Der Wilhelm-Hoegner-Preis wurde 1987 anlässlich des 100. Geburtstages von Wilhelm Hoegner von der Landtagsfraktion der bayerischen SPD gestiftet. Er wird seit 1988 in der Regel jährlich an „Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise um den Erhalt und die Sicherung der Freiheits- und Bürgerrechte im Sinne Wilhelm Hoegners verdient gemacht haben“ (zitiert aus der Laudatio Franz Magets am 1. Juli 2008). Die Auswahl der Preisträgerin oder des Preisträgers wird durch ein vierköpfiges Kuratorium getroffen.

Preisträger

1988: Ernst Müller-Meiningen junior 1990: Heinrich Albertz 1991: Martin Hirsch 1992: Regine Hildebrandt 1993: Wilhelm Ebert (Präsident des BLLV) 1994: Ernst Maria Lang 1995: Ilse Kümpfel-Schliekmann (Ponkie) 1996: Hildegard Hamm-Brücher und Hans-Jochen Vogel 1997: Carl Amery 1998: Hans Riehl 1999: Helmut Zilk 2000: Biermösl Blosn und Jörg Hube 2001: Dieter Hildebrandt 2002: Hubert Weinzierl 2003: Brigitte Dorschner (Gebärdenlehrerin), Klaus Kreuzeder und Max Weber 2004: Günter Verheugen 2005: Hans Schuierer 2007: Albin Dannhäuser (Präsident des BLLV) 2008: Barbara Distel und Max Mannheimer 2010: BISS, RISS, Donaustrudl und Straßenkreuzer (Straßenzeitungen) 2011: Heribert Prantl 2013: Bayerisches Bündnis für Toleranz, Gegen Vergessen – Für Demokratie und Weiße Rose Stiftung 2014: Martin Schulz 2015: DGB Bayern 2016: Dieter Reiter für das Engagement der Münchner Bürgerschaft in der Flüchtlingshilfe 2017: Andrea Nahles 2018: VdK (Bayern) 2021: Hubert Weiger

Preisverleihung 2010

2010 würdigte die SPD-Landtagsfraktion mit dem Wilhelm-Hoegner-Preis erstmals nicht die herausragenden Leistungen einer Einzelperson, sondern das Engagement der Menschen, die die sozial engagierten Straßenmagazine BISS (München), Donaustrudl (Regensburg), Riss (Augsburg) und Straßenkreuzer (Nürnberg) herausbringen. „Mit dem Preis setzen wir im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung auch ein politisches Zeichen. Gegen Sozialabbau. Gegen Entsolidarisierung und für ein gerechteres Bayern. Die Preisträger sind sogenannte Straßenzeitungen. Sie haben sich dem Ziel verschrieben, Menschen in Not, in sozialen Schwierigkeiten, Menschen, die auf der Straße leben, zu unterstützen,“ erklärte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher beim Festakt im Bayerischen Landtag.

Eingeladen waren auch die Macher der Obdachlosenzeitungen und die Verkäufer. Markus Rinderspacher: „Arme und Obdachlose haben für gewöhnlich keine Lobby. Straßenzeitungen wie Biss, Riss, Donaustrudl und Straßenkreuzer nehmen sich der Ausgegrenzten an. Sie helfen denen, die in Not sind, verleihen Ihnen eine Stimme, verschaffen ihnen Gehör und machen in unserer Wohlstandsgesellschaft auf ein soziales Problem aufmerksam, welches es in entwickelten Zivilisationen so nicht geben dürfte. In den vier Straßenmagazinen haben Obdachlose wichtige Fürsprecher und Anlaufstellen.“ Laudatorin war die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig.

Weblink Meilensteine der Demokratie in Bayern: DIE WILHELM-HOEGNER-PREISE DER BAYERNSPD-LANDTAGSFRAKTION Oktober 2015

Kategorie:Auszeichnung (SPD) Kategorie:Erstverleihung 1987 Kategorie:Wilhelm Hoegner