Konopki Wielkie [] () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Landgemeinde Miłki (Milken) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen).
Geographische Lage Konopki Wielkie liegt 700 Meter östlich des Ublick-Sees () in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 17 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Giżycko (Lötzen).
Geschichte Im Jahre 1475 wurde Groß Konopken gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hanffen. Am 29. März 1874 wurde der Ort Amtsdorf und namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Groß Konopken/Hanffen, der – am 15. November 1938 in „Amtsbezirk Hanffen“ umbenannt – bis 1945 zum Kreis Lötzen im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 bis 1945: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Von 1874 bis 1945 war Groß Konopken auch Sitz eines Standesamtes, dem auch die Nachbarorte zugeordnet waren. Im Jahre 1910 zählte das Dorf 525 Einwohner, 1933 waren es bereits 560.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Groß Konopken gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Groß Konopken stimmten 400 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 79
Am 3. Juni 1938 wurde Groß Konopken im Zuge der Umbenennung von Orten in Ostpreußen im Jahr 1938 in „Hanffen“ umbenannt. Die Einwohnerzahl betrug 1939 nur noch 503.
In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Konopki Wielkie“. Das Dorf ist heute Sitz eines Schulzenamtes (), dem außer Konopki Wielkie auch die umliegenden Ortschaften Jedamki (Jedamken, 1938 bis 1945 Stenzeln), Konopki Nowe und Wyłudki (Willudtken, 1938 bis 1945 Heydeck) zugeordnet sind. Konopki Wielkie ist ein Ortsteil der Landgemeinde Miłki (Milken) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Amtsbezirk Groß Konopken/Hanffen (1874–1945) Der Amtsbezirk Groß Konopken resp. Hanffen bestand aus acht zugeordneten Dörfern:
Name Änderungsname 1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Bilsken Billsee Bielskie Dannowen Dannen Danowo Groß Konopken Hanffen Konopki Wielkie Jedamken Stenzeln Jedamki Klein Konopken (ab 1929:)Waldfließ Konopki Małe Klein Skomatzko Skomand Skomack Mały Okrongeln Schwansee (Ostpr.) Okrągłe Talken Talki 1929: Umgliederung in den Amtsbezirk Neuhoff
Am 1. Januar 1945 bildeten nur noch sieben Orte den Amtsbezirk Hanffen: Billsee, Dannen, Hanffen, Schwansee, Skomand, Stenzeln und Waldfließ.
Religionen Bis 1945 war Groß Konopken in die evangelische Kirche MilkenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 492 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Pfarrkirche St. Bruno Lötzen im Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute gehört Konopki Wielkie zur evangelischen Kirchengemeinde Wydminy, einer Filialgemeinde der Pfarrei Giżycko in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. zur katholischen Pfarrkirche Miłki im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.
Verkehr Konopki Wielkie liegt an der bedeutenden Nord-Süd-Achse, der polnischen Landesstraße DK 63 (einstige deutsche Reichsstraße 131), die in Nordostpolen die beiden Woiwodschaften Ermland-Masuren und Podlachien miteinander verbindet. Außerdem führt eine Nebenstraße aus dem östlichen Powiat Giżycki nach Konopki Wielkie, wobei sie die Anbindung der Woiwodschaftsstraßen DW 655 und DW 656 an die Landesstraße DK 63 herstellt.
Zwischen 1906 und 1945 war Groß Konopken Bahnstation an der Bahnstrecke Lötzen–Arys–Johannisburg, die aufgrund der Kriegseinwirkungen eingestellt und nach 1945 nicht wieder in Betrieb genommen wurde.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Miłki