Bernardo Gianoncelli, genannt Bernardello († vor 1650 wohl in Venedig), war ein italienischer Lautenist und Komponist des Barock.
Leben und Werk Gianoncelli war einer der letzten italienischen Komponisten für die Barocklaute. Über sein Leben ist fast nichts bekannt. Seine Witwe gab 1650 eine Sammlung seiner Kompositionen unter dem Titel Il liuto di Bernardo Gianoncelli heraus, Faksimilie-Edition: die in einem einzigen Exemplar in der Biblioteca Nazionale Marciana in Venedig erhalten geblieben ist. Die Sammlung enthält mehrere Suiten für Laute, die nach Tonarten angeordnet sind. Sie gehören zu den letzten italienischen Beiträgen zur Entwicklung der Suite als geschlossener musikalischer Form.Tobias Norlind: Zur Geschichte der Suite. In: Sammelbände der Internationalen Musik-Gesellschaft. Band 7, 1906, S. 172–203, hier S. 192 (). Gianoncellis Kompositionen offenbaren einen neuen Stil, der eine verbesserte Kontrapunktik mit homophoner Melodik verbindet.Josef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Verlag der Zeitschrift für die Gitarre, Wien 1926–28. Reprint: Georg Olms Verlag, Hildesheim 2003, ISBN 3-487-04290-8, S. 171 (). Auch experimentierte er mit neuen Stimmungen für die Laute.Hans Radke: Theorbierte Laute (Liuto attiorbato) und Erzlaute (Arciliuto). In: Die Musikforschung. 25. Jahrg., H. 4 (Oktober/Dezember 1972), S. 481–484, .Thomas J. Mathiesen: Skindapsos, Pandoura, and Trichordon: Hellenistic Lutes? In: Lute Society of America Quarterly. Band 41, 2008, S. 1–35, hier S. 23 (). Sein bekanntestes Werk ist eine Bergamasca, die von dem Musikwissenschaftler Oscar Chilesotti 1891 herausgegeben wurde. Ottorino Respighi schuf eine instrumentierte Version davon, die er in seine 2. Suite der Antiche danze ed arie aufnahm.
Literatur Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 4. Band. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1901, S. 237 (). Michael Kennedy, Joyce Bourne: The Concise Oxford Dictionary of Music. 5. Auflage. Oxford University Press, 2004, ISBN 0-19-860884-5, S. 284 (; auch online über Oxford Reference). Pier Luigi Polato: Notizie su Bernardo Gianoncelli «mastro di liuto» veneziano. In: Il Flauto dolce. 12 (April 1985), S. 16–17, .
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Einzelnachweise
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