Kurt Moll (* 11. April 1938 in Buir bei Kerpen; † 5. März 2017Opernsänger Kurt Moll gestorben. orf.at, abgerufen am 6. März 2017. in Köln)ndr.de war ein deutscher Opernsänger (Bass) und wirkte unter anderem als Mitglied der Hamburgischen, Bayerischen und Wiener Staatsoper.
Leben Kurt Moll wurde in Buir im Rheinland geboren. Er lernte in seiner Jugend Gitarre und Cello und war Solist im Schulchor. Dann studierte er von 1958 bis 1961 an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln und privat bei Emmy Müller in Krefeld. Mit 20 begann er seine berufliche Laufbahn an der Kölner Oper und wurde kurz darauf nach Aachen eingeladen. Darauf folgte das Mainzer Staatstheater und ein Vertrag als erster Bassist in Wuppertal.
Bei den Bayreuther Festspielen debütierte er 1967 in der Rolle des 2. Gralsritters in Parsifal. In den folgenden Jahren bis 1976 sang er dort weitere Rollen, wie den König Marke in Tristan und Isolde oder den Veit Pogner in Die Meistersinger von Nürnberg. Seinen internationalen Durchbruch hatte er 1970 bei den Salzburger Festspielen als Sarastro (Die Zauberflöte).
An der Bayerischen Staatsoper konnte Moll 1971 als Einspringer in der Rolle des Veit Pogner in Die Meistersinger von Nürnberg debütieren und trat von da an als Mitglied der Staatsoper an diesem Haus 35 Jahre lang in zahlreichen Rollen, vor allem im Wagner- und Mozartfach auf. 1972 hatte er sein Debüt an der Mailänder Scala als Osmin (Die Entführung aus dem Serail), 1974 sein USA-Debüt in San Francisco als Gurnemanz (Parsifal). An der Metropolitan Opera in New York trat er erstmals in der Saison 1979 auf und sang unter anderem den Rocco (Fidelio) und den Sparafucile (Rigoletto). Auch nach Hamburg (als Mitglied der Hamburgischen Staatsoper) und Wien (als Mitglied der Staatsoper) führte ihn seine Karriere. „Begehrt war Molls dunkel gefärbter, weich intonierter Bass, die Textverständlichkeit seines Singens, die Kunst des Legatogesangs und die kluge Klangdramaturgie von Stimme und Vortrag.“Wolfgang Schreiber: Majestät der Tiefe. Sarastro, König Marke und am Schluss der triumphale Nachtwächter – der große Opernbass und Charakterdarsteller Kurt Moll ist gestorben. In: Süddeutsche Zeitung. 8. März 2017, S. 10. mini|Grab auf dem Friedhof Melaten In den 1990er-Jahren übernahm er eine Gesangsprofessur an der Kölner Musikhochschule.
Am 31. Juli 2006 verabschiedete sich Kurt Moll in der Rolle des Nachtwächters in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg bei den Münchner Opernfestspielen von der Opernbühne.Siehe dazu das Opernmagazin der Bayerischen Staatsoper Takt, Sonderausgabe 2006, S. 18. Zuvor hatte er bekannt gegeben, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen von der Opernbühne zurückziehen müsse.
Kurt Moll war katholisch, mit Ursula Moll, geborene Pade, verheiratet und hatte drei Kinder (Christine Moll, Thomas Moll und Susanne Lippke, geborene Moll).Kurt Moll – Ein Mann, ein Bass. (Filmporträt). Moll wurde auf dem Kölner Zentralfriedhof Melaten in Flur 3 (N) beigesetzt.
Ehrungen Moll war Bayerischer, Hamburger und Österreichischer Kammersänger und Träger des Bayerischen Verdienstordens. 2002 erhielt er den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.
Repertoire Im Zentrum von Kurt Molls Repertoire standen die großen Basspartien von Mozart, Wagner und Strauss, doch sang er auch Basspartien von Carl Maria von Weber wie den Eremiten in Der Freischütz oder den Inquisitor in Sergei Prokofjews Oper Der feurige Engel, op. 37.
Partien wie Osmin, Sarastro, Falstaff oder Gurnemanz hat Kurt Moll auch in Platten-Produktionen unter u. a. Georg Solti, James Levine, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch und Karl Böhm gesungen.
Kurt Moll war auch Liedersänger. Er nahm 1983 den Liederzyklus Winterreise von Franz Schubert mit Cord Garben als Begleiter am Klavier auf. Darüber hinaus nahm er mit demselben Klavierbegleiter 1996 auch 2 CDs mit Balladen von Carl Loewe im Rahmen einer Gesamtaufnahme aller Loewe-Lieder auf.
Aufnahmen (Auswahl) Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion, Dirigent: Wolfgang Gönnenwein, Consortium Musicum, 1978 Johann Sebastian Bach: Kantaten Himmelfahrt-Pfingsten-Trinitatis, Dirigent: Karl Richter, Münchener Bach-Orchester, 1976 Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125, Dirigent: Leonard Bernstein, Wiener Philharmoniker, 1980 Ludwig van Beethoven: Missa solemnis D-Dur op. 123, Dirigent: Leonard Bernstein, Concertgebouw-Orchester, 1979 Ludwig van Beethoven: Missa solemnis D-Dur op. 123, Dirigent: James Levine, Berliner Philharmoniker, 1992 Ludwig van Beethoven: Messe in C-Dur op. 86, Dirigent: Colin Davis, London Symphony Orchestra, 1977 Joseph Haydn: Die Schöpfung, Dirigent: Leonard Bernstein, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1987 (auch DVD) Claudio Monteverdi: L'Incoronazione di Poppea, (Seneca), Dirigent: Ivor Bolton, Bayerisches Staatsorchester, 1997 Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni (Komtur), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1973 Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni (Komtur), Dirigent: Georg Solti, London Philharmonic Orchestra, 1979 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Osmin), Dirigent: Karl Böhm, Staatskapelle Dresden, 1973 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Osmin), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Orchester der Mailänder Scala, 1993 Wolfgang Amadeus Mozart: Le Nozze di Figaro (Bartolo), Dirigent: Georg Solti, London Philharmonic Orchestra, 1982 Wolfgang Amadeus Mozart: Le Nozze di Figaro (Bartolo), Dirigent: Nikolaus Harnoncourt, Royal Concertgebouw Orchestra, 1994 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (Sarastro), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1972 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (Sarastro), Dirigent: Alain Lombard, Philharmonisches Orchester Straßburg, 1978 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (Sarastro), Dirigent: Colin Davis, Staatskapelle Dresden, 1984 Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte (Sarastro), Dirigent: Georg Solti, Wiener Philharmoniker, 1991 Wolfgang Amadeus Mozart: Große Messe in c-moll, Dirigent: James Levine, Wiener Philharmoniker, 1987 Wolfgang Amadeus Mozart: Messe solennelle K. 139, Dirigent: Claudio Abbado, Wiener Philharmoniker, 1978 Sergei Prokofjew: Der feurige Engel (Inquisitor), Dirigent: Neeme Järvi, Göteborger Symphoniker, 1990 Franz Schubert: Winterreise, mit Cord Garben (Klavier), 1970 Louis Spohr: Jessonda (Dandau), Dirigent: Gerd Albrecht, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, 1991 Richard Strauss: Daphne (Peneios), Dirigent: Bernard Haitink, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1983 Richard Strauss: Elektra (Pfleger des Orest), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1969 Richard Strauss: Friedenstag (Der Holsteiner), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1999 Richard Strauss: Intermezzo (Der Hofmeister), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1980 Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Ochs von Lerchenau), Dirigent: Herbert von Karajan, Wiener Philharmoniker, 1984 Richard Strauss: Der Rosenkavalier (Ochs von Lerchenau), Dirigent: Carlos Kleiber, Wiener Philharmoniker, 1994 (DVD) Richard Strauss: Salome (Erster Soldat), Dirigent: Karl Böhm, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, 1970 Richard Wagner: Die Feen (Der Feenkönig), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1970 Richard Wagner: Der fliegende Holländer (Daland), Dirigent: Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker, 1984 Richard Wagner: Tannhäuser (Landgraf Hermann), Dirigent: Bernard Haitink, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1985 Richard Wagner: Lohengrin (König Heinrich), Dirigent: Claudio Abbado, Wiener Philharmoniker, 1995 Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Veit Pogner), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1994 Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Veit Pogner), Dirigent: Sir Georg Solti, Wiener Philharmoniker, 1976 Richard Wagner: Parsifal (Gurnemanz), Dirigent: Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker, 1980 Richard Wagner: Parsifal (Gurnemanz), Dirigent: Rafael Kubelik, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1980 Richard Wagner: Parsifal (Gurnemanz), Dirigent: James Levine, Orchester der Metropolitan Opera, 1990 (DVD) Richard Wagner: Parsifal (Gurnemanz), Dirigent: James Levine, Orchester der Metropolitan Opera, 1991 Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen Das Rheingold (Fasolt), Dirigent: James Levine, Orchester der Metropolitan Opera, 1988 Das Rheingold (Fafner), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1989 Die Walküre (Hunding), Dirigent: Marek Janowski, Staatskapelle Dresden, 1981 Die Walküre (Hunding), Dirigent: James Levine, Orchester der Metropolitan Opera, 1988 (auch DVD) Die Walküre (Hunding), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1989 Siegfried (Fafner), Dirigent: James Levine, Orchester der Metropolitan Opera, 1991 Siegfried (Fafner), Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Bayerisches Staatsorchester, 1989 Richard Wagner: Tristan und Isolde (König Marke), Dirigent: Carlos Kleiber, Staatskapelle Dresden, 1986 Richard Wagner: Tristan und Isolde (König Marke), Dirigent: Zubin Mehta, Bayerisches Staatsorchester, 1999 (DVD) Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Eremit), Dirigent: Rafael Kubelik, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, 1984 Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Eremit), Dirigent: Colin Davis, Staatskapelle Dresden, 1991 Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Eremit), Dirigent: Nikolaus Harnoncourt, Berliner Philharmoniker, 1995
Schüler (Auswahl) Georg Heckel, Jochen Schmeckenbecher, Kay Stiefermann, Daniel Lewis Williams, Judith Williams, Martin Wistinghausen, Loretta Wollenberg.
Filmografie Kurt Moll – Ein Mann, ein Bass. Porträt, Deutschland 2000, 60 Min., Buch und Regie: Eckhart Schmidt, Produktion: Raphaela Film GmbH mit Preview Release GmbH in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk
Literatur Moll, Kurt. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 854. Robert Hanzlik: Kurt Moll. Biografie. Mit einem Geleitwort von Plácido Domingo, Litteris et Artibus, Wien 2022. 425 S. Alexander Werner: Säen und sehen, wie es wächst: Interview mit Kurt Moll. Interview vom 21. Juni 2005 im Hotel an der Oper, München in: Standpunkte, Juni 2007, S. 46–47 (pdf, 459 kB) Kai Luehrs-Kaiser: Ein Bass wie der von Gottvater: Kurt Moll wird 70. In: Die Welt, 11. April 2008 Wilhelm Sinkovicz: Akustischer Nachruf auf Kurt Moll - mit Musikbeispielen In: Die Presse, 7. März 2017
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Einzelnachweise und Anmerkungen
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