mini|Autor von Das Nest: Kenneth Oppel mini|Illustrator von Das Nest: Jon Klassen (2014 beim Internationalen Literaturfestival Berlin)
Das Nest (Originaltitel: The Nest) ist ein Kinderroman des kanadischen Schriftstellers Kenneth Oppel, illustriert von dem kanadischen Künstler Jon Klassen. Das Buch erzählt eine zwischen Realität, Fantasie und Traum angesiedelte Geschichte, in deren Zentrum der ängstliche Junge Steve steht. Diesem machen seine Albträume zu schaffen, in denen eine bösartige Wespenkönigin ihm anbietet, seinen kranken, gerade auf die Welt gekommenen Bruder Theodor durch einen gesunden Bruder zu ersetzen.
Das Nest erschien am 29. September 2015 beim amerikanischen Verlag Simon & Schuster in amerikanischem Englisch und hat einen Umfang von 256 Seiten. Die deutsche Übersetzung von Jessika Komina und Sandra Knuffinke erschien am 25. Januar 2016 beim Dressler Verlaghttp://www.dressler-verlag.de/ und umfasst 217 Seiten. Weitere Übersetzungen des Buches erschienen unter anderem in Spanien, England und Dänemark.https://www.facebook.com/KennethOppelFan Das Nest lässt sich verschiedenen literarischen Genres zuordnen. Neben Eigenschaften eines Kinderbuchs weist es auch Eigenschaften eines Thrillers sowie eines Fantasyromans auf. Das Nest verhandelt unter anderem Themen wie Anderssein, Normalität, Einsamkeit, Familienzusammenhalt und kindliche Ängste.
Das Nest wurde in der Kategorie Editors´ Choice in der New York Times Book Review vorgestellt und unter anderem mit dem Book of the Year for Children Award der Canadian Library Association (2016) ausgezeichnet. In Deutschland zeichnete es Deutschlandfunk im April 2016 als eins der sieben besten Büchern für junge Leser aus. Im Feuilleton wurde Das Nest unter anderem als »dark and disturbing« und »unnerving psychological thriller« (Publishers Weekly, 20. Juli 2015)http://www.publishersweekly.com/978-1-4814-3232-0, »compelling and accessible« (Kirkus Review, 6. Oktober 2015)https://www.kirkusreviews.com/book-reviews/kenneth-oppel/the-nest/, »scary and subtle« (New York Times, Aimee Bender, 9. Oktober 2015), »great book« (The Guardian, Marcus Sedgwick, 30. April 2016) und »psychologisches Meisterwerk« (Süddeutsche Zeitung, Maren Bonacker, 27. Mai 2016) bezeichnet.
Inhalt Zusammenfassung Steves Eltern kommen mit ihrem gerade auf die Welt gekommenen Baby Theo nach Hause. Es hat eine seltene Krankheit und wird nie vollständig gesund werden. Sie verbringen viel Zeit mit dem Neugeborenen im Krankenhaus und sind oft traurig. In einem Traum erscheinen Steve leuchtenden Wesen, die ihm erzählen, dass sie das Baby gesund werden lassen können. Eines der Wesen wird sein Freund. Im Verlauf der Handlung stellt sich heraus, dass es sich bei den Wesen nicht um Engel, sondern um Wespen handelt, die ein Nest am Haus von Steve bauen. In dem Nest züchten sie angeblich ein neues, gesundes Baby. Steve findet heraus, dass das Wesen, mit dem er sich im Traum unterhält, die Wespenkönigin ist und dass sie Theo durch das im Wespennest gezüchtete Baby ersetzen möchten. Steve ist der Plan nun nicht mehr geheuer und er möchte nicht mehr Teil davon sein. Trotzdem versucht die Wespenkönigin, ihn weiterhin zu manipulieren. Steve ist sich nicht mehr sicher, ob es die Wespen nur im Traum gibt. Er findet immer mehr Beweise dafür, dass seine Träume Wirklichkeit sind. Als das gezüchtete Baby fertiggestellt ist, fordert die Wespenkönigin Steve auf, dafür seinen Babybruder herzugeben. Steve weigert sich, das zu tun, worauf die Wespen sein Haus angreifen und ihn stechen, sodass er beinahe stirbt. Mit Hilfe von Herrn Niemand, einer Gestalt, die bereits früher mit den Wespen zu tun hatte, tötet Steve die Wespenkönigin und rettet Theo.
Kapitel 1 In der zehnten Nacht nach der Geburt des Babys träumt Steve erstmals von den Wesen. Er hört sonderbare Musik, sieht alles in einem hellen Licht und hält die Wesen zunächst für Engel. Er hat das Gefühl, dass sie ihn kennen und beobachten. Eines der Wesen kommt näher und strahlt regelrecht Helligkeit aus. Es sagt Steve, dass sie wegen des Babys gekommen sind.
Kapitel 2 Steve hört abends manchmal, wie seine Eltern sich über Ärzte und Prognosen zu seinem Babybruder unterhalten. Sein Vater erklärt ihm, dass das Baby nicht gesund ist. Seine Eltern sind viel mit dem Baby beschäftigt und Steve muss oft an seinen Traum denken. An einem Tag isst die Familie draußen und Nicole telefoniert mit ihrem Spielzeugtelefon mit der imaginären Figur Herrn Niemand. Steve wird von einer Wespe in die Hand gestochen und hat eine allergische Reaktion. Er fährt mit seinen Eltern ins Krankenhaus und hat ein schlechtes Gewissen, weil seine Eltern sich um ihn kümmern müssen. In der Nacht nach dem Wespenstich hat Steve einen Albtraum, den er öfters träumt, doch dieses Mal erscheinen ihm die leuchtenden Wesen erneut und vertreiben die Albtraumgestalt. Steve steht im Traum in einer hellen Höhle und das Wesen sagt ihm, dass sie den Fehler, den das Baby hat, beheben können.
Kapitel 3 Steve erzählt seiner Mutter von dem Traum. Später entdeckt die Babysitterin Vanessa am Haus von Steves Familie ein Wespennest und vermutet, dass es keine normalen Wespen sind. Sie hören die Glocke vom Messermann und winken ihm zu. Abends erzählt Steve seinen Eltern von dem Wespennest, und sein Vater verspricht, sich darum zu kümmern.
Kapitel 4 Steve findet sich in seinem Traum erneut in der hellen Höhle wieder und redet mit der Gestalt, die er immer noch nicht genau erkennen kann. Die Gestalt erkundigt sich nach Steve und seiner Familie, und Steve fühlt sich sehr wohl mit ihr. Die Gestalt sagt, dass sie das Baby nicht reparieren werden, sondern ganz von vorn anfangen, gibt aber keine weiteren Informationen. Steve wacht auf und fühlt sich sehr glücklich.
Als Steve allein zu Hause ist, hört er den Messermann mit seinem Auto. Er hält an und klopft an die Haustür, aber Steve hat Angst und macht nicht auf. Der Messermann sieht Steve durch das Fenster und zeigt ihm ein Messer, das er auf der Veranda liegen lässt, bevor er wegfährt. Steves Vater nimmt das Messer in Gewahrsam, vermutet aber, dass der Messermann ungefährlich ist. Steve träumt wieder und kann das Wesen dieses Mal ein bisschen genauer erkennen. Die Gestalt erzählt Steve, dass sie an dem Baby arbeiten, bis Steve klar wird, dass es sich dabei nicht um seinen Bruder handelt, sondern um ein anderes Baby. Das Wesen sagt ihm, dass sie vorhaben, das Baby durch ein neues zu ersetzen, das sie in ihrem Nest direkt am Haus züchten.
Kapitel 5 Steve macht sein Traum sehr viel Angst. Vanessa fängt draußen im Garten eine der Wespen und nimmt sie mit, um sie zu untersuchen. Steve träumt wieder von den Wesen und fühlt sich sehr unwohl. Er erkennt, dass sie keine Engel, sondern Wespen sind und dass die Rednerin die Wespenkönigin ist. Steve sagt der Königin, dass er nicht will, dass sie seinem Babybruder etwas tun und dass er das Baby, das die Wespen züchten, nicht sehen will. Die Königin wird daraufhin wütend und schüchtert Steve ein. Sie bemängelt außerdem, dass Vanessa die gefangene Wespe getötet hat, wovon Steve noch nichts wusste.
Am nächsten Tag fragt Steve Vanessa nach der Wespe und die Aussage der Königin bewahrheitet sich. Steve wird klar, dass es keine normalen Träume sind.
Kapitel 6 Steve ist allein zu Hause und entscheidet sich wütend das Wespennest zu entfernen, da seine Eltern sich nicht darum kümmerten. Er klettert auf eine Leiter und schlägt mit einem Besen gegen das Nest. Die Wespen strömen aus dem Nest und setzen sich auf Steve, stechen aber nicht zu. Langsam steigt Steve die Leiter herab, und je weiter er sich vom Nest entfernt, desto mehr Wespen lassen wieder von ihm ab. Jemand hat Steve auf der Leiter gesehen und seine Eltern angerufen. Sie sind wütend auf ihn und so erzählt Steve ihnen von seinen Träumen. Seine Mutter fängt daraufhin an zu weinen und sein Vater schlägt vor, dass Steve noch einmal mit seinem Therapeuten redet.
Kapitel 7 Steve ist bei seinem Therapeuten Dr. Brown. Sie reden über Steves Ängste und Verhaltensweisen und darüber, wie Steve versucht, damit umzugehen. Dr. Brown fragt Steve nach seinen Albträumen und den Wespen und erklärt ihm, dass, was im Traum passiert, auch im Traum bleibt. Steve erwähnt, dass etwas, was die Wespenkönigin gesagt hat, wahr geworden ist und dass es keine normalen Wespen sind, doch Dr. Brown findet für alles eine logische Erklärung. Wieder zu Hause unterhält sich Steve mit Vanessa über das Baby, und Vanessa erzählt ihm von ihrer Nierenkrankheit, um Steve zu zeigen, dass an viele Menschen etwas kaputt ist. Steves Eltern müssen das Baby ins Krankenhaus bringen, weil es ein Virus hat. Sie haben viel Angst, weil sie nicht wissen, ob das Baby dadurch noch stark genug für seine Herzoperation sein wird. In der folgenden Nacht ist Steve in seinem Traum wieder im Wespennest, wo sich das neue Baby gerade verpuppt. Die Königin sagt voraus, dass Theo nie stark genug für die Operation sein wird und sterben muss. Sie erwähnt vor Steve, dass er ihnen bei einer Sache noch helfen muss, geht aber nicht weiter darauf ein. Sie redet Steve ein, wie traurig seine Eltern sein werden, wenn das Baby stirbt, weil er den Wespen nicht bei ihrem Plan geholfen hat. Steve sagt sich, dass wirklich alles nur ein Traum ist, und willigt ein, auch wenn er nicht genau weiß, wozu er „Ja“ gesagt hat. Er wacht auf und weint, weil er das Gefühl hat, etwas Schreckliches getan zu haben.
Kapitel 8 Steves Eltern bringen das Baby nach Hause, doch sie wissen nicht, ob es stark genug für die Operation sein wird. Steve sieht damit die Aussage der Wespenkönigin bestätigt. Beim Essen hören sie Babygeschrei durch das Babyfon, doch als sie bei Theo ankommen, schläft er ganz ruhig. Steves Eltern vermuten, dass sie das Geschrei über einen anderen Kanal empfangen haben, aber Steve denkt, dass sie das Baby aus dem Wespennest gehört haben. In dem Wespennest wird es immer dunkler, weil das Baby immer weiter wächst. Die Königin taucht auf und bestätigt Steves Vermutung über das Babygeschrei. Das Baby in dem Nest ist jetzt nicht mehr in seinem Kokon, und Steve merkt, wie schön es ist. Die Königin erklärt Steve endlich, was er zu tun hat. Er soll nur das Fenster öffnen und das Fliegengitter entfernen, sobald das Baby fertig ist, damit die Wespen es gegen Theo austauschen können. Steve versucht sich selbst davon zu überzeugen, dass alles gar nicht echt und nur ein Traum ist. Also beißt die Königin ihm in die Hand und als Steve aufwacht, hat er Bissspuren auf dem Handrücken.
Kapitel 9 Steve schlägt seinem Vater vor, das Wespennest doch nicht entfernen zu lassen, doch sein Vater ist nicht mehr umzustimmen. Als Steve heimlich im Schreibtisch seiner Eltern nach der Nummer des Kammerjägers sucht, findet es das Messer wieder. Nicole ruft Steve aus dem anderen Zimmer und sagt, dass Herr Niemand für ihn am Telefon ist. Um seiner Schwester einen Gefallen zu tun, nimmt Steve das Spielzeugtelefon, doch es spricht wirklich jemand daraus und sagt Steve, dass er das Messer brauchen wird. Als Steve fragt, erzählt Nicole, dass sie schon öfter mit Herrn Niemand, der Stimme am Telefon, geredet hat und dass er ihr sagt, dass die Wespen dem Baby etwas Schlimmes antun können, aber dass Steve auf Theo aufpassen wird. Steves Mutter verkündet später, dass das Baby wieder stärker ist und dass die Operation für das Wochenende angesetzt ist.
Kapitel 10 Steve ist wieder im Nest und erzählt der Wespenkönigin von dem Anruf. Die Königin behauptet, dass die Stimme die Gestalt aus Steves Albträumen und sein Feind sei. Steve sagt der Königin, dass er seine Meinung geändert hat und Theo als seinen Bruder behalten will. Er stellt der Königin Fragen über ihren Plan, bis sie erzählt, dass sie das Baby austauschen und das alte Baby, Theo, mit zurück ins Nest nehmen wollen, um sich davon zu ernähren. Steve betont noch einmal, dass er das alles nicht mehr will, doch die Königin will nichts davon hören.
Kapitel 11