Die gemeinnützige Alexander Tutsek-Stiftung wurde im Jahr 2000 von Alexander Tutsek (1927–2011) und Eva-Maria Fahrner-Tutsek (* 1952) in München gegründet. Sie fördert Kunst und Wissenschaft.Alexander Tutsek-Stiftung (abgerufen am 13. Juni 2016) Stiftungszwecke sind die Förderung der bildenden und darstellenden Künste mit den Schwerpunkten zeitgenössisches Glas und Fotografie sowie die Förderung der Forschung und Lehre in den Ingenieurwissenschaften bezogen auf die Fachbereiche Steine, Erden, Glas und Keramik.Stiftungsverzeichnis des Freistaates Bayern (abgerufen am 10. Juni 2016)
Organisation Die Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie wird durch den Vorstand vertreten. Geschäftsführender Vorstand ist die Vorstandsvorsitzende Eva-Maria Fahrner-Tutsek.Deutsches Informationszentrum Kulturförderung (abgerufen am 10. Juni 2016)
Sitz und Ausstellungsorte Die Stiftung unterhielt im Münchner Stadtteil Schwabing lange Zeit in der „Villa“ einen Ausstellungsort. Die denkmalgeschützte Jugendstilvilla wurde 1911 von German Bestelmeyer für den Bildhauer Georg Albertshofer als Atelier und Wohnhaus erbaut.Skadi Heckmüller: Privatzugang. Private Kunstsammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Distanz Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942405-08-9, S. 76. Seit August 2024 hat die Stiftung ihren neuen Sitz in der Parkstadt Schwabing, dort befindet sich seit 2021 der Ausstellungsraum „BlackBox“ und seit 2025 ein zusätzlicher Ausstellungsraum, der darüberliegende „BlackBox FirstFloor“.
Förderschwerpunkt Kunst Kunstsammlung In ihrer international orientierten Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit konzentriert sich die Stiftung auf zeitgenössische Skulpturen und Fotografie.BMW Group, Independent Collectors (Hrsg.): BMW Art Guide by Independent Collectors. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-7757-3942-9, S. 86. Das Besondere an den Skulpturen ist, dass sie aus dem Material Glas, einem in der zeitgenössischen Kunst selten verwendeten Werkstoff, hergestellt sind. Die Voraussetzungen für diese Richtung in der Kunst wurden in den 1960er Jahren mit der sogenannten Studioglasbewegung geschaffen.Anja Kregeloh: Glas als Material in der bildenden Kunst seit 1960. Shaker Verlag, Aachen 2015, ISBN 978-3-8440-3872-9, S. 9 f. Die Sammlung der Stiftung erfasst neue Richtungen in der Fotografie und im zeitgenössischen Glas, repräsentiert durch Werke internationaler Künstler.Simone Thaler, Stefan Ast (Hrsg.): Stifterland Bayern. Bundesverband Deutscher Stiftungen e. V., Berlin 2008, S. 70.
Ausstellungen 2004: Glas neu erleben 1Glas neu erleben 1 2005: Glas neu erleben 2Glas neu erleben 2 2006: Das verlorene Gesicht wieder gefundenDas verlorene Gesicht wieder gefunden 2007: Und ewig sehnt sich fort das HerzUnd ewig sehnt sich fort das Herz 2008–2009: Glass.ChinaGlass.China 2010–2011: Frozen-in TensionFrozen-in Tension 2011: Diesseits von AfrikaDiesseits von Afrika 2012–2013: In the Name of LoveIn the Name of Love 2013–2014: Wo bist du? Skulpturen von Erwin EischWo bist du? Skulpturen von Erwin Eisch 2014–2015: Ann Wolff | PersonaAnn Wolff | Persona 2016: Life Is Not a BeachLife Is Not a Beach 2017: lebenswelt | life-worldlebenswelt | life-world 2018: Das Andere SehenDas Andere Sehen 2019: Primäre GestenPrimäre Gesten 2020–2021: About Us. Junge Fotografie aus ChinaAbout Us. Junge Fotografie aus China 2021–2023: Wide Open. Ins OffeneWide Open. Ins Offene 2023: So Much Love and CompassionSo Much Love and Compassion 2023–2024: Industrial RhapsodyIndustrial Rhapsody 2024: The World in My HandThe World in My Hand 2025: Love, Maybe – Intimität und Begehren in der Zeitgenössischen KunstLove, Maybe – Intimität und Begehren in der Zeitgenössischen Kunst 2025–2026: Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen KunstFuture Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst
Institutionsförderung Die Stiftung fördert museale Institutionen.Evelyn Vogel: Feuerfester Förderer. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2016, S. 46 (R 18), (abgerufen am 13. Juni 2016) Sie hat beispielsweise die Kunstsammlungen der Veste Coburg bei der Ausrichtung des Coburger Glaspreis 2014 und des Coburger Glaspreis 2022 als Mitveranstalterin unterstützt.Christine Wagner: Mekka der Glaskunst. In: Neue Presse. 14. April 2014. (abgerufen am 10. Juni 2016)Sven Hauschke, Klaus Weschenfelder (Hrsg.): Coburger Glaspreis 2014. Verlag Schnell und Steiner, Berlin 2014, ISBN 978-3-7954-2854-9, S. 10. Mit dem Haus der Kunst ist sie im Juni 2016 eine längerfristige Kooperation eingegangen, die eine umfassende und kontinuierliche Förderung beinhaltet.Evelyn Vogel: Feuerfester Förderer. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2016, S. 46 (R 18). (abgerufen am 13. Juni 2016)Haus der Kunst bekommt neuen Großsponsor. In: Abendzeitung München. 9. Juni 2016, (abgerufen am 14. Juni 2016)Tutsek-Stiftung steigt im Haus der Kunst ein. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Juni 2016, (abgerufen am 14. Juni 2016) 2021 erfolgte eine Verlängerung um weitere drei Jahre. (PDF) In den vergangenen Jahren hat die Stiftung außerdem verschiedene Fotoausstellungen im Haus der Kunst gefördert.Evelyn Vogel: Feuerfester Förderer. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2016, S. 46 (R 18). (abgerufen am 13. Juni 2016)Okwui Enwezor (Hrsg.): James Casebere. Fugitive. Prestel Verlag, München 2016, ISBN 978-3-7913-5541-2, S. 7. Die Fotosammlung der Pinakothek der Moderne wird ebenfalls unterstützt.Evelyn Vogel: Feuerfester Förderer. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juni 2016, S. 46 (R 18). (abgerufen am 13. Juni 2016)
Nachwuchsförderung Die Stiftung hat ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das die Verbesserung der Ausbildung von Kunststudierenden im Fach Skulptur mit dem Schwerpunkt Glas zum Ziel hat.Alexander Tutsek-Stiftung fördert Glasfachschulen und Glasklassen. In: Der Glasfreund. 27. Oktober 2015. (abgerufen am 10. Juni 2016) Entsprechende Klassen an Kunstakademien und Glasfachschulen erhalten bei diesem Programm eine finanzielle Unterstützung für die Verwirklichung von studentischen Ausstellungsprojekten, die Produktion von aufwendigen Kunstwerken und die angemessene technische Ausstattung von Werkstätten.Hochschule Koblenz Klasse Freie Kunst Glas (abgerufen am 14. Juni 2016) 2024 wurde die im Jahr 2017 gegründete Ann Wolff Foundation Berlin in die Alexander Tutsek-Stiftung integriert. Zur Übergabe gehörten rund 160 Arbeiten der Künstlerin, um deren Präsentation und Bewahrung sich die Stiftung kümmert. Zudem vergibt die Alexander Tutsek-Stiftung in loser Folge „Ann Wolff Stipendien“, das arrivierte Künstler anregen will, erstmalig Glas als künstlerisches Material zu entdecken.
Förderschwerpunkt Wissenschaft Forschungsförderung Die Stiftung fördert die Forschung und Lehre in den Ingenieurwissenschaften.Alexander Tutsek-Stiftung (abgerufen am 13. Juni 2016)Uta Klotz: Alexander Tutsek-Stiftung. In: Neues Glas/New Glass. Nr. 3, 2004, S. 38. Ein Schwerpunkt der Fördermaßnahmen liegt auf der Grundlagen- und angewandten Forschung in den Fachgebieten Steine, Erden, Glas und Keramik, welche wichtige Grundlagen für andere Teilgebiete der Ingenieurwissenschaften liefern.Rosemarie Vocht-Mields: Die Alexander Tutsek-Stiftung verbindet Wissenschaft und Kunst. In: Keramische Zeitschrift. Nr. 9, 2003, S. 729.
Nachwuchsförderung Die Nachwuchsförderung im Bereich Wissenschaft richtet sich an Studierende der Ingenieurwissenschaften in den Fachgebieten Steine, Erden, Glas und Keramik. Die Stiftung legt insbesondere einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten und vergibt Stipendien.Alexander Tutsek-Stiftung (abgerufen am 13. Juni 2016)Rosemarie Vocht-Mields: Die Alexander Tutsek-Stiftung verbindet Wissenschaft und Kunst. In: Keramische Zeitschrift. Nr. 9, 2003, S. 729.
Publikationen Katalog eins Das verlorene Gesicht wieder gefunden Glass.China In the Name of Love. Ausgezeichnet mit dem iF Communication Design AwardiF World Design Guide (abgerufen am 10. Juni 2016) Ann Wolff. Persona Ann Wolff - Frühe Zeichnungen About Us. Young Photography in China The World in My Hand - Telefonbuch Love, Maybe - Intimacy and Desire in Contemporary Art About Glass. Contemporary Sculpture and Installations
Literatur BMW Group, Independent Collectors (Hrsg.): BMW Art Guide by Independent Collectors. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-7757-3942-9, S. 86. Gerda Ridler: Zentrum für zeitgenössische Glaskunst. Die Alexander Tutsek-Stiftung in München. In: mundus. Nr. 1, 2013, S. 28–30. Skadi Heckmüller: Privatzugang. Private Kunstsammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Distanz Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942405-08-9, S. 76–79. Simone Thaler, Stefan Ast (Hrsg.): Stifterland Bayern. Bundesverband Deutscher Stiftungen e. V., Berlin 2008, S. 70–71. Margareta Benz-Zauner: Gläserne Kunstwerke. In: Kultur & Technik. Nr. 3, 2006, S. 56–57. Uta Klotz: Alexander Tutsek-Stiftung. In: Neues Glas/New Glass. Nr. 3, 2004, S. 34–39. Rosemarie Vocht-Mields: Die Alexander Tutsek-Stiftung verbindet Wissenschaft und Kunst. In: Keramische Zeitschrift. Nr. 9, 2003, S. 728–730.
Weblinks Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Sammlung moderner oder zeitgenössischer Kunst Kategorie:Kunstmuseum in München Kategorie:Stiftung in München Kategorie:Stipendium Kategorie:Stiftungsgründung 2000