mini|Gebäude des Landgerichts und danach des Amtsgerichts Kronach (2012) Das Landgericht Kronach war ein von 1804 bis 1879 bestehendes bayerisches Landgericht älterer Ordnung mit Sitz in Kronach im heutigen Landkreis Kronach. Die Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden.

Geschichte Im Jahr 1804 wurde im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns das Landgericht Kronach errichtet. Dieses wurde nach der Gründung des Königreichs Bayern dem Mainkreis zugeschlagen, ab 1817 zum Obermainkreis und ab 1838 zu Oberfranken.

Das Landgericht Kronach wurde überwiegend aus Gebieten gebildet, die vor dem Reichsdeputationshauptschluss Teile des Hochstiftes Bamberg waren (das Vogteiamt Seibelsdorf war bayreuthisch gewesen). Dies waren: vom Amt Kronach: Kronach mit Rosenberg, Bernsroth, Breitenlohe, Detschramühle, Dobersgrund, Dörfles, Eibenberg, Friedrichsburg, Friesen mit dem äußeren Viertel, Gänsmühle, Gundelsdorf mit Rottelsbach, Haig, Hainnermühle, Haslach, Hesselbach, Höfles, Hummenberg, Kleine und Wachtersmühlen, Klosberg mit den Höfen Knellenrod und Bierberg, Kathragrub und Krugsberg, Kreuzberg, Lahm, Mostrach, Neufang mit Berglesdorf, Neuses, Nurn, Oberlangenstadt, Poppenhof, Reitsch, Rußmühle, Rotschreuth, Seelach, Steinberg, Steinwiesen, Stockheim, Traab, Unterlangenstadt, Unterrodach, Weißenbrunn, Wolfersdorf, Zeyern und Zollhaus; vom Amt Fürth am Berg: Fürth am Berg und Beickheim; vom Amt Wallenfels: Wallenfels, Dörnach, Forstloh, Geuser, Hammer unter Wallenfels, Lorchenmühle, Neuengrün, Neuenmühle ob Wallenfels, Oberwellesmühle, Schindelthal, Schlegelshayd, Schnayd, Unterwellesmühle, Wellesberg und Wolfersgrün; vom Amt Langheim: Kathragrub und Unterlangenstadt; vom Amt Weismain: Eichenbühl und Traab; vom Amt Burgkunstadt: Oberlangenstadt, Schmölz, Unterlangenstadt, Unterroßbach und Weißenbrunn; vom Amt Stadtsteinach: Vogtendorf an der Rodach; von der Rentatur Seubelsdorf: Hummendorf, die Mühle Kleinwichtach, Oberrodach, Unterrodach mit der Wichen- und Angermühle und Vichtag.Johann Georg Prändel: Erdbeschreibung der gesammten pfalzbairischen Besitzungen: mit steter Hinsicht auf Topographie, Geschichte, physische Beschaffenheit, Land- und Staatswirthschaft. Die pfalzbairische Provinz in Schwaben, die beiden Fürstenthümer Bamberg und Würzburg, und das Herzogthum Berg enthaltend, 1806, S. 209 ff., DigitalisatMehrfachnennungen der Orte dort wo verschiedene Ämter Rechte hatten.Regierungsblatt für die Churpfalzbaierischen Fürstenthümer in Franken, Band 2, 1804, S. 274 ff., Digitalisat

Struktur Steuerdistrikte Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Landgericht in 17 Steuerdistrikte untergliedert, die dem Rentamt Kronach unterstanden:

Gemeinden Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden 45 Ruralgemeinden gebildet:

Weitere Entwicklung 1837 kamen vom Landgericht Teuschnitz folgende Gemeinden hinzu: Eila; Gifting mit Felsmühle, Kugelmühle und Sattelmühle; Grössau; Neukenroth mit Hagermühle, Rittersmühle und Schirmersmühle; Posseck.

1838 kamen vom aufgelösten Patrimonialgericht Hesselbach folgende Gemeinden hinzu: Hesselbach mit Geschwend, Grümpel und Neuenbach.

1849 kamen vom aufgelösten Herrschaftsgericht Mitwitz folgende Gemeinden hinzu: Burggrub mit Mostholz; Haig mit Neumühle; Kaltenbrunn mit Bächlein, Bätzenwustung, Froschgrün, Krötendorfswustung, Neubau und Schaumbergswustung; Mitwitz mit Burgstall, Rotschreuth und Wolfsberg; Neundorf; Schwärzdorf mit Angerwustung, Bätzenwustung, Bohlswustung, Dickenwustung, Hüttenwustung und Reuterwustung.

1856 entstand die Gemeinde Burgstall mit Rotschreuth und Wolfsberg.

1856 wurde Steinhausmühle von Birnbaum an Steinberg abgegeben.

Persönlichkeiten Joh. Friedrich Stöcker, Landrichter ab 1804 Carl Maria Gut, Rentbeamter ab 1804

Literatur

Fußnoten

Kronach Kategorie:Organisation (Kronach) Kategorie:Geschichte (Landkreis Kronach) Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1804 Kategorie:Aufgelöst 1879