Der Gerberhof oder GährhofChristian Ludwig Albrecht Patje: Wie war Hannover? Oder Fragmente von dem vormaligen Zustande der Residenz-Stadt Hannover. Hahn, Hannover 1817, Kapitel „Städtische öffentliche Gebäude“, S. 30, 70–76; online über Google-Bücher. oder auch SchuhhofRudolph Ludwig Hoppe: Geschichte der Stadt Hannover ... Mit zwei Ansichten und einem Grundriss. Helwing, Hannover 1845, S. 77; online über Google-Bücher. in Hannover war eine zum dortigen ehemaligen Amt der Schuhmacher zählende städtische Einrichtung zum Gerben von Leder.
Geschichte Der Gerberhof und mit ihm der Schuhhof lag bis in das 16. Jahrhundert hinein im Zentrum der Stadt Hannover in unmittelbarer Nähe des bereits im Spätmittelalter errichteten Alten Rathauses. Als der Rat der Stadt am Gründonnerstag 1564 beschloss, das Rathaus um einen zusätzlichen Flügel zu erweitern, wurde der bisherige Ort des Gerberhofs an der Köbelingerstraße ausgewählt: „vorhebbens zy de eyne halve des Radthuses, dar de Wage steit, und den Schohoff to buwende und an den ordt des Schohoffes, dar de Behusesunge uppe steit, eine Apotheken … enthorichtende.“Arnold Nöldeke: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, Hannover 1932, S. 364; online im Internet Archive. So wurde der ehemalige Schuhhof zusammen mit Bauteilen der früheren StadtwaageRudolph Ludwig Hoppe: Geschichte der Stadt Hannover. Helwing, Hannover 1845, S. 77; online über Google-Bücher. zur Ratsapotheke umgestaltet. Der Gerberhof wurde im selben Jahr 1565So jedenfalls Patje; dagegen nennt Friedrich Wilhelm Andreae als Jahr des Umzugs 1576. Siehe ders.: Chronik der Residenzstadt Hannover von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Fincke, Hildesheim 1859, S. 55; online über Google-Bücher. an das Leintor vor der LeineinselHelmut Knocke: Leintor. In: Stadtlexikon Hannover, S. 399. verlegt, an den späteren Klostergang, wo der neue Schuhhof später die Hausnummer 4a und der „Gerhof“ die Nummer 4 erhielt.R. Hartmann: Geschichte Hannovers von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Mit besonderer Rücksichtnahme auf die Entwicklung der Residenzstadt Hannover, Hannover: Ernst Kniep, 1886, S. 33, 269f.; Digitalisat über Google-Bücher Hinter den „Gährhof“ wurde bald auch das alte Stadthospital und das Sodensche Kloster verlegt.
Aus der Geschichte der Familie um Hermann Theophilus Söhlmann ist überliefert, dass sich die hannoverschen Schuhmacher noch um das Jahr 1700 ihren Bedarf an Leder selbst herstellen ließen beziehungsweise dieses gemeinschaftlich in dem damals im Besitz des Lohgerber- und Schuhmacheramtes befindlichen Gerberhofes unter der Adresse Klosterhof 4 produzierten, wo es sich noch bis in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs mindestens bis 1911 befand.Gernot Becker: Abschrift der Söhlmannschen Familientraditionen / Für Herrn Oeconomie-Rat Rolf Becker / 23.Januar 1911 als PDF-Dokument herunterladbar von der Seite gebe.paperstyle.de.Mit dem Klosterhof ist der bereits 1750 so benannte Klostergang bezeichnet, der laut den Hannoverschen Geschichtsblättern von 1914 nach dem dort ehemals gelegenen Rats- und von Soden-Kloster seinen Namen erhielt; vergleiche Helmut Zimmermann: Klostergang. In: ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 144.
Literatur Arnold Nöldeke: Schuhmacheramtshaus, in ders.: Die Kunstdenkmale der Stadt Hannover, Teil 1 und 2: Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover, in: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 656f.; Digitalisat über archive.org
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Hannover Kategorie:Erbaut in den 1560er Jahren Kategorie:Mitte (Hannover)