Raulhac () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Cantal in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Aurillac und zum Gemeindeverband Carladès Communauté. Die Einwohner werden Raulhacois und Raulhacoises genannt.
Lage Raulhac gehört zur historischen Region des Carladès. Der Ort liegt am Flüsschen Goul in einer Höhe von ca. 740 m ü. d. M. Die Entfernung nach Aurillac beträgt ca. 30 km (Fahrtstrecke) in westlicher Richtung.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2016Einwohner 910 1017 953 602 332 276 Quellen: Cassini und INSEE Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf den Verlust an Arbeitsplätzen infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen.
Wirtschaft Der Ort Raulhac diente jahrhundertelang den ausschließlich landwirtschaftlich orientierten und sich selbstversorgenden Weilern (hameaux) und Einzelgehöften in der Umgebung als Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle für das Wirtschaftsleben des Ortes.
Geschichte Im Mittelalter gehörte Raulhac zur Vizegrafschaft Carlat; die Grundherrschaft befand sich sukzessive in den Händen der Armagnaken (1414–1477), der Bourbonen (1495–1505) und der französischen Krone (1531–1643). Im Jahr 1643 erhob der französische König Ludwig XIII. das Carladès zur Grafschaft und gab es der in Monaco residierenden Familie Grimaldi zum Lehen; diese behielt es bis zum Ausbruch der Französischen Revolution.
Sehenswürdigkeiten mini|Château de Messilhac mini|Château de Cropières Im Ort stehen mehrere mit Steinschindeln (lauzes) gedeckte Häuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Die ursprünglich romanische, im 15. Jahrhundert jedoch gotisierte Pfarrkirche Saint-Pierre war möglicherweise eine Prioratskirche der Abtei Saint-Géraud von Aurillac. Während Teile des Langhauses noch Bruchsteinmauerwerk zeigen, sind der mehrgeschossige und von einem oktogonalen Treppenturm begleitete Westturm sowie die Ostteile der Kirche mit einer polygonalen Apsis aus exakt behauenen Steinen gemauert. Das von Seitenkapellen gesäumte Kirchenschiff ist rippengewölbt; zwei Schlusssteine zeigen die Wappen von Bonne de Berry und ihres Sohnes Bernard de Pardiac. Die Kirche ist seit dem Jahr 1927 als Monument historique anerkannt. außerhalb Das im Süden der Gemeinde liegende Château de Messilhac () stammt aus dem 13. Jahrhundert; der dreigeschossige heutige Bau mit seinen beiden Seitentürmen entstand jedoch erst im 16. Jahrhundert. Das in Privatbesitz stehende Landschloss ist seit dem Jahr 1921 als Monument historique eingestuft. Ein weiterer Landsitz ist das Château de Cropières im Norden der Gemeinde (). Es stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde jedoch von seinen jeweiligen Besitzern bis ins 18. Jahrhundert immer wieder umgebaut und durch Anbauten erweitert. Das Obergeschoss enthält einen Saal mit Malereien (Jagdszenen etc.) Die Anerkennung als Monument historique erfolgte im Jahr 1986. Weitere Bauten sind das Château du Mas de Raulhac, das Manoir de Valduchez und das zu einem charmanten Landhotel umgebaute Château de Courbelimagne.
Persönlichkeiten Marie Angélique de Scoraille de Roussille (1661–1681), Mätresse von König Ludwig XIV., wurde wahrscheinlich im Château de Cropières geboren.
Literatur Bernard Poulhès: L'Ancien Raulhac depuis ses origines jusqu’à la Révolution. 2 Bände, Le Livre d’histoire.
Weblinks
Raulhac, Geschichte etc. – Fotos + Kurzinfos (französisch) Raulhac – Fotos + Infos (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Auvergne-Rhône-Alpes