mini|hochkant=1.5|Die Ausmaße Paris’ seit dem 4. Jahrhundert mini|Alt-Paris vor dem Eiffelturm bei der Weltausstellung 1900
Die Zeittafel Paris stellt wichtige Ereignisse in der Geschichte der Hauptstadt Frankreichs dar.
Vor- und Frühgeschichte 40.000 v. Chr.: erste Belege für menschliche Siedlungen auf dem Gebiet von Paris 4200 v. Chr.: Belege für durchgehende Besiedelung in Paris. 1991 wurden bei Ausgrabungen in Bercy unter anderem mehrere Einbäume aus Eichenholz, ein Bogen und Werkzeuge gefunden.
Antike Vor 300 v. Chr.: Ankunft des gallischen Stammes der Parisier in der Region Während der keltischen Zeit heißt die Region LoutoucheziLe vaisseau de Lutèce. In: library.la84.org. Abgerufen am 17. Juni 2016 (PDF; französisch)., was etwa „Siedlung in der Mitte des Wassers“ bedeutet. Die Römer formten diesen Begriff zu Lutetia um und der Geograph Ptolemäus nannte den Ort Lucotetia. Um 100 v. Chr.: Erste Goldmünzen der Parisiermini|Goldmünzen der Parisier 53 v. Chr.: Großer Rat der Gallier im Beisein Cäsars. Die Abgeordneten der Parisier sind nicht anwesend. Mai 52 v. Chr.: Bei der Schlacht von Lutetia siegen die Legionen Labienus’, eines Leutnants Cäsars, über Camulogenus’ Aulerker, Senonen und Parisier. Letztere bewohnten die Gegend seit mehreren Jahrhunderten. Die Gallier zerstörten lieber die Brücken und zündeten die Stadt an, als sie den Römer zu überlassen. Der Brand des gallischen Lutetias erlaubte den Römern die Stadt nach römischen Strukturen aufzubauen, zumal die Parallele zu Rom mit sieben Hügeln und einem Fluss offensichtlich ist. Zwischen 37 und 14 v. Chr.: Die Nautae Parisiaci (parisischen Schiffsleute) errichten eine Säule zu Ehren Jupiters: der Pfeiler der Nautae Parisiaci, der in den Fundamenten von Notre-Dame gefunden wurde.mini|100px|Nautenpfeilermini|Erster Plan Lutetias Zwischen 50 und 100 n. Chr.: Erbauung des Forums von Lutetia 65/66: Rekordwinter Zwischen 100 und 200: Errichtung dreier Thermen mit Wasser aus der Bièvre, das mit einem 16 km langen Aquädukt antransportiert wird, sowie eines Amphitheaters mit 17.000 Plätzen (die Arena von Lutetia) und eines Theaters mit 3000 Plätzen. Um 250: Martyrium des ersten Bischofs von Paris, Dionysius von Paris. Dieser war einer von sieben Bischöfen, die ausgesandt wurden um Gallien zu missionieren. Der Erfolg des Missionars zog den Hass der Heiden auf sich, die ihn daher auf dem Montmartre enthaupteten. Die Legende stellt genauer dar, dass Dionysius seinen Kopf in die Hände nahm; dies wird die häufigste Darstellung des zukünftigen Nationalheiligen Frankreichs. 275 oder 276: Plünderung vermutlich durch Germanen vom linken Seine-Ufer 291/292: Rekordwinter; erstes überliefertes Gefrieren der Seine Um 300: Aus Lutetia wird Paris. Um 308: Erbauung einer Stadtmauer um die Île de la Cité um germanischen Angriffen vorzubeugen März 346: 20 Tage Dauerregen; Hochwasser 350: Die Pariser erbauen ihre erste Basilika, die dem heiligen Stephanus geweiht wird. Diese Basilika befand sich in unmittelbarer Nähe der heutigen Kathedrale Notre-Dame de Paris Februar bis Juli 358: Caesar Julian hält sich in Paris auf, bevor er Feldzüge gegen Alamannen und Franken antritt. 359/360: Julian kehrt nach seinen siegreichen Feldzügen nach Paris zurück. Er wohnt wahrscheinlich in einem Palais, das sich an der Spitze der Île de la Cité befindet und in welchem später die merowingischen Könige residieren. 360: Konzil in Paris zur Häresie des Arianismus. Diese christliche Lehre, benannt nach Arius, lehnt die Dreifaltigkeit ebenso wie die Autorität des Papstes ab. Sie wurde bereits beim Ersten Konzil von Nicäa verurteilt und verbreitete sich mit germanischen, gotischen sowie burgundischen Völkern über Europa. Paris wird – mehr noch als Rom – die Stadt, die den Arianismus am meisten ablehnt und bleibt den römischen Christen treu. 361: Julian wird Kaiser und schreibt in Misopogon: Oktober bis Dezember 365: Erster Aufenthalt von Kaiser Valentinian I. in Paris Juni 366: Zweiter Aufenthalt Valentinians in Paris. Man bringt ihm den Kopf des Gegenkaisers Procopius, der von Valens besiegt wurde. Er empfängt hier auch Jovian, der die Alamannen besiegt hat. 383: Schlacht bei Paris zwischen den Truppen von Usurpator Magnus Maximus und denen von Kaiser Gratian Um 385: Durchreise des heiligen Martin, der einen Leprakranken am Nordtor der Stadt mit einem Kuss und einem Segenspruch heilt November 397: „Sommer des hl. Martin“ vom 8. bis 11. November erblühen die Rosen wieder 451: Genoveva von Paris sagt die Verschonung von Paris beim Vorstoß Attilas Hunnen voraus und ermahnt die Bewohner Paris’ nicht vor diesen zu fliehen, die schließlich an Paris vorbei nach Orléans zogen. Sie wird in der Stadt sehr bekannt.mini|Genoveva von Paris 464–465: Belagerung von Paris durch den fränkischen Kleinkönig Childerich I., der die Römer aus Paris vertreibt. Um 475: Erbauung einer Basilika über dem Grab des Dionysius von Paris 486: Genoveva von Paris verhandelt mit Chlodwig I. um die Unterstellung von Paris unter Chlodwigs Herrschaft. Chlodwig erreichte zuvor einen entscheidenden Sieg über den Römer Syagrius, aber Genoveva verweigert ihm den Zutritt nach Paris. Er belagert die Stadt, in der daraufhin eine Hungersnot ausbricht. Genoveva organisiert die Verpflegung und Chlodwig beendet die Belagerung. Diese angespannte Situation zwischen Paris und Chlodwig besteht zehn Jahre. Paris bildet also eine katholische Enklave mitten in vom Arianismus dominierten Gebiet, weshalb Genoveva die Beziehungen zum heidnischen – nicht wie die anderen Barbaren arianistischen – König Chlodwig nicht endgültig beenden will. Die Niederlage des „letzten Römers“ Syagrius kennzeichnet in Paris den Wechsel vom Altertum zum Mittelalter bzw. zur Spätantike.mini|hochkant|Chlodwig I.
Mittelalter
Frühmittelalter 494: Chlodwig I. wird von seinem katholischen Umfeld allmählich zum Katholizismus bekehrt. Die politischen Vorteile sind offensichtlich, zumal sich zahlreiche Städte, die hartnäckig katholisch blieben, wie Paris, einen katholischen König wünschen. Das erste Anzeichen der sukzessiven Konversion ist die Taufe seines Sohnes. Letzterer verstirbt jedoch kurz nach der Sakramentenspendung, was bei Chlodwig eine Riesenwut auslöst, die sich in einer erneuten Belagerung von Paris ausdrückt. Genoveva von Paris organisiert wieder die Verpflegung der Bevölkerung und Chlodwig hebt die Belagerung auf. 496 oder 498: Die Konversion Chlodwigs zum Katholizismus in Reims wird in Paris mit Jubel registriert. Die Stadt gewährt dem konvertierten Frankenkönig seitdem Eintritt. Die Rückeroberung der häretischen arianistischen Gebiete beginnt. Chlodwig ist seinerzeit der einzige amtierende katholische König; Frankreich erbt Chlodwigs Spitzname „Fils aîné de l’Église“ (Ältester Sohn der Kirche, „France, Fille aînée de l’Église“: Frankreich, älteste Tochter der Kirche). 3. Januar 500 oder 502: Tod der Genoveva von Paris: Sie wird auf dem „Berg“ begraben, der daraufhin ihren Namen trägt. Chlodwig lässt dort die Apostelkirche errichten, die im 12. Jahrhundert durch die Basilika St. Genoveva und im 18. Jahrhundert durch das Panthéon ersetzt wird. Später wird Genoveva Schutzpatronin von Paris. 508: Nachdem Chlodwig den westgotischen König Alarich II. in einem Zweikampf während der Schlacht von Vouillé tötet, wohnt Chlodwig in Paris, das sich zur Hauptstadt seines Reichs entwickelt.mini|Plan von Paris im Jahr 508 510: Proklamation der Lex Salica: Als Erneuerer des Rechtsstaats lässt Chlodwig zwischen 508 und 510 die erste Gesetzgebung Frankreichs verfassen. Bis zur französischen Revolution und der Abfassung des Code civil bleibt die Lex Salica die grundlegende Verfassung. Insbesondere die Gleichheit der Franken und Galloromanen, die Ehefreiheit und das Ende der Rachepflicht sind dort festgeschrieben. 511: Gründung der Abtei Sainte-Geneviève. 10. Juli: Der Pariser Bischof Heraclius ist beim ersten Konzil von Orléans anwesend. Nach dem 29. Oktober: Tod König Chlodwigs in Paris. Er wird – wie Genoveva – in der Apostelkirche begraben. Sein Reich wird auf seine vier Söhne aufgeteilt. Childebert I. wird König in Paris. 522: Seinehochwasser 7. Mai 538: Amélius, Bischof von Paris, ist beim dritten Konzil von Orléans. Um 540: Erbauung der Kathedrale Saint-Étienne, des Vorgängerbaus der Kathedrale Notre-Dame de Paris. 543 bis 547: Gründung der Kirche Saint-Vincent-Sainte-Croix, mit Abtei auf den Ruinen des Isis-Tempels. 551, 552 oder 553: Zweites Konzil von Paris. Die Absetzung von Bischof Saffarace wird bestätigt. Er muss in Abgeschiedenheit in ein Kloster ziehen. 552: Ein Großfeuer verwüstet Paris 558: Chlothar I., Frankenkönig von Soissons residiert in Paris 577: Chilperich I. lässt das römische Amphitheater wiederherstellen und veranstaltet Aufführungen. Um 580: Erbauung von Saint-Germain-l’Auxerrois und Saint-Julien-le-Pauvre Februar 583: Erstes erwähnenswertes Seine-Hochwasser. Gregor von Tours hält fest, dass man zur Île de la Cité und der Pfarrkirche Saint-Laurent nur mit dem Boot gelangt.Gregor von Tours: Geschichte der Franken 583/584: Sehr milder Winter: Rosen im Januar 585: Ein Großbrand verwüstet die Île de la Cité. Lediglich die Kathedrale und die umgebenden Gebäude bleiben verschont.Pierre Larousse: Grand dictionnaire universel du XIXe siècle. Volume 12 595: Chlothar I. regelt in einem Erlass, dass die Nachtwächter von Paris für Diebstahl verantwortlich sind, wenn sie den Dieb nicht aufhalten. 10. Oktober 614: Konzil zur Freiheit der Bischofswahlen und zur Gerichtsbarkeit der Bischöfe über Kleriker. Seit dem Konzil von Clermont 535 wurden Bischöfe bereits frei von Klerikern und dem Volk gewählt. 628 bis 638: Dagobert I. residiert in Paris und Clichy-la-Garenne 651 bis 656: Errichtung des Hôtel-Dieu durch Landericus von Paris. Es ist das erste Hospital von Paris.mini|(Altes) Hôtel-Dieu 666: In Paris geht die Pest um 719: Karl Martell zieht siegreich in Paris ein 28. Juli 754: Päpstliche Salbung Pippins des Jüngeren sowie seiner beiden Söhne Karlmann I. und Karl des Großen durch Papst Stephan II. in der Abtei Saint-Denis.mini|hochkant|Karlsbüste (Karl der Große) 763/764: Sehr strenger Winter vom 30. Oktober bis zum 10. Februar: Das Meer an der Normandieküste gefriert. Die Seine gefriert überall in Paris und Umgebung. In bestimmten Regionen fallen bis zu zehn Meter Schnee. Oliven- und Feigenpflanzungen werden zerstört. Die Folge ist eine große Hungersnot. 781: Karl der Große gründet eine Schule, den Vorläufer der Université de Paris 820: Nachweis der ältesten Straße in Paris: die Rue Saint-Germain. Seine-Hochwasser 821: Seine-Hochwasser 842: Seine-Hochwasser 845: 28. März: Zum ersten Mal stehen die Wikinger vor den Mauern von Paris. An der Spitze der 120 Wikingerschiffe für 6000 Mann steht der Däne Ragnar Lodbrok: Karl der Kahle bezahlt 7000 Silber-Livre für deren Abzug.mini|hochkant|Wikingerschiff Hungersnot infolge klimatischer Ursachen und der Zerstörungen der Wikinger. 854: Seine-Hochwasser 855 bis 876: elf Hungersnöte in 20 Jahren. 28. Dezember 856: Zweite Belagerung durch die Wikinger, die die Stadt in Brand setzen. 12. Juni 857: Erneuter Angriff der Wikinger. Alle Kirchen brennen ab, nur Saint-Germain-des-Prés und die Kathedrale von Saint-Denis werden gegen Zahlung eines hohen Lösegelds verschont. 3. April 858: Erstürmung der Abtei Saint-Germain-des-Prés durch die Wikinger. 860: Errichtung der Pont Charles-le-ChauveLe pont Charles-le-Chauve. Abgerufen am 13. August 2016 (französisch). 861: Erneuter Wikinger-Angriff auf Paris: die Stadt und die Abtei Saint-Germain-des-Prés werden in Brand gesetzt 869: Erneuter Wikinger-Angriff auf Paris: die Abtei Saint-Germain-des-Prés wird geplündert 870: Um Paris vor den Wikinger-Angriffen zu schützen, werden auf Geheiß von Karl dem Kahlen die Brücken Grand Pont und Petit Pont erbaut. 877: Paris ist von einer Stadtmauer umgeben. 885: