Fleisnitz ist ein Gemeindeteil des Marktes Stammbach im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Fleisnitz hat eine Fläche von 6,196 km². Sie ist in 484 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12802,51 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Altpoppenreuth, Bucheckeinzel, Bucheckmühle, Bugeinzel b.Tennersreuth, Fleisnitzmühle, Hampelshof, Höflein, Lindenhof, Obertennersreuth, Sickenreuth und Tennersreuth.
Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur auf einem Höhenrücken des Frankenwaldes. Die Kreisstraße HO 20 führt die Bundesautobahn 9 unterquerend nach Friedmannsdorf (2 km östlich) bzw. an der Fleisnitzmühle vorbei nach Metzlesdorf (1,8 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraßen führt an Höflein vorbei nach Tennersreuth (2 km südwestlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Altpoppenreuth (0,9 km südlich). Geologisch liegt Fleisnitz im Südwesten des naturräumlichen Gebietes der Münchberger Gneismasse.O. Knopf: Lexikon Frankenwald, Sp. 127.
Geschichte Nach dem Landbuch von Stammbach aus der Zeit um 1535 waren mehrere Familien Ott und eine Familie Mulnner in Fleisnitz ansässig. Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts ist der Einfluss der von Sparneck und der Wallenrode überliefert, unter den Sieglern waren Friedrich von Sparneck, sein Bruder Rüdiger und Hans auf Burg Stein.Peter Braun u. a. (Hg.): Alban Freiherr von Dobeneck - Geschichte des ausgestorbenen Geschlechtes der von Sparneck. Bearbeiteter Nachdruck der Arbeiten von 1905/1906. Norderstedt 2009. S. 124. ISBN 978-3-8370-8717-8. Zwei umfangreiche Belehnungsurkunden König Sigismunds von 1417 und 1437 mit dem Stammgebiet für Rüdiger und 1437 auch für seinen Bruder Friedrich von Sparneck nennen auch Anteile an Fleisnitz.Reinhardt Schmalz: Geschichte der Adelsfamilie von Sparneck. Krumbach 2013. S. 59f.
Zur Realgemeinde Fleisnitz gehörte Altpoppenreuth, Fleisnitzmühle und Hampelshof. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Fleisnitz mit Fleisnitzmühle aus 17 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Vogteiamt Stammbach zu. Grundherren waren das bayreuthische Kastenamt Kulmbach: 2 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Viertelhof mit Mühle; die Hofkanzlei Bayreuth: 1 Hof; das Gotteshaus Stammbach: 1 Sölde, 1 Drittelhof, 1 Viertelhof, 1 Achtelhof, 2 Dreiachtelhöfe; die Rittergüter Ebnath und Schwarzenreuth: 1 Hof, 5 Halbhöfe (Diese Bewohner waren pfalz-neuburgische Landsassen).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 407.
Von 1797 bis 1810 unterstand Fleisnitz dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Fleisnitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Streitau zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Fleisnitz. Zu dieser gehörten Altpoppenreuth, Bucheckeinzel, Bucheckmühle, Bugeinzel b.Tennersreuth, Fleisnitzmühle, Hampelshof, Höflein, Lindenhof, Obertennersreuth und Tennersreuth. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in das Finanzamt Münchberg umgewandelt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen dem Patrimonialgericht Grossenau. Etwas später wurde auf dem Gemeindegebiet Sickenreuth angelegt. Am 1. Oktober 1840 erfolgte die Überweisung der Gemeinde Fleisnitz an das Landgericht Berneck und dem Rentamt Marktschorgast, die bereits 1857 revertiert wurde. Ab 1862 gehörte Fleisnitz zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 499f. Die Gemeinde hatte 1928 eine Gebietsfläche von 6,190 km². 1938 wurde die Gemeinde Fleisnitz nach Stammbach eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 5: Wohnstallhaus Haus Nr. 15: Wohnhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 11: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, Wohnungs- und Stalltür gedrückt korbbogig mit geohrter Rahmung, der Scheitelstein der Wohnungstür bezeichnet „JL 1802“ (=Johann Lochner). Eckquaderung; Giebel zum Teil verschiefert.T. Breuer: Münchberg, S. 11. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 12: Eingeschossiger Wohnstallbau, der Scheitelstein der Wohnungstür bezeichnet „JL 1855“. Haus Nr. 26: Zweigeschossiges Satteldachhaus, der Türsturz am Scheitelstein bezeichnet „1828“. Giebel verschiefert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Fleisnitz Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933Einwohner 188 265 304 318 293 301 312 312 315 291 284 273 236 212 220 212 207 205HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 36 43 46 46 45 44 Quelle
Ort Fleisnitz Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 80 117 139 148 137 97 69 98 63 61 60Häuser 14 21 20 19 15 16 15Quelle
Religion Fleisnitz ist bis heute nach St. Maria (Stammbach) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Stammbach) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1938 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof