Herbert Sukopp (* 6. November 1930 in Berlin; † 3. Februar 2026 ebendaTraueranzeige im Tagesspiegel vom 7. Februar 2026, abgerufen am 7. Februar 2026.) war ein deutscher Botaniker und Ökologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Sukopp studierte Botanik, Geologie und Soziologie in Berlin. 1960 erfolgte die Promotion bei Erich Werdermann an der Freien Universität Berlin. Zehn Jahre später wurde er im Fachgebiet der Botanik an der TU Berlin habilitiert.

1969 wurde er zum Professor ernannt, ab 1974 bis 1996 war er ordentlicher Professor und Leiter des Fachgebietes Ökosystemforschung und Vegetationskunde im Institut für Ökologie der TU Berlin. Er übernahm Verantwortung als Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege sowie als Vorsitzender des Sachverständigen-Beirates für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin. Außerdem wurde er Mitglied des Deutschen Rats für Landespflege und der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit, Mitglied und Stellvertretender Vorsitzender beim Rat der Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung.

Seine Hauptforschungsgebiete waren Stadtökologie, Vegetationskunde, biologische Invasion und Naturschutz. Sukopp gilt als Begründer stadtökologischer Forschung in Deutschland, die er zusammen mit anderen seit den 1970er Jahren am Institut für Ökologie der TU Berlin etabliert hatte.50 Jahre Institut für Ökologie der TU Berlin, auf tu.berlin.

1974 gab Sukopp die erste in Deutschland erschienene Rote Liste gefährdeter Pflanzenarten herauspes: Der Mann hinter der „Roten Liste“. In: Südkurier, 22. Oktober 2008.Herbert Sukopp: Rote Listen – Ein Rückblick. In: Nat.schutz Biol. Vielfalt. Band 18, 2005, S. 273–281. und regte auch die Erarbeitung Roter Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten für Berlin an, die seit 1982 erarbeitet und danach regelmäßig aktualisiert worden sind. Sukopp leitete ab 1979 eine Arbeitsgruppe, die erstmals Methoden zur Biotopkartierung in Siedlungen etabliert hat. Zusammen mit Rüdiger Wittig gab Sukopp 1993 das erste Fachbuch zur Stadtökologie mit Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen heraus. Im Februar 2026 starb Herbert Sukopp im Alter von 95 Jahren.

Literatur Herbert Sukopp: „Rote Liste“ der in der Bundesrepublik Deutschland gefährdeten Arten von Farn- und Blütenpflanzen. 1. Fassung. In: Natur und Landschaft 49: 315–322. Kohlhammer, 1974. Herbert Sukopp: Stadtökologie. Das Beispiel Berlin. Reimer, 1991. ISBN 978-3-496-00970-2 Ingo Kowarik, Uwe Starfinger, Ludwig Trepl (Hrsg.): Dynamik und Konstanz. Festschrift für Herbert Sukopp. Bundesamt für Naturschutz, Landwirtschaftsverlag, Münster 1995, ISBN 3-89624-000-5, Inhaltsverzeichnis.

Auszeichnungen (Auswahl) 1983: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik DeutschlandEhrungen für Herbert Sukopp. In: TU Berlin - Fachbereich Ökosystemkunde/Pflanzenökologie. 1987: Verdienstorden des Landes Berlin 2008: EuroNatur-Preis

Filme Der Pflanzenprofessor. Mit Herbert Sukopp durch Berlin. Dokumentarfilm, Deutschland, 2008, 28:50 Min., Buch und Regie: Heiderose Häsler, Produktion: rbb, Inhaltsangabe von ARD. Berliner Pflanzen. Das wilde Grün der Großstadt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Buch und Regie: Heiderose Häsler, Produktion: rbb, Erstsendung: 6. Oktober 2006 bei rbb, von rbb, mit Herbert Sukopp auf Pflanzenexkursion.

Weblinks

Univ. - Prof. em. Dr. Dr. h. c. Herbert Sukopp. In: TU Berlin – Fachbereich Ökosystemkunde/Pflanzenökologie

Biografie in der Festschrift 125 Jahre Technische Universität Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Botaniker (20. Jahrhundert) Kategorie:Ökologe Kategorie:Naturschützer Kategorie:Geobotaniker Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Berlin Kategorie:Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann