Mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie werden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals – SDG) der Vereinten Nationen, die sogenannte „Agenda 2030“, in eine nationale Strategie überführt.

Eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie wird in Deutschland seit 2002 erstellt und seit 2004 in einem vierjährigen Zyklus fortgeschrieben. Die Nachhaltigkeitsstrategie 2016 ist eine grundlegende Überarbeitung vor dem Hintergrund der von 193 UN-Mitgliedstaaten im September 2015 verabschiedeten Agenda 2030. Parallel zur Überarbeitung wurde der Name in Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie geändert.

Im Mai 2016 wurde zunächst ein Entwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. Am 11. Januar 2017 wurde die Strategie von der Bundesregierung verabschiedet.

Am 19. Juli 2016 haben Rita Schwarzelühr-Sutter (BMUB) und Thomas Silberhorn (BMZ) stellvertretend für die Bundesregierung zusammen mit 21 weiteren Regierungen vor dem Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) (engl.: High-level Political Forum on Sustainable Development) der Vereinten Nationen zur nationalen Umsetzung der SDGs berichtet.

Im November 2018 beschloss das Bundeskabinett eine Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Bekenntnisse der Bundesregierung Deutschland beteiligt sich an der „High-Level Support Group“, deren Mitglieder sich verpflichtet haben, beispielhaft zu einer raschen und ambitionierten Umsetzung der Agenda 2030 beizutragen, bekennt sich zu einer ehrgeizigen und ambitionierten Umsetzung und sieht sich gut aufgestellt, so dass eine ambitionierte Umsetzung der SDGs gelingen kann. Auch auf europäischer Ebene will sich die Bundesregierung für eine ambitionierte Umsetzung und für eine neue EU-Nachhaltigkeitsstrategie einsetzen.

Sie erkennt die planetaren Grenzen an, und bekennt sich dazu, dass der deutsche Wohlstand keine negativen Auswirkungen auf die ärmsten Ländern haben darf.

Sie ist der Überzeugung, dass eine nachhaltige Entwicklung sich nicht primär durch technischen Fortschritt erreichen lässt und erwartet, dass für die notwendigen Transformationsprozesse ein kultureller Wandel sowie große Investitionen nötig sind, mit denen neue Wege zu Wertschöpfung erschlossen werden können.

Die gesellschaftlichen Akteure sollen in Zukunft stärker bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden werden. Zum einen soll dazu ein Forum die Vorbereitung der Sitzungen des Staatssekretärsausschusses unterstützen. Zum anderen will die Bundesregierung die Umsetzungs-Begleitung durch die Wissenschaft über eine Plattform bündeln. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie wurde im Jahr 2018 aktualisiert.Bundesregierung beschließt Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, 2030agenda.de, Informationsportal zur 2030-Agenda und den SDGs

Institutionen Die drei wichtigsten Gremien, mit denen die Nachhaltigkeits-Ziele vorangebracht werden sollen, sind: der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung der Rat für Nachhaltige Entwicklung Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung fungiert dabei als zentrales Steuerungsorgan. Er wird geleitet von der Staatsministerin beim Bundeskanzler, Sarah Ryglewski.

Seit 2009 besteht eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsprüfung bei Gesetz- und Verordnungsentwürfen, die in der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) verankert ist.

Programme Bis 2050 wollte Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent mindern. Die Bundesregierung will dazu im Jahre 2016 einen Klimaschutzplan 2050 beschließen. Dieses Ziel ist mit der Novellierung des Bundes-Klimaschutzgesetzes im Frühjahr 2021 verschärft worden. Vorgesehen ist nun Klimaneutralität bis 2045.

2015 wurde die Entwicklung einer Zukunftsstrategie ökologischer Landbau initiiert. Ziel ist es, in absehbarer Zeit einen Flächenanteil von 20 Prozent zu erreichen. Anfang 2017 soll die Zukunftsstrategie vorliegen und mit der Umsetzung begonnen werden.

„Zur Umsetzung der EU-Verpflichtungen sind nationale Luftreinhalteprogramme zu erarbeiten“.

Bereits erarbeitet wurden im Jahr 2010 das Energiekonzept der Bundesregierung, im Jahr 2014 die Forschungsagenda Green Economy und die Nationale Politikstrategie Bioökonomie sowie im Jahre 2016 die Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess II).

Zusammen mit Wirtschaft- und Naturschutzverbänden wurde im Jahr 2013 eine Verbändeplattform Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 ins Leben gerufen, über die das BMUB die biologische Vielfalt voranbringen will.

Indikatoren der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie Zur Erfolgskontrolle der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie in der Neuauflage 2016 hat die Bundesregierung 63 Indikatoren verabschiedet. Diese sind das Ergebnis eines über einjährigen politischen Verhandlungsprozess zwischen den Ressorts unter Einbeziehung des Statistischen Bundesamtes und einer Beteiligung von Öffentlichkeit und Verbänden. Nahezu alle Indikatoren – bis auf die Indikatoren zur Güterverkehrsleistung von Eisenbahn und Binnenschiff – der bisherigen nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sind auch mit leichten Anpassungen in die Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie übernommen worden. Allerdings hat es hier einige Umgruppierungen gegeben. Die bisherige Strategie beinhaltet vier Nachhaltigkeitsbereiche (Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, Sozialer Zusammenhalt und Internationale Verantwortung), 21 Postulate und 38 Indikatoren. Die Neuauflage 2016 hingegen umfasste 63 Indikatoren, die sich auf 37 Postulate und die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) verteilen. Das Postulat „Ressourcenschonung: Ressourcen sparsam und effizient nutzen“ findet sich dabei sowohl in SDG 7 als auch im SDG 8. Im Gegensatz zur bisherigen Strategie, in der die Postulate immer als Handlungsaufforderungen formuliert waren (z. B. „Kriminalität: Persönliche Sicherheit weiter erhöhen“) gibt es in der Neuauflage mit „Deutscher Beitrag internationale Klimafinanzierung“ auch ein atypisches Postulat, das keine Handlungsrichtung vorgibt. Im Rahmen der Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie durch das Bundeskabinett im November 2018 wurde das Indikatorenset um 3 Indikatoren auf aktuell 66 Indikatoren erweitert.