Das Schottenkloster Würzburg (Kloster St. Jakob) oder Kloster zu den Schotten war eine Abtei der Benediktiner in Würzburg in Bayern in der Diözese Würzburg. mini|hochkant|Epitaph des Johannes Trithemius, Tilman Riemenschneider. Seit 1825 in Neumünster

Geschichte mini|links|Modell des Würzburger Schottenklosters (links) und der Würzburger Deutschhauskirche (rechts) um das Jahr 1525 Das zu ehren St. Jakobus d. Ä. geweihte Kloster wurde 1139 durch den Würzburger Bischof Embricho auf der linken Mainseite als dritte Benediktinerabtei Würzburgs gegründet. Erster Abt des Konvents St. Jakob war der Iroschotte Macarius. Der Humanist Johannes Trithemius (1462–1516) hatte dieses Amt von 1506 bis zu seinem Tode inne.

Ab dem 12. Jahrhundert bestand ein gutes Verhältnis zu den Rittern von Leinach. So erhielt es ab 1186 von Conrad von Leinach und seinem Bruder Herold jährlich einen Malter Weizengült von einem Weinberg in Unterleinach (bzw. „Niedernleinach“).Christine Demel: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 87 f. und 131

Im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Kloster aufgelöst. In dem Klostergebäude wurde zunächst ein Garnisonslazarett untergebracht. Die Klosterkirche wurde anfangs als Militärmagazin und ab 1904 als Garnisonkirche genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kauften und übernahmen die Salesianer Don Boscos das bombenzerstörte Areal, den Schottenanger, wo sie 1951 ein neues Jugendheim einweihten.Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 455–458: Die kirchliche Entwicklung unter Bischof Ferdinand Schlör (1898–1924). S. 457. 1955 wurde die „Schottenkirche“ als Don-Bosco-Kirche unter dem Patrozinium des Heiligen Johannes Bosco und unter Leitung von Albert BoßletKlaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 463–469: Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957). S. 465. neu aufgebaut.

Die Reliquien des seligen Macarius sind nach der Profanierung der Schottenkirche in der Marienkapelle untergebracht worden.Wolfgang Weiß: Die katholische Kirche im 19. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 430–449 und 1303, hier: S. 434.

Äbte

Schottisch Macarius, 1139–1153 Christian, 1153–1179 Eugene, 1179–1197 Gregory, 1197–1207 Matthew, 1207–1215 Teclan, 1215–1217 Elias I., 1217–1223 Celestine, 1223–1234 Gerard, 1234–1242 John I., 1242–1253 John II., 1253–1274 Maurice I., 1274–1298 Joel, 1298–1306 Elias II., 1306–1318 John III., 1318–1335 Michaeas, 1335–1341 Rynaldus, 1342 Philipp I., 1342–1361 Donaldus, 1361–?, † 1385 Henry, 1379 Maurice II., 1381?–1388? Timothy, 1388?–1399 Imar, 1399–1409? Rutger, 1409?–1417 Thomas I., 1417–1437 Roricus, 1437–1447 Alanus, 1447–1455 Maurice III., 1455–1461 John IV., 1461–1463 Otto, 1463–1465 Thaddeus, 1465–1474 David, 1474–1483 Thomas II., 1483–1494 Edmund, 1494–1497 Philipp II., 1497

Fünf deutsche Äbte Kilian Crispus, 1504–1506 Trithemius, 1506–1516 Matthias, 1516–1535 Erhard Jani, 1535–1542 Michael Stephan, 1542–1547 Schottisch Richard Irvin, 1595–1598 John Whyte, 1598–1602 Francis Hamilton, 1602–1614 William Ogilvie, 1615–1635 Robert Forbes, 1636–1637 Audomarus Asloan, 1638–1661 Maurus Dixon, 1661–1679 Bernard Maxwell, 1679–1685 Marianus Irvin, 1685–1688 Ambrose Cook, 1689–1703 Augustine Bruce, Prior 1703–1713, Abt 1713–1716 Maurus Strachan, 1716–1737 Augustine Duff, 1739–1753 Placidus Hamilton, 1756–1763

Literatur Helmut Flachenecker: Schottenklöster. Irische Benediktinerkonvente im hochmittelalterlichen Deutschland (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte N. S. 18), Schöningh, Paderborn u. a. 1995. Rudolf Kuhn: Großer Führer durch Würzburgs Dom und Neumünster: mit Neumünster-Kreuzgang und Walthergrab, 1968, S. 108 Stefan Weber: Iren auf dem Kontinent. Das Leben des Marianus Scottus von Regensburg und die Anfänge der irischen «Schottenklöster», Mattes, Heidelberg 2010.

Weblinks

Würzburg Abbeys Catholic_Encyclopedia_(1913)

Jürgen Gottschalk: „Würzburg – die irische Stadt auf dem Kontinent“

Einzelnachweise

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