Die Airbus S.A.S. ist ein europäischer Flugzeughersteller von Verkehrsflugzeugen mit Sitz im französischen Toulouse und verantwortet als Tochtergesellschaft der Airbus-Gruppe die Airbus Commercial Aircraft genannte Zivilflugzeugsparte. Sie ist der größte europäische und seit Ende 2019 auch weltweit der größte Flugzeughersteller. Zusammen mit Boeing bildet Airbus ein Duopol für Großraumflugzeuge.

Airbus lieferte das erste Flugzeug vom Typ Airbus A300, dessen Prototyp erstmals am 28. Oktober 1972 geflogen war, am 30. Mai 1974 an den Erstkunden Air France aus. Im Oktober 2016 wurde das 10.000. Flugzeug, ein A350-900 für Singapore Airlines, ausgeliefert. Montagewerke befinden sich in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, China und den USA.

Geschichte

Am 18. Dezember 1970 wurde die Airbus Industrie in der Gesellschaftsform einer groupement d’intérêts économiques von den Gründungsmitgliedern der staatlichen französischen Aérospatiale und durch die Deutsche Airbus GmbH gegründet. Die spanische CASA trat Airbus 1971 bei, British Aerospace folgte 1979.

Produktion Werke und Produktionsstätten mini|Transport der Rumpfteile einer A380 auf der Ville de Bordeaux, hier auf der Garonne bei Bordeaux

Die einzelnen Standorte von Airbus sind zum Teil historisch begründet. Dabei richtet sich die Arbeitsverteilung nach den nationalen Besitzanteilen an Airbus, die sich dann wieder auf Frankreich, Deutschland, Spanien und das Vereinigte Königreich verteilen.

Es wurden aber auch neue Standorte gegründet. Im Tausch gegen große Flugzeugorders wurden ebenfalls Arbeitsplätze in anderen Staaten geschaffen. Beispielsweise wurde in China, als Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen, eine Endmontagelinie (FAL = final assembly line) für die A320-Familie gebaut. Die einzelnen Airbus-Standorte haben sich auf bestimmte Teilgebiete spezialisiert, so findet etwa die Endfertigung aller Tragflächen in Broughton statt. Eine schnelle Schließung der britischen Werke ist daher nach einem Verkauf des 20-prozentigen Anteils der BAE Systems an EADS nicht zu erwarten.

Deutschland

Standorte von Airbus Operations

Hamburg Sitz der Geschäftsführung der Airbus Operations GmbH und von Airbus Commercial Aircraft in Deutschland Programmsitz der Single Aisles A320 Family, inklusive XLR In Hamburg findet in zwei Fertigungsendlinien die Endmontage (FAL, engl. Final Assembly Line) für die A318, A319 und A321 statt. Wegen großer Nachfrage wird seit März 2008 die A320 in einer dritten Fertigungslinie auch in Hamburg endmontiert.Hamburger Abendblatt: Airbus baut erstmals den A320 in Hamburg, 26. März 2008. 2018 wurde eine vierte Fertigungslinie für die Endmontage der A320-Familie eröffnet. Der Hamburger Airbus-Standort ist zweigeteilt - Es gibt die Airbus Operations GmbH mit den Flugzeug-Endmontagelinien (FAL, engl. Final Assembly Line), und Airbus Aerostructures GmbH, mit dem Rumpfsektionsbau und der Ausrüstungsmontage.

Das Werk im Stadtteil Finkenwerder liegt auf dem Gelände der 1933 gegründeten Hamburger Flugzeugbau (speziell für den Bau von Wasserflugzeugen gegründet, da Finkenwerder eine Halbinsel ist) und besitzt einen eigenen Werksflughafen. Um neue Produktionshallen für den Airbus A380 zu errichten, wurde ein Teil des ehemals für den Bau von Wasserflugzeugen vergrößerten Mühlenberger Lochs wieder zugeschüttet.Letzte Sandfuhre: Jetzt ist das Mühlenberger Loch zu. In: Hamburger Abendblatt. 27. August 2004. Der Standort war umstritten. Kritiker monierten, dass sich das Areal schlecht für Erweiterungen des Werkes eigne, schlecht zu erreichen und auch nicht sicher vor Sturmfluten sei (siehe Sturmflut 1962). Die Entscheidung für die Halbinsel Finkenwerder sei politisch motiviert gewesen. Airbus beschäftigte in Finkenwerder im Jahr 2000 7.628 Mitarbeiter und im Jahr 2006 11.449 Mitarbeiter, 2017 bereits 12.500 Mitarbeiter. Bei der A380 wurde in Hamburg die Sektionsmontage mehrerer Rumpfsektionen sowie die Kabinenausstattung und Lackierung durchgeführt. Über das Hamburger Airbus-Gelände und durch ausgewählte Werkshallen gibt es mit gültigen Ausweispapieren nach Voranmeldung und mit Werksschutzbegleitung eine Führung.Globetrotter Werksführung. Let's visit Airbus.

In Hamburg-Groß Borstel befindet sich das „Airbus Material Support Center“ (MSC), das mit rund 450 Mitarbeitern die weltweite Ersatzteil-Logistik steuert und die Kunden mit Fachkräften und Werkzeug zur Wartung und Instandsetzung unterstützt. Ein Vorrat an Ersatzteilen von rund 115.000 verschiedenen Teilen bei fast 2,5 Millionen Artikeln liegt dort bereit. Weitere zehn Lager weltweit, der direkte Versand der Airbus-Werke und der Unterlieferanten stellen eine Versorgung sicher.

Buxtehude

Der Standort Buxtehude beschäftigt insgesamt rund 400 Mitarbeiter auf einer Fläche von ca. 17.000 m². Buxtehude hat sich auf die Entwicklung und Integration des elektronischen Kabinenmanagementsystems CIDS spezialisiert, weitergehend werden am Standort wichtige Bestandteile der Kabinen- und Sitzelektronik entwickelt. Im Jahr 2010 wurde Airbus Buxtehude für die Entwicklung des „Digital Cabin Logbook“ der Crystal Cabin Award, die bedeutendste Auszeichnung für Flugzeugkabinen, verliehen. Eine Besonderheit des Standortes ist die Tatsache, dass dort neben Airbus auch die 100-Prozent-Airbus-Tochter KID-Systeme GmbH beheimatet ist.

Bremen

Kompetenzzentrum für High-Lift Systeme. Flügelausrüstung der A330 und A350 Bau von Landeklappen für alle Airbus Programme.

Standorte von Airbus Aerostructures GmbH (ASA)

Die hundertprozentige Airbus-Tochter umfasst vier weitere Produktionsstandorte in Deutschland: die Hamburger Zentrale, das Werk in Stade sowie die ehemaligen Premium Aerotec-Werke Nordenham und Bremen.

Hamburg

Sitz der Geschäftsführung der Airbus Aerostructures GmbH Kompetenzzentrum für strukturelle Rumpfmontage Strukturelle Montage und Ausstattung von Rumpfsektionen der A320-Familie Strukturelle Montage und Ausrüstung der vorderen und hinteren Rumpfsektionen von A330 und A350 Die modernste Strukturmontagelinie von Airbus mit Robotern, automatischer Positionierung durch Lasermessung und verbesserter Ergonomie

mini|Werksgelände Hamburg-Finkenwerder (östlicher Teil)

Nordenham

Eine moderne Produktionsstätte im Bereich der integrierten Schalenfertigung Produktion von rund 5.000 Rumpfschalen pro Jahr mit modernsten automatischen Nietanlagen Umfassende Fertigungskompetenz von der Rohbaufertigung (Metall und CFK) über den Oberflächenschutz bis hin zur Montage von Rumpfsektionen

mini|Werksgelände ASA Nordenham in Nordenham (Mai 2012)

mini|Das Werk in Stade aus der LuftStade Produktionslinie für Seitenleitwerke aus CFK für alle Flugzeuge der A320-Familie, A330, A350 und A400M Kompetenzzentrum für Teile aus leichtem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK) Produktion der A350-Flügelabdeckung und der A400M-Flügelabdeckungen

Bremen

Kompetenzzentrum für Technologieentwicklung, Industrialisierung und Fertigung komplexer metallischer und thermoplastischer CFK-Bauteile; Spezialisiert auf die Produktion hochwertiger Blechumformteile in drei Fertigungslinien

Deutsche Standorte der Airbustochter Premium Aerotec Die folgenden Werke wurden ausgegliedert und in der Tochtergesellschaft Premium Aerotec zusammengefasst und werden bis Mitte 2025 in die Airbus Aerostructures GmbH eingegliedert. Augsburg: Augsburg ist der Firmensitz von Premium Aerotec. Etwa 4.000 Mitarbeiter sind auf Teilfertigungen bei Großaufträgen in der europäischen Luftfahrt spezialisiert. Speziell Rumpfsektionsbau. Varel: In Varel arbeiten knapp 1.500 Mitarbeiter in der Produktion von Flugzeugteilen und in der Herstellung von Fertigungs- und Montagevorrichtungen. Heute verantwortet Varel vor allem die Montage der Tür- und Torrahmen aus CFK und Titan für die Rumpfsektionen. Im Bereich des metallischen 3D-Druck ist Varel Vorreiter und beherrscht die gesamte Prozesskette der AM-Technologie.

Frankfurt

Im Ersatzteillager in Frankfurt am Main befinden sich über 600 Großbauteile, die z. B. bei Versicherungsschäden benötigt werden.

Ehemalige Airbuswerke in Deutschland Die folgenden Werke sind nicht mehr Teil von Airbus. Rostock: Am Standort Rostock und seinem Großraum sind mehrere größere Firmen als Zulieferer mit insgesamt rund tausend Mitarbeitern aktiv,, Wirtschaftsministerium MV, abgerufen am 12. November 2014. darunter die ehemalige Airbus-Gesellschaft RST Rostock-System-Technik GmbH (2015 an die FERCHAU Engineering GmbH verkauft) In: ferchau.com, 23. März 2015. mit über 150 Mitarbeitern, die sich am 2007 eröffneten Zentrum für Luft- und Raumfahrt des Technologieparks Warnemünde befindet. Unter den dort gefertigten Komponenten sind Simulatoren für das Training von Flugpersonal, Kabelbäume, Vorrichtungen und Montagesysteme, Geräte zur automatisierten Funktionsprüfung, fernbedienbare Manipulatoren, spezialisierte Testinfrastruktur und Gas-Sensorsysteme für Sicherheitsanwendungen. Laupheim: Das ehemalige Airbuswerk in Laupheim wurde im Oktober 2008 im Rahmen des Sparprogramms „Power8“ an die Firma Diehl Aerospace GmbH verkauft.

Frankreich Toulouse mini|Werksgelände St. Martin mini|Airbuswerk in Nantes

In Toulouse befindet sich der größte Airbus-Standort. Dabei handelt es sich sowohl um den administrativen Hauptsitz (Central Entity) als auch um mehrere Airbus-Werke. Die Werksgelände teilen sich im Wesentlichen in St. Martin du Touch, Clement Ader und J. L. Lagardère auf. Diese liegen direkt um den Flughafen Toulouse-Blagnac verteilt.

In Toulouse werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert, bis 2007 gehörten auch die A300 und A310 dazu und bis November 2011 die A340.

Die Werke in Nantes, Méaulte, Rochefort und Saint-Nazaire gehören seit Anfang 2022 zum Bereich Aerostructures von Airbus Atlantic, als französisches Pendant zur deutschen Airbus Aerostructures.

Spanien Sevilla In Sevilla (ca. 2000 Mitarbeiter) findet die Endmontage der militärischen Transportflugzeuge CN-235, C-295 und A400M von Airbus Defence and Space statt.

Weitere Standorte in Spanien sind Getafe, Illescas und El Puerto de Santa María (Provinz Cádiz; Das ehemalige Werk in Puerto Real wurde 2024 verkauft. Zuvor waren seine verbliebenen Arbeitspakete 2023 in das nahegelegene und bis dahin von Airbus DS geführte Centro de Bahía de Cádiz verlagert worden, dass zu diesem Zeitpunkt als Airbus Cádiz an die Konzernmutter angegliedert wurde).

Vereinigtes Königreich In Großbritannien werden die Tragflächen entwickelt und hergestellt. Standorte befinden sich in Filton (mit über 4500 Mitarbeitern in Verwaltung, Entwicklung von Tragflächen, Kraftstoffsystemen und Fahrwerksbaugruppen so wie anderen Bereichen) und Broughton (mit ca. 5000 Mitarbeitern mit Schwerpunkt Fertigung und Entwicklung von Tragflächen). Im September 2008 wurde ein Teil des Filtoner Werks an das britische Luftfahrtunternehmen GKN im Zuge des Sparprogramms Power8 verkauft.Sparprogramm „Power8“ Airbus verkauft Werk in Filton an britische GKN. In: Handelsblatt.com, 15. September 2008.

China mini|Endmontagelinie der A320-Familie in Tianjin (Aufnahme: 2008)

Neben Toulouse und Hamburg wurde eine weitere Endmontagelinie für Flugzeuge der A320-Familie in Tianjin/Volksrepublik China aufgebaut. Pläne für die weitere Produktion sehen eine stückweise Erhöhung auf sechs Maschinen monatlich ab 2020 vor, entsprechende Vorverträge wurden im Januar 2018 geschlossen.

USA