Ernst Dietz (* 17. September 1916 in Gommern; † 18. Februar 1989 in Bremen) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und -intendant, Bühnenautor und Hörspielsprecher, Fernseh- und Filmdarsteller.
Leben Ernst Dietz erhielt seine Ausbildung zum Schauspieler von 1932 bis 1934 am Alten Theater Leipzig, unter anderem von Detlef Sierck und Lina Carstens. Sein Bühnendebüt gab er 1934 in der Rolle des Raoul in der Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller am Friedrich-Theater in Dessau. Dietz hatte danach jeweils kurzzeitige Verpflichtungen an weiteren Bühnen. Von 1936 bis 1938 spielte er am Mönchengladbacher Stadttheater, in der Spielzeit 1938/39 am Stadttheater Münster, in der darauffolgenden Saison am Staatstheater Braunschweig. Im Kriegsjahr 1942 gastierte Dietz am Hamburger Thalia Theater. Nach 1945 konnte er seine Bühnenlaufbahn mit Engagements an Bühnen in Chemnitz und Dresden fortsetzen, ferner wirkte Dietz in den Folgejahren am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, und bei Gustav Rudolf Sellner am Landestheater Darmstadt sowie an den Städtischen Bühnen in Kiel, Essen und Oberhausen. 1952 kam er ans Stadttheater Luzern, dem er bis 1957 angehörte. Gastspiele gab Dietz ab Mitte der 1970er Jahre an der Hamburgischen Staatsoper und den dortigen Kammerspielen, am Stadttheater Hildesheim und bei den Gandersheimer Domfestspielen.
Ab Ende der 1940er Jahre begann Dietz auch Theaterregie zu führen, zunächst in Kiel und in umfangreichem Maße in Luzern. Dort inszenierte er eine Reihe von Shakespeare- und Schiller-Stücken, ferner unter anderem Die Irre von Chaillot von Jean Giraudoux, Die schmutzigen Hände von Jean-Paul Sartre oder die Uraufführung von Albert Talhoffs Es geschehen Zeichen, des Weiteren auch Opern und Operetten wie Mozarts Hochzeit des Figaro, Carmen von Georges Bizet oder Jacques Offenbachs Schöne Helena. In den 1970er Jahren arbeitete Dietz am Packhaustheater Bremen.
Darüber hinaus bekleidete Dietz in seiner künstlerischen Laufbahn wiederholt Intendantenposten an diversen Theatern in Deutschland und der Schweiz. Von 1953 bis 1957 leitete er das Stadttheater Luzern, von 1957 bis 1963 das Oldenburgische Staatstheater und von 1963 bis 1972 das Nationaltheater Mannheim. In der Spielzeit 1972/73 führte er das Stadttheater St. Gallen, von 1977 bis 1981 war er künstlerischer Leiter des Bremer Packhaustheaters.
Ab 1965 übernahm Ernst Dietz sporadisch Film- und Fernsehrollen, mehrfach dabei in der Reihe Tatort. In dem 1970 entstandenen dokumentarischen Fernsehfilm Operation Walküre über das misslungene Attentat vom 20. Juli 1944 verkörperte er den Generaloberst Erich Hoepner. Zudem wirkte Dietz bereits ab den späten 1940er Jahren immer wieder in Hörfunkproduktionen mit. In erster Ehe war er mit Lotte Leonhardt (Sopranistin) verheiratet. Von 1950 bis 1957 war Dietz in seiner zweiten Ehe mit der Schauspielerin Tilli Breidenbach verheiratet. Ab 1957 bis zu seinem Tod verheiratet mit Karin Bernauer (Schauspielerin/Kinder- und Jugendpsychotherapeutin).
Filmografie 1965: Das Karussell 1965: Das Kriminalmuseum: Das Nummernschild 1966: Das Kriminalmuseum: Der Koffer 1968: Wunderliche Geschichten – Die Stimme im Glas 1969: Rebellion der Verlorenen 1969: Der Tanz des Sergeanten Musgrave 1970: Wie ein Träne im Ozean 1970: Sessel zwischen den Stühlen 1970: Merkwürdige Geschichten – Die tödliche Flamme 1971: Operation Walküre 1972: Ein Chirurg erinnert sich (5 Folgen als Professor Trautloff) 1974: Trotski in Coyoacan 1977: Tatort – Das stille Geschäft 1978: PS – Geschichten ums Auto – Franz Brodzinski 1979: Tatort – Freund Gregor 1980: Grenzfälle 1980: Ein Kapitel für sich (Ep. #1.3) 1980: Tatort – Streifschuß 1981: Tatort – Slalom 1982: Das blaue Bidet 1983: Loriots 60. Geburtstag 1986: Finkenwerder Geschichten
Hörspiele 1947: Nun singen sie wieder – Autor: Max Frisch – Regie: Cläre Schimmel 1950: Der Sprung über den Schatten – Autorin: Ellie Tschauner – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Die Unsterblichen – Autor: Arch Oboler – Regie: Kurt Reiss 1952: In die Nacht hinein – Autorin: Oda Schaefer – Regie: Fränze Roloff 1952: Viel Lärm um nichts – Autor: William Shakespeare – Regie: Theodor Steiner 1952: Shakespeares Tod – Autor: Hermann Rossmann – Regie: Walter Knaus 1955: Markgraf, hier beginnt Pforzheim – Autoren: Emil Strauß und Eberhard Meckel – Regie: Hans Goguel 1965: Das Ärgernis – Autor: Dieter Kühn – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1967: Meuterei auf der Venus – Autor: Herbert W. Franke – Regie: Reinhard Zobel 1969: Die Generalprobe – Autor: Herbert Timm – Regie: Walter Knaus 1974: 24 Stunden nach der letzten Nacht – Autor: Lajos Maroti – Regie: Gerlach Fiedler 1974: Der Traum als Dictionnaire oder Est et non – Autor: Ingomar von Kieseritzky – Regie: Heinz Hostnig 1975: Zwei Tode – Autorin: Ursula Krechel – Regie: Horst Loebe 1976: Berlin, letzte Ausgabe! – Autor: Ernst Toller – Regie: Günter Bommert 1977: Die Einstellung, in der mich Leonardo küßt – Autor und Regie: Günter Guben 1979: Wie das blühende Leben – Autor: Rolf Bohn – Regie: Günter Siebert 1984; Zu den Kellergebrüchen – Autor: Theodor Weißenborn – Regie: Norbert Schaeffer 1987: Lippenbekenntnis oder Das unerklärliche Schweigen eines Kettenrauchers – Autor: Konrad Hansen – Regie: Friedhelm Ortmann 1988: Wolfsmilch trinken die Falter – Autor: Dezsö Monoszlóy – Regie: Günter Bommert
Bühnenstücke Fern-Verbindung Umtausch ausgeschlossen? und Warum denn nicht mal andersrum? (UA am Packhaustheater) Neue Tapeten (UA am Packhaustheater)
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Ernst Dietz beim VVB
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