mini|hochkant|Alfred Schüler

Alfred Jacob Schüler (geboren 21. Oktober 1858 in Elberfeld; gestorben am 3. Juli 1938 in Hamburg-Eppendorf) war ein deutscher Maler.

Leben Schüler war der Sohn von Aron und Jeanette Schüler und der älteste Bruder der Dichterin Else Lasker-Schüler. Er erhielt eine Ausbildung als Maler an der Akademie in München. Obwohl er ein solider akademischer Maler und guter Porträtist war, mehrfach ausgezeichnetDarunter eine Mention honorable des Pariser Salons 1898. und gelegentlich durchaus wohlwollend besprochen wurde,Zum Beispiel ein Gemälde eines alten Mütterchens in bergischer Tracht, das seinerzeit in der Kunsthandlung Löwenstein ausgestellt war, besprochen im Täglichen Anzeiger für Berg und Mark vom 24. September 1886. blieb ihm der künstlerische und wirtschaftliche Erfolg versagt. In seinen letzten Jahren lebt er in großer Armut in Hamburg, bis eine Hilfsaktion seiner Schwester zum Ankauf mehrerer Arbeiten Schülers durch die Stadt Hamburg führte.

Die biografischen Details sind spärlich. Nach seinem Studium soll er weite Reisen in den Orient unternommen und längere Zeit in Afrika gelebt haben.Bauschinger 2004, S. 24. Dabei hielt er sich, nach Ausweis eines von ihm signierten und datierten Ölgemäldes, im Jahr 1888 in Kairo auf.

1897 ist Schüler erstmals in Hamburg-Neuengamme gemeldet, ab 1902 erscheint er im Hamburger Adressbuch als dort ansässiger Maler. 1897 hatte er die ein Jahr jüngere Hamburgerin Louise GoldzieherGeboren 27. September 1859, am 24. März 1943 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und dort gestorben. geheiratet, die Ehe wurde jedoch geschieden, ein Sohn aus dieser Ehe fiel im Ersten Weltkrieg.Brief von Edgar von Schmidt-Pauli, Berlin, an den Hamburger Bürgermeister Carl Wilhelm Petersen vom 30. August 1930, Staatsarchiv Hamburg, Senatskommission für die Kunstpflege, Eb. 305. Die wirtschaftliche Situation scheint oft schwierig gewesen zu sein und auch seine Versuche als Erfinder etwa einer Form „biegsamen Emails“ blieben erfolglos.

Kontakt mit der berühmten Schwester gab es erst 1930, als Else Lasker-Schüler den Bruder in Hamburg besuchte. Zuvor waren sie sich entfremdet. Die Umstände dieser Entfremdung beschreibt Lasker-Schüler 1925 in Der VersöhnungstagDer Versöhnungstag. In: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Bd. 4.1, S. 100f.:

Dennoch hat die Schwester, wie schon erwähnt, sich stark für den verarmten und verbitterten Bruder eingesetzt und ihm zu Ankäufen einiger Aquarelle durch die Stadt Hamburg verholfen. Diese Aquarelle sind zugleich die einzigen bekannten, noch existierenden Werke Schülers. Ein Bildnis Johannes Halbens von Schüler soll sich in den 1930er Jahren im Rathaus Hamburg befunden haben.

Schüler starb fast 80-jährig im Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf. Da über eine Zugehörigkeit zu einer jüdischen Gemeinde nichts bekannt und Schüler möglicherweise vor seinem Tod konvertiert ist, wurde er vermutlich nicht auf einem jüdischen Friedhof bestattet und sein Grab wohl mittlerweile aufgelassen.

Literatur Ulrike Schrader: „Dem ältesten aber bin ich ein fremdes Kind geblieben …“. Neuigkeiten über den Maler Alfred Jacob Schüler, den Bruder der Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Geschichte in Wuppertal. Jg. 12, 2003, S. 93–98 (PDF). Sigrid Bauschinger: Else Lasker-Schüler. Biographie. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-440-4, S. 24. Kerstin Decker: Mein Herz – Niemandem. Propyläen, Berlin 2009, ISBN 978-3-549-07355-1, S. 363–364. Dresslers Kunsthandbuch. Band II. 1930.

Einzelnachweise

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