Roots (englisch für „Wurzeln“) ist eine US-amerikanische Miniserie nach dem Roman Wurzeln (Roots: The Saga of an American Family) von Alex Haley und eine Neuauflage der gleichnamigen Serie aus dem Jahr 1977. Im Mittelpunkt der Geschichte steht anfänglich Kunta Kinte, der aus Gambia verschleppt und von britischen Sklavenhändlern in die Neue Welt verkauft wird. Hiernach wird die Geschichte seiner Kinder und Kindeskinder über sieben Generationen hinweg bis hin zur Abschaffung der Sklaverei erzählt. Die Erstausstrahlung in den USA begann am 30. Mai 2016 gleichzeitig auf Lifetime, A&E, History und Lifetime Movie Network. In Deutschland wurde die Serie an Ostern 2017 auf dem deutschen Pay-TV Sender History ausgestrahlt.

Handlung In Juffure im westafrikanischen Gambia bekommen Omoro Kinte und seine Frau Binta 1750 einen Sohn. Sie nennen ihn Kunta. Als er 15 Jahre alt ist, erhält Kunta eine Ausbildung in der afrikanischen Kriegskunst. Hierzu gehört auch der Speerwurf-Drill durch Kintango. In dieser Zeit ist Sitafa ein Freund von Kunta. Bald verliebt sich Kunta in Jinna, die aber bereits einem Jungen eines verfeindeten Stammes versprochen ist. Dieser Stamm macht mit Sklavenhändlern gemeinsame Sache. Eines Tages im Jahre 1767 werden Kunta und sein Mentor Silla Ba Dibba in einen Hinterhalt gelockt und entführt. Der nunmehr 17-jährige Mandinka-Krieger wird an britische Sklavenhändler verkauft, die ihn auf einem Sklavenschiff in die Neue Welt verschleppen. Die Bedingungen auf dem Schiff sind unmenschlich, und Kunta plant mit seinen Mitsklaven einen Aufstand, der jedoch scheitert.

In Maryland werden die Gefangenen als „Nigger“ auf einem Sklavenmarkt angeboten. Kunta wird von dem Pflanzer John Waller gekauft und von ihm auf seine Plantage in Virginia mitgenommen, wo er der Freund des altgedienten Sklaven Fiddler wird. Wallers Gattin Elizabeth gibt Kunta den Sklavennamen Toby. Weil er seinen Mandinka-Namen nicht sofort aufgeben möchte und den neuen Namen ablehnt, wird er von dem sadistischen Aufseher Connelly ausgepeitscht.

Eines Tages kommen Rotröcke auf die Plantage, die die Sklaven zur Flucht anstacheln wollen, damit sie hiernach der englischen Armee beitreten können. Zwar gelingt es Kunta, zu fliehen, doch schon kurz später wird er von Sklavenfängern aufgegriffen und zur Strafe ausgepeitscht. Um sicherzustellen, dass er nie wieder eine Flucht unternimmt, schlagen sie ihm mit einer Axt die Hälfte seines Fußes ab.

Weil John Waller später in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, verkauft er Fiddler und Kunta an seinen jüngeren Bruder William, der von Kuntas Verstümmelung empört ist. Dort lernt er Belle kennen, die als Sklavin geboren wurde und schon viele Jahre in Williams Diensten steht. Die beiden heiraten. Während sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden hat, kann Kunta seine afrikanische Identität nie wirklich aufgeben. Das Paar bekommt eine Tochter, die den Namen Kizzy erhält. Missy, die Tochter von John Waller, lehrt Kizzy heimlich das Lesen und Schreiben. Als sie ein Teenager ist, kann sie daher Papiere für den jungen Sklaven Noah fälschen, um ihm so den Weg in die Freiheit zu ermöglichen. Als man dies entdeckt, wird Kizzy an den armen Farmer Tom Lea verkauft. Sie wird gleich nach ihrer Ankunft von ihm vergewaltigt und schenkt später einem Sohn das Leben, den sie George nennen.

Als George älter ist, veranstaltet er Hahnenkämpfe, eine Leidenschaft, die er von seinem wettfreudigen Vater Tom geerbt hat, und erhält hierdurch seinen Spitznamen Chicken George. Von seinem Talent profitiert auch sein Vater. Von seiner Mutter Kizzy hat George hingegen den Wunsch nach Freiheit geerbt. Sie hatte ihrem Vater Kunta Kinte versprochen, den Stolz auf ihr afrikanisches Erbe an ihre Nachkommen weiterzugeben. George heiratet Matilda, die Tochter eines Predigers, und mit ihr bekommt er viele Kinder. Ihren ältesten Sohn nennen sie seinem Vater zu Ehren Tom. George glaubt, dass er eines Tages seine Familie und sich selbst freikaufen kann. Als sein Vater ihm eines Tages anbietet, ihn in die Freiheit zu entlassen, wenn er einen Hahnenkampf gegen einen Engländer gewinnt und sich dabei als Einsatz anbietet, weil Tom Lea kein Geld hat, das er setzen könnte, hofft George, dass sich sein Wunsch endlich erfüllt. Nachdem George den ersten Kampf gewonnen hat, lässt sich sein Vater auf eine zweite Wette mit dem Engländer ein. Diesmal verlieren er und sein Vater, und George wird wie vereinbart nach England gebracht.

Mehr als 20 Jahre später wird George in die Freiheit entlassen, nachdem er in England als Lehrer gearbeitet hat, und kehrt nach Amerika zurück. Als er zur Farm seines Vaters kommt, erfährt er, dass seine Familie während seiner Abwesenheit nach North Carolina verkauft wurde. Benjamin Murray, ihr neuer Besitzer, erlaubt George mit seiner Frau auf der Plantage zu leben. Aus seinem Sohn Tom ist ein Mann geworden, und er arbeitet als geschätzter Schmied auf der Plantage. Tom ist das neue Oberhaupt der Familie geworden. Er ist wütend auf seinen Vater und wirft George vor, seine Familie im Stich gelassen zu haben.

Der Bürgerkrieg ist noch immer im Gange, und George dient in der Union Army. Hier lernt er den Schwarzen Cyrus kennen, mit dem er im Gefecht um Fort Pillow kämpft. Im Anschluss an das Gefecht verüben konföderierte Soldaten an den Kriegsgefangenen der Union ein Massaker. George und Cyrus überleben nur knapp und gehen auf die Murray-Plantage zurück. Durch den 13. Verfassungszusatz wurde die Sklaverei mittlerweile abgeschafft, doch Benjamin Murrays Sohn Frederick will sie nicht in die Freiheit entlassen. Sie töten ihn und gehen alle gemeinsam nach Tennessee, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Im Jahr 1976 veröffentlicht Alex Haley, ein Nachfahre von Kunta Kinte in siebter Generation, das Buch Roots: The Saga of an American Family.

Produktion Produktionsgeschichte und Vorlagen mini|160px|links|Alex Haley, der Autor der Romanvorlage mini|175px|Laurence Fishburne leiht in der Serie Alex Haley seine Stimme In seinem Roman Roots: The Saga of an American Family hatte Alex Haley einer ganzen Nation die brutale Geschichte der Sklaverei erzählt, die zuvor in den Lehrbüchern nahezu verschwiegen wurde, wie auch in Filmen und Fernsehsendungen. Roots gilt bis heute als eines der wichtigsten literarischen Werke über die Sklaverei in den Vereinigten Staaten und die Identitätsfindung der afro-amerikanischen Bevölkerung. Das Buch konnte sich über Monate hinweg in der Bestsellerliste der New York Times halten und führte diese über 22 Wochen hinweg an. In: alex-haley.com. Abgerufen am 10. Juli 2016.

Haleys Roman brachte Millionen von Amerikanern dazu, einen Blick auf ihre Herkunft zu werfen und dabei ihre eigene Familiengeschichte neu zu entdecken. Dies galt nicht nur für Schwarze. Die Genealogie war der Ursprung, aus dem heraus der Roman inspiriert und entstanden war, und das Thema Sklaverei steht im Mittelpunkt dieser Geschichte, ist jedoch nicht deren Hauptmotiv. Roots ist eine Geschichte darüber, wie es der Mandinka-Krieger Kunta Kinte, der seiner Heimat entrissen wird, trotz aller Widrigkeiten schaffte, seiner Familie ein wertvolles Erbe zu hinterlassen. Zu dieser Familie gehört auch Alex Haley selbst.Carla Renata: In: aafca.com, 1. Juni 2016.

Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Romans, für den Haley mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, begann ABC im Frühjahr 1977 mit der Ausstrahlung einer auf dem Buch basierenden Serie. Die Serie gilt nach wie vor als Meilenstein der US-amerikanischen Fernsehgeschichte. Nie zuvor war dem Mainstream-Publikum die Geschichte der Versklavung von Afroamerikanern in den USA derart breitenwirksam und effektvoll vorgesetzt worden. Als größter Straßenfeger der 1970er Jahre hatte Roots bis zu 130 Millionen Zuschauer, und die Serie erhielt 37 Emmy-Nominierungen und wurde als beste Drama-Serie mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Die Neuauflage der Serie erhielt im Herbst 2013 grünes Licht, nur wenige Monate, nachdem der Nachbarschaftswachmann George Zimmerman für die Tötung des Teenagers Trayvon Martin, einem 17-jährigen afroamerikanischen Highschool-Schüler, in Florida freigesprochen wurde, weil er als Begründung Notwehr angegeben hatte. Hiernach hatte sich in den Sozialen Medien Black Lives Matter entwickelt, eine Bewegung, die sich gegen die Gewalt gegen Schwarze einsetzt. Die Neuauflage von Roots reiht sich in eine Serie von Produktionen ein, die dieser Bewegung folgten und die Gewalt gegen Afroamerikaner und untereinander zum Thema haben. Chris Vognar von The Dallas Morning fühlt sich insbesondere bei der Szene in Roots in der ein junger, unbewaffneter Sklave erschossen wird an die Geschichte von Martin, aber auch an die Ermordung von Michael Brown, Eric Garner, Freddie Gray, Sandra Bland und Oscar Grant erinnert.Chris Vognar: Slavery Stories in the age of #BlackLivesMatter In: The Dallas Morning News, 28. Mai 2016. Andere hingegen wollten keine Filme und Serien mehr sehen, die die schwarze Bevölkerung zum Thema haben, so auch einige Afroamerikaner selbst, wie Snoop Dogg.

Malachi Kirby, der Hauptdarsteller der Serie, meinte, dass Rassismus weiterhin existiere und dies einer der Gründe gewesen sei, in der Serie diese Geschichte erneut zu erzählen, um die Menschen anzusprechen, die, wenn sie nicht bereit sind, dazu zu lernen, weiterhin das in der Vergangenheit Geschehene fortsetzten. Für diejenigen, die von Sklavengeschichten an einem Kater leiden, der möglicherweise durch ein erneutes Interesse Hollywoods, auch hervorgerufen durch den mit dem Oscar ausgezeichneten Film 12 Years a Slave, die neue Fernsehserie Underground und den mit Spannung erwarteten Film The Birth of a Nation von Nate Parker, verursacht wurde, erklärte die beteiligte Schauspielerin Anika Noni Rose, die in Roots präsentierte Geschichte stelle eine Gegenerzählung dar, die an alle gerichtet ist, die glauben, die Anfänge der Afroamerikaner hätten mit der Sklaverei begonnen.Erin C.J. Robertson: Actress Anika Noni Rose Talks the Glory of African Civilization & Importance of Countering Revisionist History in ‘Roots’ Remake In: okayafrica.com, 23. Mai 2016.

Stab und Besetzung mini|links|hochkant|LeVar Burton verkörperte in der Originalserie Kunta Kinte und fungierte in der Neuauflage als einer der ausführenden Produzenten Der in Deutschland geborene, Emmy-nominierte Schauspieler und Regisseur LeVar Burton, der in der Originalserie von 1977 als damals 19-jähriger Student in der Hauptrolle Kunta Kinte verkörperte und später vor allem durch seine Rolle als Geordi La Forge in der Serie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert bekannt wurde, fungierte als ausführender Produzent der Neuauflage der Serie. Burton äußerte sich später, er glaube, dass das Jahr 2016 perfekt für das Erscheinen der Serie gewesen sei, weil es eine ganze Generation von Amerikanern gebe, die diese Geschichte nicht kenne.Bethonie Butler: Can the new 'Roots' help us understand America’s current racial divide? In: The Washington Post, 27. Mai 2016.

Auch Mark Wolper, der als ein weiterer ausführender Produzent der Serie fungierte, hat eine persönliche Beziehung zur Serienvorlage. Er ist der Sohn von David L. Wolper, der 1977 bereits die Originalserie produziert hatte. Wolper beschrieb es als schwer, Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspieler, Produzenten und Kameraleute für die Neuauflage der Serie zu finden, weil diese anfänglich zögerten, daran mitzuarbeiten. Viele afroamerikanische Drehbuchschreiber wollten das fast 40 Jahre alte Ausgangsmaterial nicht anrühren, andere Autoren weigerten sich, sich dieses einzuverleiben. mini|hochkant|Forest Whitaker spielt in der Serie den Sklaven Fiddler Letztlich nahmen Lawrence Konner, Alison McDonald und Charles Murray die Arbeit am Drehbuch auf. Die Regie übernahmen mit Phillip Noyce, Mario van Peebles, Thomas Carter und Bruce Beresford ebenfalls verschiedene Personen.