Als Unimog 437.1 wird die erste Generation der Unimog-Baureihe 437 bezeichnet. Sie ist Teil der schweren Baureihen des Unimog (SBU) von Mercedes-Benz. Sie wurde von 1988 bis 2003 gebaut und löste die Baureihen 425 und 435 ab, deren Grundaufbau beim Unimog 437.1 beibehalten wurde. Mit 26 verschiedenen Baumustern ist allein die Generation 437.1 der Baureihe 437 umfangreicher als sämtliche sonstige Unimog-Baureihen. Vom Unimog 437.1 wurden 10.718 Fahrzeuge hergestellt. Abgelöst wurde er 2003 vom Unimog 437.4. Der Unimog 437.1 diente auch als Basis für die Baureihe 436, die in der Türkei gefertigt wird.

Modelle Die Modellbezeichnung folgte der gleichen Logik, wie die der anderen Baureihen zu dieser Zeit. Die ersten zwei Ziffern gaben ein zehntel der gerundeten Motorleistung in PS an gefolgt von 00 bei Fahrzeugen mit kurzem Radstand (2810 mm) oder 50 bei langem Radstand (3250 mm). Die besonders langen Randstände wurden zusätzlich zur 50 mit /37 (3700 mm), /38 (3850 mm) und /45 (4500 mm) gekennzeichnet. Die Ergänzung L kennzeichnete Fahrzeuge mit langem Rahmenüberhang.

Exoten bezüglich des Fahrgestells waren die Modelle U 2400 TG und U 2450 L 6x6. Der U 2400 TG verfügte hinten anstatt der üblichen Portalachse über eine Lkw-Außenplanetenachse mit Parabelblattfedern sowie Zwillingsbereifung und war so als Schwerlastgeräteträger für ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 21 t geeignet. Der U 2450 L 6x6 war das erste serienmäßig dreiachsige Unimog-Modell. Die Ergänzung 6x6 steht für die entsprechende Antriebsformel.

Wie in der Baureihe 427 gab es auch vom Unimog 437.1 ein leichtes Modell (zulässiges Gesamtgewicht 7,5 t) mit 157 kW beziehungsweise 214 PS. Um dieses vom gleichstarken schweren Modell (zulässiges Gesamtgewicht 10,6–14 t), das nach der üblichen Bezeichnungslogik als U 2150 L bezeichnet wurde, abzugrenzen, wurde es als U 1550 L (214) bezeichnet. Auch eine extralange Version dieses Modells mit dem Zusatz /37 war im Programm. Die Ergänzung T kennzeichnete, wie beim Unimog üblich, Triebkopfvarianten.

Technik Der Unimog 437.1 hat wie sein Vorgänger 435 das „eckige“ Fahrerhaus des Unimog 425 bzw. der schweren Baureihe. Die Baureihe hat, wie beim Unimog üblich, einen Leiterrahmen und schubrohrgeführte Portalachsen mit Schraubenfedern und Stoßdämpfern. Ausnahme hiervon bildet der U 2400 TG, der hinten eine Außenplanetenachse besitzt. In der Bauart mit zwei Portalachsen ist er je nach Modell für ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 bis 14,5 t ausgelegt. Die Zuschaltung des Vorderradantriebs (Allradantrieb) und der 100% Differentialsperren an allen Achsen erfolgt über pneumatisch angesteuerte Klauenkupplungen. Auf Wunsch war unter anderem eine Reifendruckregelanlage lieferbar. Gebremst wird mit einer pneumatisch-hydraulischen Bremsanlage und Scheibenbremsen an allen Rädern. Verschiedene Varianten des Reihensechszylinder-Dieselmotors OM 366 wurden im Unimog 437.1 eingesetzt.

Technische Daten (exemplarisch) U 1550 L U 2100DLG (Hrsg.): DLG-Datenblatt Traktoren: DaimlerChrysler Unimog 2100. in DLG-profi-Test, Heft 10/92Baumuster437.111Daimler AG (Hrsg.): Baumuster 437.111437.105Daimler AG (Hrsg.): Baumuster 437.105Bauzeit1988–2002MotorReihensechszylinderdieselmotormit DirekteinspritzungMotoraufladung Turbolader Turbolader mit LadeluftkühlerMotortyp OM 366 A OM 366 LABohrung × Hub, Hubraum 97,5 mm × 133 mm5958 cm³Leistung 114 kW bei 2400 min−1 157 kW bei 2600 min−1max. Drehmoment 540 Nm bei 1400–1700 min−1 641 Nm bei 1600 min−1Getriebe, serienmäßig8-Gang-Schaltgetriebe mit Wendegetriebe, vollsynchronisiert; 8V/8RTyp: UG 3/65 – 8/13,01 GPAAntrieb, serienmäßigHinterradantrieb mit zuschaltbarem AllradantriebHöchstgeschwindigkeit80–110 km/h79–86 km/hKraftstoffverbrauch18–20 l/100 km26,3 l/h bzw. 288 g/kWhWendekreis14,1 m12,6 mBöschungswinkel (vorn)46°48°Böschungswinkel (hinten)51°60°Bodenfreiheit440 mm480 mmWattiefe1200 mm (SA)Vordere Achslast (max.)4000 kg5300 kgHintere Achslast (max.)4000 kg6500 kgLeermasse3600 kg5020–6850 kgMaximal zulässige Gesamtmasse7.500 kg10.600 kgLänge5110 mm4750 mmBreite2300 mm2340 mmHöhe2650 mm2830 mmReifen (vorne und hinten)12,5 R 20445/70 R 24Tankvolumen90 l oder 160 l160 l oder 200 l

Baumuster + BaumusterübersichtBaumusterVerkaufs­bezeichnungRadstand (mm)MotorLeistung (kW)zul. Gesamt­gewichtStückzahlBauzeit vonBauzeit bis437.000U 1700 T Triebkopf OM 366 A125Triebkopf86 10.718 07/1988 –1992 437.002U 1800 TOM 366 LA132 8501/1992–2001U 2100 T157437.100U 17002810 OM 366 A12510,6 t303 05/1988 –1994437.102U 1800OM 366 LA13210,6–12 t57 01/1992 437.105U 210015510,6 t 8031989–2002U 2400177437.110U 1350 L3250OM 366 A1107,5 t15005/1988 –1994437.111U 1550 L1142364 –2002437.112U 175012510,6 t272 –1994437.113U 1750 L190 –1993437.114U 1850OM 366 LA13210,6–12 t7501/1992 –437.115U 1850 L10,6–14 t36 –1994437.116U 1550 L (214)1577,5 t269 1990 –2002437.117U 215015710,6 t7401989–U 2450177437.118U 2150 L 15710,6–14 t217–2003U 2450 L177437.120U 1550 L/373700OM 366 A1147,5 t1468 06/1988 –2002437.123U 1550 L/383850361993437.125U 1550 L/37 (214)3700 OM 366 LA1577,5 t5661989 –2002437.130U 1750 L/383850OM 366 A1253 –1992437.131U 1750 L/3812,5 t481 05/1998 –1994437.132U 1750 L/3811 1992437.133U 1850 L/38OM 366 LA13210,6–14 t36 1993 –1994437.135U 21501551151991–1993U 2450177437.136U 2150 L/3815512,5–14 t18791989–2002U 2450 L/38177437.141U 1550 L/454500 OM 366 A11482 09/1993 –1997437.156U 2450 L 6×63900+1400OM 366 LA177 17 t214 1995 –2002437.182U 2400 TG410018–21 t180 08/1993 –2000

Galerie

Weblinks

Anmerkungen Stückzahl der gesamten Generation Stückzahl des gesamten Baumusters

Einzelnachweise Unimog U 427/U 437 [1988 bis 2002]. Der Unimog: 50 Jahre im härtesten Einsatz. gelaendewagen.at Daimler AG: Mercedes-Benz Public Archive: Baureihe 437.1. Abgerufen am 28. Jänner 2018 BBK: Typenblatt Schlauchwagen 2000 – Unimog U 1550 L. Abgerufen am 28. Jänner 2018 Legends of Trucking: UNIMOG BAUREIHE 437. Abgerufen am 28. Jänner 2018

Kategorie:Unimogbaureihe Kategorie:Lkw-Modell U 437.1