Gundlitz ist ein Gemeindeteil des Marktes Stammbach im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Gundlitz hat eine Fläche von 4,304 km². Sie ist in 452 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9521,96 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Herrnschrot, Hohenbuchen und Winklas. Einöde Schrot zählt zum Gemeindeteil Gundlitz.

Geografie Das Dorf liegt auf einer Hochebene des Frankenwaldes, im Osten Lerchenbühl () genannt, im Süden Löfflesberg (). Die Kreisstraße HO 22/KU 1 führt nach Cottenau (2,3 km westlich) bzw. nach Stammbach (2,4 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen über den Hanauerhof nach Steinbach zur Kreisstraße KU 27 (2,2 km nördlich) und nach Ziegenburg. Eine Anliegerstraße führt nach Herrnschrot (0,8 km südwestlich).

In der Ortsmitte befinden sich ein Dorfteich, das Feuerwehrhaus, ein Denkmal zur Flurbereinigung und ein Kriegsgefallenendenkmal. Die katholische Kapelle diente bisher für katholische und evangelische Gottesdienste. Die Kellergasse ist Etappenziel des Qualitätswanderweges Fränkisches Steinreich. Außerdem wird der Ort wird von dem nach Hans Seiffert benannten Hans-Seiffert-Weg durchquert, einen vom (früheren) Dreiländerdreieck bei Prex bis Burgkunstadt verlaufenden Wanderweg des Frankenwaldvereins.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 191f.

Geschichte Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gundlitz aus 29 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bambergischen Centamt Marktschorgast zu. Das Vogteiamt Marktschorgast hatte die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren die Gemeinde Gundlitz: 1 Schmiede, 4 Tropfhäuslein; die Gemeinde Marktschorgast: 2 Höfe, 2 Söldengüter; das bambergische Kastenamt Stadtsteinach: 4 Tropfhäuslein; die bambergische Amtsverwaltung Ziegenburg: 1 Hof, 3 Halbhöfe, 1 Gütlein, 1 Tropfhaus; das bambergische Spitalamt Kupferberg: 1 Viertelhof; das Rittergut Guttenberg-Steinenhausen: 2 Halbhöfe, 5 Güter, 1 Tropfhaus, 1 Ziegelhütte.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 412.

1802 kam Gundlitz durch Reichsdeputationshauptschluss an das Herzogtum Bayern, zwischenzeitlich 1804 an Preußen, 1806 an Frankreich, 1810 an das Königreich Bayern. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Gundlitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Marienweiher und der entstandenen Ruralgemeinde Marienweiher zugewiesen. 1837 kam es zur Bildung der Ruralgemeinde Gundlitz mit den Orten Herrnschrot, Hohenbuchen und Winklas. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Ab 1862 gehörte Gundlitz zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 488. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,286 km². Am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde an den Landkreis Hof. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Gundlitz am 1. Januar 1978 nach Stammbach eingemeindet.

Baudenkmäler mini|Kleinhaus aus dem 17./18. Jahrhundert Haus Nr. 15: Kleinhaus mit Satteldach und Fachwerk.

Ehemalige Baudenkmäler katholische Kapelle, 1957 errichtetT. Breuer: Münchberg, S. 17. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 26: Eingeschossiges, verputztes Kleinhaus, der Scheitelstein der Haustür mit Schmiedewerkzeugen und der Bezeichnung „1840“ reliefiert. Haus Nr. 29: Eingeschossiger, verputzter Wohnstallbau mit Satteldach, der Scheitelstein der Wohnungstür bezeichnet „LL JW 1841“. Haus Nr. 35: Wohnstallbau mit Frackdach, der Scheitelstein der Wohnungstür bezeichnet „WH 1833“, das Obergeschoss des Stallteiles Fachwerk, Giebel verschalt. Haus Nr. 36: Eingeschossiger, verputzter Wohnstallbau mit Satteldach und Ecklisenen. Die Rahmungen der gedrückt rundbogigen Türen profiliert, der Scheitelstein der Stalltür bezeichnet „1837“. Neueres Zwerchhaus. Haus Nr. 38: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, der Scheitelstein der Wohnungstür bezeichnet „JES“, derjenige der Stalltür bezeichnet „1838“.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Gundlitz Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 433 461 455 464 466 460 449 485 478 449 424 400 344 375 321 315 297 282 363 350 360 318 270HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 58 66 64 64 60 63 66 Quelle

Ort Gundlitz Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 172 298 320 344 333 388 327 270 294 269 228 187 178Häuser 34 42 53 50 48 51 54 59 Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken., Bd. 2, Sp. 438.

Religion Gundlitz ist bis heute nach St. Jakobus der Ältere (Marktschorgast) gepfarrt. Seit der Reformation ist der Ort gemischt konfessionell. Die Protestanten sind seitdem nach St. Maria (Stammbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Stammbach) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1837 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof