Ochrosia ist eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie der Rauvolfioideae in der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die etwa 44 Arten kommen in Südostasien und Australien sowie auf einigen im Indischen und Pazifischen Ozean gelegenen Inseln vor.

Beschreibung miniatur|links|Illustration von Ochrosia borbonica aus A hand-book to the flora of Ceylon, 1895, Tafel LX mini|links|Früchte von Ochrosia brownii Vegetative Merkmale Die Ochrosia-Arten wachsen als Sträucher oder Bäume mit kräftigen Ästen. Alle Arten enthalten einen Milchsaft.

Die in Dreier- bis Fünferwirteln, seltener auch gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die pergamentartigen Blattspreiten sind einfach.

Generative Merkmale Seiten- oder fast endständig auf einem Blütenstandsschaft stehen dichotom oder trichotom verzweigte, zymöse Blütenstände. Die Tragblätter sind relativ klein.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf breit eiförmigen Kelchblätter weisen meist keine Drüsen auf. Die fünf Kronblätter sind stieltellerförmig und röhrig miteinander verwachsen. Die bei einem Durchmesser von bis zu 1 Zentimetern zylindrische Kronröhre ist in ihrem Mittelteil etwas verbreitert. An der Röhrenöffnung findet man keine Schuppen. Es ist nur ein Staubblattkreis mit fünf Staubblätter vorhanden. Die Staubblätter befinden sich in der Verdickung der Kronröhre und haben kurze, länglich geformte Staubfäden und annähernd länglich geformte und vom Stempel losgelöste Staubbeutel. Die meist freien (apokarpen), gelegentlich auch mehr oder weniger verwachsenen (synkarpen) zwei Fruchtblätter sind kahl, haben eine drüsige Basis und enthalten zwei bis sechs zweireihige Samenanlagen. Der fadenförmige Griffel hat einen kurzen, zylindrisch geformten Kopf, welcher kurz unter der Spitze zweigespalten ist.

Es werden je Blüte ein oder zwei mehr oder weniger fleischige Steinfrüchte gebildet. Das glatte aber harte und faserige Endokarp weist zwei Einbuchtungen auf, welche bei unreifen Früchten mit einem milchigen Parenchym ausgefüllt sind. Zur Reife sind die Früchte meist orange, violett oder rot gefärbt sind. Jede Frucht enthält zwei bis sechs flache Samenkörner mit kleinen Flügeln, welche keine Haarbüschel aufweisen.

Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der Ochrosia-Arten erstreckt sich von den im Indischen Ozean gelegenen Maskarenen über Malesien, die Ogasawara-Inseln und Australien bis zu den Gesellschaftsinseln, den Marquesas und Hawaii.

Systematik mini|Ochrosia ackeringae mini|Blütenstände von Ochrosia borbonica miniatur|Dichotom verzweigter Blütenstand von Ochrosia compta mini|Laubblätter und Früchte von Ochrosia elliptica mini|Ochrosia inventorum mini|Früchte von Ochrosia mariannensis

Die Gattung Ochrosia wurde im Jahr 1789 durch Antoine-Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, Seiten 144 bis 145 aufgestellt. Synonyme für Ochrosia sind: Bleekeria , Calpicarpum , Diderota , Excavatia , Lactaria , Neisosperma , Pseudochrosia sowie Ochrosion

Es gibt etwa 44 Ochrosia-Arten: Ochrosia ackeringae : Sie kommt von Malesien bis Papuasien vor. Ochrosia acuminata : Sie kommt auf Sulawesi vor. Ochrosia alyxioides : Sie kommt auf Vanuatu vor. Ochrosia apoensis : Sie kommt auf Luzon und Mindanao vor. Ochrosia balansae : Sie kommt in zwei Varietäten in Neukaledonien vor. Ochrosia basistamina : Sie kommt in Sulawesi vor. Ochrosia bodenheimarum : Sie kommt im südöstlichen Neukaledonien vor. Ochrosia borbonica : Sie kommt auf Mauritius und Réunion vor. Ochrosia brevituba : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia brownii : Sie kommt nur auf Nuku Hiva vor. Ochrosia citrodora : Sie kommt in Neuguinea vor. Ochrosia coccinea : Sie kommt von den Molukken bis Neuguinea vor. Ochrosia compta : Sie kommt auf Oahu und auf Molokai vor. Ochrosia elliptica : Sie kommt von Queensland bis zu den Inseln im südwestlichen Pazifik vor. Ochrosia fatuhivensis : Sie kommt nur auf Fatu Hiva vor. Ochrosia ficifolia : Sie kommt in Neuguinea vor. Ochrosia glomerata : Sie kommt vom nördlichen Borneo bis zu den Salomonen vor. Ochrosia grandiflora : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia haleakalae : Sie kommt in Hawaii vor. Ochrosia hexandra : Sie kommt nur auf der japanischen Inselgruppe Kazan-rettō vor. Ochrosia inventorum : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia iwasakiana : Sie kommt auf den Nansei-Inseln vor. Ochrosia kauaiensis : Sie kommt auf Kauai vor. Ochrosia kilaueaensis : Sie kommt auf Hawaii vor. Ochrosia kilneri : Sie kommt in Queensland vor. Ochrosia lifuana : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia mariannensis : Sie kommt in zwei Varietäten auf den Marianen vor. Ochrosia miana : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia minima : Sie kommt von Papua-Neuguinea bis ins nördliche Queensland vor. Ochrosia moorei : Sie kommt von Queensland bis ins nordöstliche New South Wales vor. Ochrosia mulsantii : Sie kommt im zentralen und südöstlichen Neukaledonien vor. Ochrosia nakaiana : Sie kommt auf den Ogasawara-Inseln vor. Ochrosia newelliana : Sie kommt im nordöstlichen Queensland vor. Ochrosia novocaledonica : Sie kommt in Neukaledonien vor. Ochrosia oppositifolia : Sie kommt von den Seychellen bis zu den Philippinen, Neuguinea und den Inseln im Pazifik vor. Ochrosia poweri : Sie kommt von Queensland bis ins nordöstliche New South Wales vor. Ochrosia sciadophylla : Sie kommt vom Bismarck-Archipel bis zu den Salomonen vor. Ochrosia sevenetii : Sie kommt in Neuguinea vor. Ochrosia silvatica : Sie kommt im nordwestlichen Neukaledonien vor. Ochrosia solomonensis : Sie kommt auf den Salomonen vor. Ochrosia syncarpa : Sie kommt auf den Kleinen Sundainseln vor. Ochrosia tenimberensis : Sie kommt auf den Kleinen Sundainseln vor. Ochrosia thiollierei : Sie kommt im südöstlichen Neukaledonien vor. Ochrosia vitiensis : Sie kommt auf Fidschi und Tonga vor.

Einzelnachweise Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae.: Ochrosia, S. 163 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9.

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Kategorie:Hundsgiftgewächse Kategorie:Apocynaceae