).
Eine Anzahl von Werken wurden für die Kunstsammlung der Wismut AG erworben. 1985 kaufte der Kölner Sammler Ludwig mehrere Arbeiten.
Die in seinen Werken wiederkehrenden Motive bzw. Bildkomponenten sind der Brotlaib, das Sinnzeichen des Notwendigen, Alltäglichen, der antike Frauenkopf als Relikt untergehender humanistischer Tradition und der Betonkoloss, der laut Renate Hartleb für das „Zweite Ich nach Versteinerung“ steht. Ina Gille hob allgemein die Stein-Metapher hervor: Steine symbolisierten bei Schäfer den entfremdeten Menschen, schrieb sie.
Er ist weiterhin als freischaffender Künstler tätig. Er lebt in Groß Brütz.
Rezeption „Die Bilder haben eine einzigartige Strahlkraft, sie sind ehrlich gemacht, von großer handwerklicher Meisterschaft und innerer Überzeugung. Landschaften majestätischer Stille, kämpfende Kolosse, Massenszenen und zarte Zeichnungen stehen im Kontrast zueinander und bilden ein Ganzes. Jürgen Schäfer setzt sich mit den Geschehnissen dieser Welt auf subtile Weise ästhetisch auseinander. Die Ergebnisse auf der Leinwand sind schlüssig komprimiert. Schäfer ist in der Lage die Gefühle, die uns beim Betrachten eines Gegenstandes, einer Person, einer Landschaft befallen, aufs Bild zu projizieren, und das Bild ist wieder in der Lage, das Gefühl verallgemeinert wiederzugeben. Seine Bilder atmen Größe und Einfachheit. Das ist etwas ganz Besonderes in der heutigen Kunstszene. Er ist ein ganz großer bildnerischer Poet unserer Tage und eine echte Entdeckung für die Kunstwelt.“Ausstellung „Jürgen Schäfer“ - 07.06.–27.07.2008 - Kunsthalle Kühlungsborn (kunsthalle-kuehlungsborn.de)
Werke (Auswahl) Tafelbilder In Armenien (Öl, 1977; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30131447/df_hauptkatalog_0190763 Wacht auf, Verdammte! (Acryl, 1987; auf der X. Kunstausstellung der DDR)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30134961/df_hauptkatalog_0260495 Park am Stadtrand (Mischtechnik, 1980; Lindenau-Museums Altenburg/Thüringen)Bildindex der Kunst & Architektur Fischerboote (1967; Kunstsammlung der Wismut)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/80422611/df_hauptkatalog_0745966 Finale (Acryl, 1989; Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale))
Druckgrafik
Liebespaar (1970, Lithografie, 43 × 60 cm)Bildende Kunst, Berlin, 2/1971, S. 67 (Abbildung) Drei Akte (1970, Lithografie) Sommerliebe (1976, Öl, 29 × 39,5 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 6/1976, Rückseite des Rücktitels Ehrung für Günter Kunert (1977, Lithografie)
Buchillustration Günter Kunert Im Namen der Hüte. Eulenspiegel-Verlag, Berlin, 1976 (Holzschnitte)
Weitere Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1976: Rostock, Galerie am Boulevard (Malerei und Grafik) 1981: Leipzig, Galerie im Hörsaalbau der Karl-Marx-Universität (Malerei, Handzeichnung, Druckgrafik, Plastik) 1989: Schwerin, Galerie Schwerin (Tafelbilder, Zeichnungen, Objekte) 2008: Kühlungsborn, Kunsthalle (Malerei Zeichnungen 1968–2008) 2010: Leipzig, Galerie Irrgang (Malerei) 2014: Schwerin, gallery berger 2018: Kunsthaus Bützow (Malerei und Handzeichnungen)
Ausstellungsbeteiligungen
1974, 1979 und 1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellungen 1975: Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum („Lithografie im Bezirk Leipzig“) 1977 und 1984: Berlin u. a. Städte („100 ausgewählte Grafiken“) 1977/1978 und 1987/1988: Dresden, VIII. und X. Kunstausstellung der DDR 1979: Berlin, Altes Museum („Jugend in der Kunst“) 1982: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („Selbstbildnisse Leipziger Künstler“) 1982: Leipzig („10 Jahre Leipziger Grafikbörse“) 1984: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Kunst in Leipzig 1949 -1984“)
Literatur
Schäfer, Jürgen. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 816
Einzelnachweise
Weblinks http://www.artpracht.de/vita.html https://www.kultur-mv.de/kunst-kultur/bildende-kunst/juergen-schaefer-kunsthaus-buetzow.html Jürgen Schäfer im Bildatlas Kunst in der DDR Ingeborg Ruthe: „Gegenstimmen“ Gropius-Bau zeigt dissidentische Kunst aus der DDR – Berliner Zeitung, 15. Juli 2016 Flucht und Freiheit – Berliner Morgenpost, 15. Juli 2016 Ausstellung Schwerin 2014
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