mini|hochkant=1.25|1987er Ferrari F1/87 Turbo, mit dem Gerhard Berger zwei GP gewann Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1987 war die 38. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 12. April 1987 bis zum 15. November 1987 ausgetragen. Nelson Piquet gewann mit Williams-Honda zum dritten Mal die Fahrerweltmeisterschaft. Williams wurde auch zum vierten Mal Konstrukteursweltmeister und erzielte mit Vizeweltmeister Nigel Mansell einen Doppelsieg in der Fahrerweltmeisterschaft.

Änderungen 1987 Reglement Nachdem 1986 ausschließlich Turbomotoren zugelassen gewesen waren, überraschte die FIA am 3. Oktober 1986 die Konstrukteure mit einer kurzfristigen Regeländerung: Beginnend mit der Saison 1987 ließ sie in der Formel 1 neben den Turbos wieder Saugmotoren zu, deren Hubraumgrenze auf 3,5 Liter angehoben wurde.Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9, S. 369. Mit dieser Regeländerung beabsichtigte die FIA eine Kostensenkung und hoffte, die Formel 1 für neue Teams wirtschaftlich attraktiv zu machen. Als weiteren Anreiz schrieb die FIA mit der Colin-Chapman-Trophy und der Jim-Clark-Trophy eigene Wertungen für die Saugmotorteams und -Fahrer aus.

Um den Wettbewerb weiter anzufeuern, wurde für Turbomotoren zudem eine Beschränkung des Ladedrucks auf 4 bar eingeführt, die mit Hilfe markanter „Pop off“-Ventile durchgesetzt werden sollte. Zudem blieb für Fahrzeuge mit Turbomotoren die Benzinmenge auf 195 l begrenzt, wohingegen die Menge für Fahrzeuge mit Saugmotoren unbeschränkt blieb. Zudem wurde das Mindestgewicht der Fahrzeuge auf 500 kg angehoben.

Rennstrecken 1987 fand kein Großer Preis von Kanada statt, da der örtliche Veranstalter in Streitigkeiten mit den Sponsoren verwickelt war. Das Jahr wurde dafür für Umbaumaßnahmen am Circuit Gilles-Villeneuve genutzt. Stattdessen kehrte der Große Preis von Japan nach zehnjähriger Abwesenheit in den Rennkalender zurück und wurde erstmals auf dem Suzuka International Racing Course ausgetragen.

Daneben wechselte der Große Preis von Großbritannien letztmals von Brands Hatch auf den Silverstone Circuit, wo dieses Rennen seither stattfindet. Außerdem wurde der Große Preis von Spanien aus dem Herbst ins Frühjahr verlegt, ebenso der Große Preis von Belgien vor den Großen Preis von Monaco.

Teams Mit der Aussicht auf den Einsatz kostengünstiger Saugmotoren betraten die neuen Teams March, Larrousse und Coloni die Bühne der Formel 1. Hingegen trat Team Haas 1987 nicht erneut an. Zudem scheiterte der Versuch des Teams Middlebridge-Trussardi, mit einem alten Benetton-Chassis während der Saison in den Rennbetrieb einzusteigen.

Motoren Der einzige Motorenhersteller, der kurzfristig auf die Regeländerung reagieren konnte, war Cosworth. Aus dem 1966 konstruierten DFV-Achtzylinder wurde innerhalb von drei Monaten eine 3,5-Liter-Variante entwickelt, die die Bezeichnung DFZ erhielt. Er war der einzige Saugmotor, der in dieser Saison eingesetzt wurde. Tyrrell und AGS verwendeten diesen Motor, ebenso die neuen Wettbewerber March, Larrousse und Coloni, sodass insgesamt fünf Teams für die Colin Chapman Trophy antraten.

BMW und Renault beendeten nach der Saison 1986 die Lieferung von Kundenmotoren, sodass mehrere Teams gezwungen waren, sich nach neuen Motorenpartnern umzusehen. Ausgenommen davon war lediglich Brabham, der bisherige Werkspartner von BMW, der allerdings eine um 75° auf die Seite gekippte Bauform des M12-Motors verwenden musste, die im Vorjahr exklusiv für den Aufsehen erregenden, technisch aber enttäuschenden BT55 angefertigt worden war. Der Restbestand an M12-Motoren wurde dagegen von Jackie Olivers Unternehmen Megatron erworben und zunächst ausschließlich an Olivers Rennstall Arrows vergeben. Benetton, ein weiterer BMW-Kunde, wurde dagegen Werkspartner von Ford und setzte exklusiv den GBA-Turbomotor ein, der im Vorjahr dem Haas-Team vorbehalten gewesen war.

Von den ehemaligen Renault-Kunden kehrte Tyrrell wie erwähnt zu Cosworth-Saugmotoren zurück. Lotus hatte wiederum nunmehr Zugriff auf Honda-Motoren. Für die Équipe Ligier entwickelte sich die Suche eines Motorpartners dagegen zum Martyrium: Eine Zusage von Alfa Romeo, das Team mit dem neu konstruierten 415T-Turbomotor zu beliefern, wurde knapp zwei Wochen vor Saisonbeginn nach enttäuschenden Testfahrten überraschend zurückgezogen. Erst mit politischer Hilfe aus dem französischen Sportministerium konnte Ligier schließlich ebenfalls Megatron-Motoren erwerben, das erste Saisonrennen musste das Team jedoch aussetzen.

Reifen Der italienische Reifenhersteller Pirelli zog sich nach der Saison 1986 aus der Formel 1 zurück. Entsprechend wurden nun sämtliche Teams von Goodyear ausgerüstet.

Technische Innovation Lotus brachte im 99T erstmals eine aktive Radaufhängung zum Einsatz, in der computergesteuert das Fahrverhalten ausgewertet und die Federung hydraulisch an die entsprechende Situation angepasst werden sollte. Entsprechende Systeme waren teuer und aufwändig und blieben daher in den nächsten Jahren nur finanzstärkeren Teams vorbehalten, waren aber spätestens Anfang der 1990er Jahre entscheidend für den Erfolg, bis sie zur Saison 1994 neben weiteren Fahrhilfen gänzlich verboten wurden.

Fahrer McLaren holte für Keke Rosberg, der mit Ablauf der Saison 1986 seine Formel-1-Karriere beendet hatte, den Schweden Stefan Johansson von Ferrari ins Team. Ferrari verpflichtete dafür den österreichischen Shootingstar Gerhard Berger von Benetton, der im Vorjahr in seiner erst zweiten vollständigen Saison bereits ein Rennen für den damals neuen Rennstall gewinnen konnte. Bergers Platz bei Benetton wurde von Thierry Boutsen eingenommen, der von Arrows kam, wo er und Berger 1985 Teamkollegen gewesen waren.

Lotus reagierte mit seiner Fahrerwahl wiederum auf die Wünsche von Unterstützern des Teams und brachte dem Willen des Motorenlieferanten Honda entsprechend den japanischen Debütanten Satoru Nakajima ins Cockpit, nachdem neben dem Nr.-1-Fahrer Ayrton Senna in der Vorsaison bereits Johnny Dumfries auf Wunsch des Hauptsponsors angetreten war. Ferner wechselte Ivan Capelli, der im Vorjahr die beiden einzigen Rennen des damals neuen AGS-Teams gefahren war, zu March, wo er bis 1991 bleiben sollte.

Der umstrittene, aber erfahrene Andrea de Cesaris wechselte von Minardi zu Brabham. Der vormalige Brabham-Fahrer Derek Warwick wechselte dafür zu Arrows, ebenso wie Eddie Cheever, der im Vorjahr keinen Stammplatz erhalten hatte und lediglich einen Einsatz für Team Haas gefahren war. Christian Danner, der andere Arrows-Fahrer 1986 neben Boutsen, wechselte dafür zum deutschen Zakspeed-Team, das sich ebenso wie Arrows komplett neu aufstellte. Neben Danner kam Martin Brundle zum Team, das dafür im Tausch Jonathan Palmer an Tyrrell abgab und wiederum den Niederländer Huub Rothengatter entließ.

Mit dem Ausstieg von Team Haas endeten auch die Formel-1-Karrieren von Alan Jones und Patrick Tambay.

Während der Saison blieben die Besetzungen der Teams größtenteils stabil. Eine prominente Ausnahme war Williams, das seinen für 1988 verpflichteten Fahrer Riccardo Patrese bereits im letzten Saisonrennen als Ersatz für den verletzten Stammfahrer Nigel Mansell einsetzte. Anstelle von Patrese kam dadurch bei Brabham Stefano Modena zu seinem Formel-1-Debüt. Zwei Rennen vor Saisonende ersetzt wurde AGS-Fahrer Pascal Fabre, dessen Platz mit Roberto Moreno ein weiterer Debütant einnahm. Daneben setzte der italienische Rennstall Osella sein zweites Fahrzeug nur unregelmäßig ein, sodass hier mit Gabriele Tarquini und Franco Forini ebenfalls verschiedene Fahrer zum Einsatz kamen.

Teams und Fahrer Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer zentriert|100x100px|McLaren MP4/3 McLaren MP4/3 TAG 1.5 V6t 1 1–16 n/a 2 1–16 100px|zentriert|Tyrrell 016 Tyrrell DG016 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 3 1–16 n/a 4 1–16 100px|zentriert|Williams FW11B Williams FW11B Honda 1.5 V6t 5 1–15 16 6 1–16 100px|zentriert|Brabham BT56 (vorne) Brabham BT56 BMW 1.5 L4t 7 1–15 n/a 16 8 1–16 100px|zentriert|Zakspeed 871 Zakspeed 861Zakspeed 871 Zakspeed 1.5 L4t 9 1–16 n/a 10 1–16 100px|zentriert|Lotus 99T Lotus 99T Honda 1.5 V6t 11 1–16 n/a 12 1–16 AGS JH22 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 14 1–14 n/a 15, 16 March 87PMarch 871 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 16 1–16 100px|zentriert|Arrows A10 Arrows A10 Megatron 1.5 L4t 17 1–16 n/a 18 1–16 Benetton B187 Ford TEC 1.5 V6t 19 1–16 20 1–16 100px|zentriert|Osella FA1G Osella FA1GOsella FA1I Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 21 1–16 n/a 22 2 11–13 Minardi M187 Motori Moderni 1.5 V6t 23 1–16 24 1–16 100px|zentriert|Ligier JS29 Ligier JS29Ligier JS29BLigier JS29C Megatron 1.5 L4t 25 2–16 n/a 26 2–16 100px|zentriert|Ferrari F1/87 Ferrari F1/87 Ferrari 1.5 V6t 27 1–16 n/a 28 1–16 Lola LC87 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 29 14–16 n/a 30 2–16 Coloni FC187 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 32 11, 13 n/a

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 12. April Brasilien(Jacarepaguá) 306,891 (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) -TAG-Porsche 2 3. Mai (Imola) 297,360 (Williams-Honda) (Lotus-Honda) (Ferrari) (Lotus-Honda) (Benetton-Ford) (Williams-Honda) -Honda 3 17. Mai (Spa-Francorchamps) 298,420 (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) (Brabham-BMW) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) -TAG-Porsche 4 31. Mai (Monte Carlo) 259,584 (Lotus-Honda) (Williams-Honda) (Ferrari) (Williams-Honda) (Lotus-Honda) 5 21. Juni (Detroit) 253,449 (Lotus-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Lotus-Honda) (Lotus-Honda) 6 5. Juli (Le Castellet) 305,040 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Williams-Honda) -Honda 7 12. Juli (Silverstone) 310,570 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Lotus-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 8 26. Juli (Hockenheim) 299,068 (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 9 9. August (Mogyoród) 305,064 (Williams-Honda) (Lotus-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 10 16. August (Spielberg) 308,984 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Benetton-Ford) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 11 6. September (Monza) 290,000 (Williams-Honda) (Lotus-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Lotus-Honda) 12 20. September (Estoril) 304,500 (McLaren-TAG-Porsche) (Ferrari) (Williams-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 13 27. September (Jerez de la Frontera) 303,696 (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Ferrari) 14 18. Oktober (Mexiko-Stadt) 278,523 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Brabham-BMW) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 15 1. November (Suzuka) 298,809 (Ferrari) (Lotus-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Ferrari) (McLaren-TAG-Porsche) 16 15. November (Adelaide) 309,960 (Ferrari) (Ferrari) (Benetton-Ford) (Ferrari) (Ferrari)

Rennberichte Großer Preis von Brasilien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:39:45,141 2 + 40,547 3 + 56,758 PP 1:26,128 SR 1:33,861

Der Große Preis von Brasilien auf dem Autódromo Internacional Nelson Piquet in Jacarepaguá, einem Vorort von Rio de Janeiro in Brasilien fand am 12. April 1987 statt und ging über 61 Runden (306,891 km).

Großer Preis von San Marino

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:31:24,076 2 + 27,545 3 + 39,144 PP 1:25,826 SR 1:29,246

Der Große Preis von San Marino in Imola fand am 3. Mai 1987 statt und ging über 59 Runden (297,36 km).

Großer Preis von Belgien

Platz Fahrer Team Zeit 1 1:27:03,217 2 + 24,764 3 nicht im Ziel PP 1:52,026 SR 1:57,153 Der Große Preis von Belgien in Spa-Francorchamps fand am 17. Mai 1987 statt und ging über eine Distanz von 43 Runden (298,42 km).

De Cesaris blieb in der letzten Runde wegen Treibstoffmangels liegen, konnte aber den dritten Platz halten.

Großer Preis von Monaco