mini|Partitur und deutscher Text Der Schweizerpsalm (, ) ist die aktuelle Nationalhymne der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Das Lied wurde 1841 von Alberich Zwyssig, einem Zisterziensermönch des Klosters Wettingen, zu einem von ihm leicht veränderten Text von Leonhard Widmer aus dem Jahr 1840 komponiert. Zwyssig wählte den Messegesang Diligam te Domine (auf Deutsch: «Ich will Dich lieben Herr»), den er 1835 für eine Pfarrinstallations-Feier in der Dorfkirche von Wettingen komponiert hatte, und gab ihm den heute bekannten Namen Schweizerpsalm.
Neben dem Schweizerpsalm gab es noch zwei gleichermassen populäre Lieder – Rufst du, mein Vaterland, mit Text von Johann Rudolf Wyss, welches zur Melodie von God Save the Queen gesungen wurde, und An mein Vaterland, komponiert von Wilhelm Baumgartner auf ein Jugendgedicht von Gottfried Keller.
Die Schweizer Hymne ist im Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz unter der Nummer 519 und im katholischen Kirchengesangbuch unter der Nummer 563Verein für die Herausgabe des Katholischen Kirchengesangbuches der Schweiz, Zug 1998, ISBN 3-9521507-1-1 zu finden. Im Christkatholischen Gebet- und Gesangbuch trägt sie die Nummer 728.
Text Der Text liegt in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch vor. SchweizerpsalmSchweizer Landeshymne (Schweizerpsalm). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft.(Deutsch)
Erste Strophe Trittst im Morgenrot daher, Seh’ ich dich im Strahlenmeer, Dich, du Hocherhabener, Herrlicher! Wenn der Alpenfirn sich rötet, Betet, freie Schweizer, betet! Eure fromme Seele ahnt Eure fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland, Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Zweite Strophe Kommst im Abendglühn daher, Find’ ich dich im Sternenheer, Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender! In des Himmels lichten Räumen Kann ich froh und selig träumen! Denn die fromme Seele ahnt, Denn die fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland, Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Dritte Strophe Ziehst im Nebelflor daher, Such’ ich dich im Wolkenmeer, Dich, du Unergründlicher, Ewiger! Aus dem grauen Luftgebilde Tritt die Sonne klar und milde, Und die fromme Seele ahnt Und die fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland, Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.
Vierte Strophe Fährst im wilden Sturm daher, Bist du selbst uns Hort und Wehr, Du, allmächtig Waltender, Rettender! In Gewitternacht und Grauen Lasst uns kindlich ihm vertrauen! Ja, die fromme Seele ahnt, Ja, die fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland, Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.Cantique suisseHymne national suisse (Cantique suisse). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft.(Französisch) Erste Strophe Sur nos monts, quand le soleil Annonce un brillant réveil, Et prédit d’un plus beau jour le retour, Les beautés de la patrie Parlent à l’âme attendrie; Au ciel montent plus joyeux Au ciel montent plus joyeux Les accents d’un cœur pieux, Les accents émus d’un cœur pieux.
Zweite Strophe Lorsqu’un doux rayon du soir Joue encore dans le bois noir, Le cœur se sent plus heureux près de Dieu. Loin des vains bruits de la plaine, L’âme en paix est plus sereine, Au ciel montent plus joyeux Au ciel montent plus joyeux Les accents d’un cœur pieux, Les accents émus d’un cœur pieux.
Dritte Strophe Lorsque dans la sombre nuit La foudre éclate avec bruit, Notre cœur pressent encore le Dieu fort; Dans l’orage et la détresse Il est notre forteresse; Offrons-lui des cœurs pieux: Offrons-lui des cœurs pieux: Dieu nous bénira des cieux, Dieu nous bénira du haut des cieux.
Vierte Strophe Des grands monts vient le secours; Suisse, espère en Dieu toujours! Garde la foi des aïeux, Vis comme eux! Sur l’autel de la patrie Mets tes biens, ton cœur, ta vie! C’est le trésor précieux C’est le trésor précieux Que Dieu bénira des cieux, Que Dieu bénira du haut des cieux.Salmo svizzeroInno nazionale svizzero (Salmo svizzero). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft.(Italienisch) Erste Strophe Quando bionda aurora il mattin c’indora l’alma mia t’adora re del ciel! Quando l’alpe già rosseggia a pregare allor t’atteggia; in favor del patrio suol, in favor del patrio suol, cittadino Dio lo vuol, cittadino Dio, si Dio lo vuol.
Zweite Strophe Se di stelle è un giubilo la celeste sfera Te ritrovo a sera o Signor! Nella notte silenziosa l’alma mia in Te riposa: libertà, concordia, amor, libertà, concordia, amor, all’Elvezia serba ognor, all’Elvezia serba ognor.
Dritte Strophe Se di nubi un velo m’asconde il tuo cielo pel tuo raggio anelo Dio d’amore! Fuga o sole quei vapori e mi rendi i tuoi favori: di mia patria deh! Pietà, di mia patria deh! Pietà, brilla, sol di verità, brilla, sol di verità.
Vierte Strophe Quando rugge e strepita impetuoso il nembo m’è ostel tuo grembo o Signor! In te fido Onnipossente deh, proteggi nostra gente; Libertà, concordia, amor, Libertà, concordia, amor, all’Elvezia serba ognor, all’Elvezia serba ognor.Psalm svizzerImni naziunal svizzer (psalm svizzer). Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft.(Rätoromanisch) Erste Strophe En l’aurora la damaun ta salida il carstgaun, spiert etern dominatur, Tutpussent! Cur ch’ils munts straglischan sura, ura liber Svizzer, ura. Mia olma senta ferm, Mia olma senta ferm Dieu en tschiel, il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
Zweite Strophe Er la saira en splendur da las stailas en l’azur tai chattain nus, creatur, Tutpussent! Cur ch’il firmament sclerescha en noss cors fidanza crescha. Mia olma senta ferm, Mia olma senta ferm Dieu en tschiel, il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
Dritte Strophe Ti a nus es er preschent en il stgir dal firmament, ti inperscrutabel spiert, Tutpussent! Tschiel e terra t’obedeschan vents e nivels secundeschan. Mia olma senta ferm, Mia olma senta ferm Dieu en tschiel, il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
Vierte Strophe Cur la furia da l’orcan fa tremblar il cor uman alur das ti a nus vigur, Tutpussent! Ed en temporal sgarschaivel stas ti franc a nus fidaivel. Mia olma senta ferm, Mia olma senta ferm Dieu en tschiel, Il bab etern, Dieu en tschiel, il bab etern.
Geschichte der Schweizer Nationalhymne Vor 1961 Bereits im Jahr 1843 war der Schweizerpsalm im «Festheft der Zürcher Zofinger für die Feier der Aufnahme Zürichs 1351 in den Schweizerbund» enthalten und die Melodie erfreute sich, dank Übersetzungen in die romanischen Sprachen, grosser Beliebtheit und wurde häufig bei patriotischen Feiern gesungen.
Zwischen 1894 und 1953 kam es zu zahlreichen Vorstössen, das Lied zur offiziell gültigen Nationalhymne zu erheben, was der Bundesrat aber ablehnte. Der Grund dafür war, dass eine Schweizer Nationalhymne nicht durch ein behördliches Dekret eingeführt, sondern vom Volk gewählt werden sollte.
Neben dem Schweizerpsalm existierte das gleichermassen populäre Lied Rufst du, mein Vaterland, welches zur Melodie von God Save the Queen gesungen wurde. Den Text zu Rufst du, mein Vaterland hatte der Berner Dichter Johann Rudolf Wyss verfasst.
Als mit der Zunahme von internationalen diplomatischen Kontakten im 20. Jahrhundert immer noch die britische Hymne als die Schweizer gespielt wurde, kam es zu Amusements aller Art, was zum Wunsch nach einer neuen Hymne führte.
Einen ähnlichen Stellenwert wie Rufst du, mein Vaterland hatte das 1848 von Wilhelm Baumgartner auf ein Jugendgedicht von Gottfried Keller komponierte Lied An mein Vaterland.
Einführung des Schweizerpsalms Im Jahre 1961 beschloss der Bundesrat, dass der Schweizerpsalm als eine unverwechselbare und rein schweizerische Schöpfung anzuschauen sei und deshalb als provisorische Nationalhymne zu gelten habe.
Nach einer dreijährigen Probezeit sprachen sich sechs Kantone gegen und zwölf für die neue Hymne aus, während sieben für eine verlängerte Probezeit plädierten.
1965 wurde der Schweizerpsalm vorläufig als Nationalhymne anerkannt, wobei in der Folgezeit mehrere Gegenvorschläge aufgrund des zwiespältigen Ergebnisses eingereicht wurden, die aber auch nicht überzeugender waren als der Schweizerpsalm.
Am 1. April 1981 erklärte der Bundesrat ihn zur offiziellen Nationalhymne der Schweiz und ersetzte damit Rufst du, mein Vaterland.
Denkmäler In der Nähe der Bellerivestrasse 150 steht am Zürichhorn seit 1910 das von Franz Wanger geschaffene «Schweizerpsalm-Denkmal» zu Ehren des Komponisten Zwyssig und des Texters Widmer.
Diskussion um eine Änderung der Hymne Verschiedene Änderungsbestrebungen 1998 bis 2012 In neuerer Zeit wurden verschiedentlich Bestrebungen unternommen, die als nicht mehr zeitgemäss empfundene Hymne durch eine andere zu ersetzen, da der Text zu schwülstig, zu religiös oder zu patriotischRené Zeller: Wer erlöst uns vom Alpenglühn? In: Schweiz. Neue Zürcher Zeitung, 1. August 2012. Auf NZZ.ch, abgerufen am 6. Januar 2024. sei. Beispielsweise trat das Unternehmen Villiger & Söhne 1998 als Sponsor einer neuen Komposition auf, 2004 entwarf der Musiker Roland Zoss mit Härzland eine poetisch-moderne Hymne in Berner Mundart mit Refrains gesungen in den Landessprachen.Roland Zoss: Ebenfalls im Jahr 2004 verfasste Ulrike Pittner eine Neuversion des Schweizerpsalms.Schweizerische Landeshymne, Neuversion 2004 auf landeshymne-in-gerechter-sprache.ch 2006 bildete sich ein «Aktionskomitee Schweizer Nationalhymne».
Die Berner Nationalrätin Margret Kiener Nellen von der Sozialdemokratischen Partei reichte 2004 eine Motion ein, in der vorgeschlagen wurde, eine neue Landeshymne in allen Landessprachen erarbeiten zu lassen. Inhaltlich sollte die neue Hymne deckungsgleich mit den Grundwerten und Staatszielen der neuen Bundesverfassung von 1999 sein. Aus diesem Grund wurden am 14. März 2006 neue Texte im Bundeshaus vorgestellt, jedoch zog Margret Kiener Nellen ihre Motion zurück. Am 30. März 2006 sprach sich auch die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur dagegen aus, den Bundesrat mit Vorarbeiten für eine neue Hymne zu beauftragen.
Änderungsbestrebung der SGG seit 2012 Am 1. August 2012 kündigte die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) einen Wettbewerb an, um den ihrer Meinung nach «sprachlich sperrigen und inhaltlich angejahrten» Text des Schweizerpsalms bis 2015 durch einen neuen zu ersetzen, während die bisherige Melodie beibehalten oder im Grundsatz wieder erkennbar sein soll. Grundlage des neuen Texts soll Sinn und Gehalt der Präambel der Bundesverfassung sein, die das Volk 1999 klar angenommen hat.Interview mit Lukas Niederberger, Geschäftsführer der SGG Nach Einsendeschluss im Juni 2014 waren 208 Beiträge bei der SGG eingegangen, von denen eine 30-köpfige Fachjury aus Musik, Journalismus, Literatur und Sportverbänden sechs Beiträge zur öffentlichen Stellungnahme auswählte. Am 12. September wurde nach mehreren Abstimmungsrunden im Rahmen des Eidgenössischen Volksmusikfests in Aarau ein Vorschlag, der die bisherige Melodie der Hymne beibehält, als Wettbewerbssieger verkündet.aargauerzeitung.ch