Seelbach oder Haigerseelbach ist ein Stadtteil von Haiger im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie mini|Haiger-Seelbach vom Hattenberg aus

Der Ort liegt im Dreiländereck Hessen/Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz.

Die Gemarkung Seelbach hat 789,52 ha Fläche. Charakteristisch für die umliegende Gegend ist der hohe Waldanteil. Besonders erwähnenswert ist der „Staatswald Kalteiche“, der sich an der Kalteiche (579,3 m) befindet. Im Dorf- und Hausbuch findet sich folgende Mitteilung: „Im Jahre 1901 war der Gemeindewald von Seelbach rund 145 ha groß. Der Staatswald Kalteiche liegt in einer Höhenlage von 430 bis 579,3 m mit rund 283 ha = 23,5 % in der Gemeinde Seelbach.“ Durch den Ort fließt der Treisbach.

Geschichte Ortsgeschichte Seelbach wurde bekanntermaßen erstmals in einer Urkunde vom 2. Mai 1313 geschichtlich erwähnt. Im Jahre 1327 brachte Heinrich I. Graf von Nassau durch Kauf die Herrschaft über Seelbach an sich. 1769 gab es einen Großbrand, bei dem das ganze Dorf bis auf drei Häuser abbrannte.

1908 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zuvor bestand bereits eine Pflichtfeuerwehr. Eine moderne Schule wurde im Jahre 1914 eingeweiht, jedoch müssen seit 1982 alle Schulkinder nach Haiger. 1921 kam der elektrische Strom nach Seelbach. 1971 wurde ein neues Gemeindezentrum fertiggestellt, nachdem die alte Mehrzweckkirche wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Im Jahr 1957 wurde Seelbach Landessieger bei „Unser Dorf soll schöner werden“, 1981 erhielt Seelbach die Bronzeplakette in Berlin.

Ehemalige Bergwerke

Siehe Liste von Bergwerken in Haiger

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Der Ort war bis zur Gebietsreform in Hessen eine politisch selbständige Gemeinde, die zur Unterscheidung von anderen Orten namens Seelbach und insbesondere dem rund 14 km entfernten Herbornseelbach den Namen Haigerseelbach trug. Die Eingemeindung durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen nach Haiger fand am 1. Januar 1977 statt. Ein Ortsbezirk nach der Hessischen Gemeindeordnung wurde für Seelbach nicht errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Seelbach angehört(e):

vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Dillenburg mit Gericht Haiger ab 1816: Herzogtum NassauDas Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt HaigerAm 1. Januar 1977 wurde Seelbach als Stadtteil in die Stadt Haiger eingegliedert. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Haiger

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Seelbach 1251 Einwohner. Darunter waren 48 (3,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 255 Einwohner unter 18 Jahren, 519 zwischen 18 und 49, 243 zwischen 50 und 64 und 234 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 501 Haushalten. Davon waren 126 Singlehaushalte, 141 Paare ohne Kinder und 174 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 105 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 339 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Religionszugehörigkeit • 1885: 260 evangelische (= 78,79 %), keine katholischen und 70 andere (= 21,21 %) Christen • 1961: 586 evangelische (= 87,59 %) und 76 katholische (= 11,36 %) Einwohner • 2005: 752 evangelische (= 57,58 %), 112 katholische (= 8,58 %) und 442 sonstige (= 33,84 %) Einwohner • 2017: 663 evangelische (= 54,30 %), 85 katholische (= 7,35 %) und 409 sonstige (= 35,35 %) Einwohner

Wappen Das Wappen von Seelbach zeigt die Pflanze Blutwurz. Dieses Symbol findet sich auf einem Neujahreneisen aus dem Jahr 1711. Das Wappen wurde im März 1974 genehmigt und im Staatsanzeiger vom 8. März 1974 veröffentlicht: "In Blau ein goldener Ring, darin eine goldene Blüte."

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Das Gemälde "Haigerseelbach" von Arnold Franz. Ausgestellt im Dorfgemeinschaftshaus in Haigerseelbach.

Sportverein SSV 1920 Haigerseelbach e. V.

Das Spitzen- und Leinenmuseum Das alte Rathaus des Dorfes beherbergt im 1. Stock eine komplette Sammlung zum Thema Leinen. Es wird der Weg von der Aussaat des Flachses bis zum fertig genähten und gemangelten Wäschestück gezeigt. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein historischer Webstuhl. Im Dachgeschoss wird die elegante Seite des Flachs gezeigt, feinste Spitzen aus Leinen, Seide und Baumwollgarnen, in Handarbeit gefertigt.

Der Backes Das letzte Backes, das in Betrieb war, befindet sich im Erdgeschoss des alten Rathauses in der Dorfmitte. Heute wird es jährlich einmal durch den Verein für Dorf- und Landschaftspflege beim großen Backesfest genutzt. Es befinden sich hier zwei Backöfen. Früher wurde der große regelmäßig genutzt, der kleine hingegen nur bei Festtagen.

Bronzeplakette „Unser Dorf soll schöner werden“ 1982 wurde Seelbach die Bronzeplakette für den Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ überreicht. Von 5082 ursprünglichen teilnehmenden Gemeinden der Bundesrepublik war Seelbach einer der 32 ausgewählten Sieger. Zudem verlieh der Staatssekretär und spätere hessische Landesentwicklungsminister Jörg Jordan dem Dorf eine große Bronzetafel für langjährige, erfolgreiche Teilnahme am Dorfverschönerungswettbewerb. Diese Bronzetafel kann man sich heute noch am Wilhelmsplatz anschauen, wo sie auf einem Findling montiert wurde.

Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Haiger-Seelbach

Naturdenkmäler Siehe Liste der Naturdenkmäler in Haiger-Seelbach

Verkehr Am einfachsten erreicht man Seelbach über die BAB 45 (Sauerlandlinie), Abfahrt Haiger/Burbach.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur Kurt Becker: Unsere Väter – die Bergleute der Grube Bautenberg zwischen Gilsbach und Wilden, Dill und Westerwald, Dillbrecht 1994

Weblinks

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