Rewa ( ebenfalls Rewa) ist ein Dorf in der Landgemeinde Kosakowo (Kossakau) im Powiat Pucki (Putziger Kreis) der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Fischerdorf Rewa liegt im ehemaligen Westpreußen, an der Putziger Wiek (Zatoka Pucka), etwa neun Kilometer nordöstlich der Stadt Rumia (Rahmel).
Durch die Putziger Wiek verläuft zwischen Rewa und der Ortschaft Kuźnica (Kußfeld) auf der Halbinsel Hel eine durchgehende schmale Sandbank, die Reff genannt wurde. Diese Sandbank steht bei Anschwellen der See oft unter Wasser und hinterlässt bei Zurückweichen des Wassers kleine Durchgänge, die von Fischerbooten passiert werden können; die tiefste dieser Passagen wird Kuźnica (Deepke – kleine Tiefe) genannt.Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. Band 1, Halle 1791, S. 831. mini|Rewa, an der Putziger Wiek, nördlich von Danzig und ostnordöstlich von Neustadt in Westpreußen, auf einer Landkarte von 1890
Geschichte mini|Badestrand an der Sandbank Reff bei Rewa mini|Sonnenuntergang an der Zatoka Pucka bei Rewa Die Region im nördlichen Pommerellen gehörte im Mittelalter administrativ zum Burgbezirk Danzig, der 1309 in den Besitz des Deutschordensstaates gekommen war. 1440 schloss sich Danzig dem gegen den Deutschen Orden opponierenden Preußischen Bund an und 1466 freiwillig dem autonomen, unter der Schirmherrschaft der polnischen Krone stehenden Preußen Königlichen Anteils.
Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 kam das Gebiet um Putzig und Neustadt an das Königreich Preußen. 1785 wird Rewa als ein königliches Fischerdorf mit zwanzig Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet, das zum Domänenamtsbezirk Brück gehörte.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 18.
Bis 1919 gehörte Rewa zum Landkreis Putzig im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Region, mit Wirkung vom 20. Januar 1920, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages zum Zweck der Verlegung des Polnischen Korridors durch das Reichsgebiet an die Zweite Polnische Republik abgetreten. Durch den Überfall auf Polen 1939 kam das entnommene Gebiet des Polnischen Korridors mit Rewa an das Reichsgebiet zurück und gehörte bis 1945 zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Im Frühjahr 1945 besetzte die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Rewa zusammen mit Westpreußen, ganz Hinterpommern und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 143 königliches Dorf;Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preussischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 140, Ziffer 1396 (Google Books); davon drei Lutheraner und 140 KatholikenDanziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 178–179, Ziffer 241 (Google Books). 1852 300 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 450 (Google Books). 1864 456 am 1. Dezember, GemeindebezirkPreußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig (7. Kreis Neustadt). Berlin 1867, S. 26–33, Ziffer 151 (Google Books). 1867 446 am 3. Dezember, Gemeindebezirk 1871 481 am 1. Dezember, Gemeindebezirk, darunter acht Evangelische und 473 KatholikenKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 390–391, Ziffer 78 (Google Bookks). 1905 413 am 1. Dezember, Landgemeinde, sämtlich Katholiken (davon acht mit deutscher Muttersprache und 405 mit kaschubischer Muttersprache)Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Provinz Westpreußen, Berlin 1908; Abschnitt 21: Kreis Putzig, S. 102–103, Ziffer 44 (kpbc.umk.pl) 1910 396 am 1. Dezember, Gemeindebezirk, darunter eine Person mit deutscher Muttersprache (Katholik) und 395 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft 2: Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig. Berlin 1912; Abschnitt 12: Kreis Putzig, S. 48–49, Ziffer 44 (Google Books). Im Jahr 2011 hatte der Ort 972 Einwohner.
Literatur Rewa, Dorf, an der Putziger Wiek, Kreis Putzig, Regierungsbezirk Danzig, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rewa (meyersgaz.org). Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, 637–639 (pbc.gda.pl) Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872 (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Oxhöfter Kämpe (Territorial.de)
Siehe auch Liste der Seebäder und Badeorte an der Ostsee in Polen
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Kosakowo Kategorie:Fischersiedlung