Araba Evelyn Johnston-Arthur ist eine österreichische Wissenschaftlerin, Kuratorin und Aktivistin. Sie lebt in Wien und Washington.
Leben und Werk Johnston-Arthur wurde 2020 an der Howard University in Washington D.C. in Politikwissenschaften promoviert. Ihre Dissertationsschrift trägt den Titel Un/silencing Resistance in the African Diaspora: Unokanma Okonjo and the Pan African Student Union of Austgria (PASUA), 1961-1964.
Johnston-Arthur setzte sich bereits als Schülerin gegen Rassismus und Diskriminierung von Migranten und Österreichern ein, die der Diaspora aus Afrika angehören. Sie studierte Afrikawissenschaften und Racism and Migration Studies in Legon (Ghana), Wien und London und war Mitgründerin von PAMOJA, der Bewegung der Jungen Afrikanischen Diaspora in Österreich, sowie des Network of African Communities (gegen institutionellen Rassismus) und der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte. Sie gehört der Arbeitsgruppe Remembering Silences an, die von Ahmed Al-Nawas geleitet wird. 2006 kuratierte sie – gemeinsam mit Ljubomir Bratić, Lisl Ponger, Nora Sternfeld und Luisa Ziaja – die Ausstellung Verborgene Geschichte/n – Remapping Mozart, ein Projekt des museum in progress zum Mozartjahr 2006 an vier Standorten in Wien.Mozartjahr 2006: Verborgene Geschichte/n – Remapping Mozart, abgerufen am 12. Juni 2016. 2007 gestaltete sie gemeinsam mit Nora Sternfeld die Ausstellung Let it be known!, Gegengeschichte/n der afrikanischen Diaspora in Österreich, in der Hauptbücherei am Wiener Gürtel.translate.eipcp.net: , Hauptbibliothek am Gürtel Wien, 17.. Mai bis 31.. August 2007, abgerufen am 12. Juni 2016. Gemeinsam mit Jelena Micić war sie künstlerische Co-Leiterin der WIENWOCHE 2025, Festival für Kunst und Aktivismus, die den Titel Breathe Again trug.
Von 2006 bis 2013 hatte sie Lehraufträge an der Universität Wien,https://germanistik.univie.ac.at/personen/johnston-arthur-araba-evelyn/ weitere Lehrtätigkeit zudem an der an der Howard University im Department of World Languages and Cultures, an der Akademie der bildenden Künste in Wien, der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und der Universität für angewandte Kunst Wien.
Johnston-Arthur war 2007 in Lisl Pongers Film Imago Mundi beteiligt und übernahm 2008 die Rolle der Cassandra im Spielfilm Teza von Haile Gerima. Dieser Film wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
Forschung Araba Evelyn Johnston-Arthurs intersektionale, transdisziplinäre und rassismuskritische Forschung ist erinnerungspolitisch ausgerichtet und thematisiert politische Bewerungsgeschichten, dekoloniale Ästhetiken und (neo)koloniale Überwachungsregime. Die Forschung verknüpft Kontexte und Praktiken der Wissensproduktion in West-Afrika, den Afrikanischen Diasporas in Österreich, Deutschland, Finnland und den USA. Ältere Arbeiten thematisieren explizit institutionellen Rassismus. In einem Zeitungsinterview spricht sie davon, wie in einem österreichischen Kontext nach wie vor verleugnet wird, dass es Rassismus überhaupt gibt, bzw. wenn Rassismus überhaupt benannt wird, wird er auf einzelne Ereignisse heruntergebrochen und nicht als systematisch anerkannt. Dabei wird auch klassistisch argumentiert, wenn beispielsweise Rassismus als Problem von Modernisierungsverlieren beschrieben wird. Damit wird Rassiusmus auf die „Anderen“ projiziert und übersehen, wie Rassismus in Institutionen (zum Beispiel in Justiz oder Schule etc.) wirkt.
Filmografie 2007: Imago Mundi 2008: Morgentau (Teza)
Weblinks
Sendung ohne Barrieren (YouTube), September 2014
Einzelnachweise
Kategorie:Menschenrechtsaktivist (Österreich) Kategorie:Sozialwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Howard University) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau