mini|Thees Uhlmann auf dem Greenville Festival 2013 mini|Thees Uhlmann beim gamescom Festival 2012 mini|Thees Uhlmann und Band beim Greenville Festival 2013 Thees Uhlmann (* 16. April 1974 in Hemmoor) ist ein deutscher Musiker, Autor und Hörbuch-Interpret. Er ist Gründungsmitglied und Sänger der Hamburger Band Tomte, außerdem ist er als Solokünstler tätig.

Leben Uhlmann wuchs zusammen mit seinem BruderT. Uhlmann: Die Toten Hosen. Köln 2019. S. 9. in der Kleinstadt Hemmoor auf. Seine Erziehung nennt er „humorvoll-konservativ“ und „autoritär-freigeistig“.T. Uhlmann: Die Toten Hosen. Köln 2019. S. 9. Bereits zu Schulzeiten gründete Uhlmann Ende der 1980er die Band, aus der 1994 Tomte hervorgehen sollte. Nach dem Abitur am Gymnasium Warstade in Hemmoor im Jahr 1993 machte Uhlmann ZivildienstT. Uhlmann: Die Toten Hosen. Köln 2019. S. 159. und begann 1996 ein Lehramtsstudium in den Fächern Politik und Englisch an der Universität zu Köln. Nach zwei Jahren wechselte er an die Universität Hamburg. Nach den ersten Erfolgen mit Tomte brach er 2000 sein Studium ab.

Im Jahr 1999 begleitete Thees Uhlmann die befreundete Band Tocotronic auf Tour als Busfahrer und BacklinerThis Band is Tocotronic Podcast von Autorin Stefanie Groth über die Geschichte der norddeutschen Indie-Rock-Band Tocotronic, Episode 5 "Berlin: Eins zu Eins ist jetzt vorbei", 33 Minuten. Eine Produktion von Rundfunk Berlin-Brandenburg, MDR Kultur und ARD Kultur, 17. November 2023 und schrieb darüber das Buch Wir könnten Freunde werden. Die Tocotronic-Tourtagebücher. Daneben schrieb er unter anderem für Intro, Spex, Visions und Musikexpress. Bei VIVA Zwei hatte Uhlmann seinen ersten Auftritt im deutschen Fernsehen und lernte seine langjährige Freundin kennen.T. Uhlmann: Die Toten Hosen. Köln 2019. S. 102.

Zusammen mit den Kettcar-Musikern Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff gründete er 2002 das eigene Label Grand Hotel van Cleef (GHvC).

2005 stand er für den Film Keine Lieder über Liebe zusammen mit Jürgen Vogel und Heike Makatsch vor der Kamera. Er spielte den Gitarristen der zunächst fiktiven Hansen Band, welche im selben Jahr auf Tour ging und ein Album veröffentlichte. Am 6. Mai 2011 erschien bei Tapete Records ein Tributealbum für die Band Superpunk, für das Uhlmann den Song Ein bisschen Seele beisteuerte. Mit Tomte veröffentlichte Uhlmann zwischen 1998 und 2008 fünf Alben.

Ab Sommer 2011 startete Uhlmann seine Solokarriere. Mit seiner Band um Tobias Kuhn (Gitarre), Nikolai Potthoff (Gitarre), Julia Hügel (Keyboard), Markus Perner (Schlagzeug) und Hubert Steiner (Bass) spielte er im Sommer 2011 auf zahlreichen Festivals, darunter Rock am Ring, Rock im Park, Hurricane Festival, Area4 und auf dem Highfield-Festival. Mitte Juni 2011 erschien anlässlich einer Mini-Tournee durch Kanada eine 7"-Single, auf der Uhlmann gemeinsam mit der kanadischen Band Imaginary Cities zwei seiner Lieder auf Englisch bzw. Französisch eingespielt hat und zudem den Song Hummingbird dieser Band covert. Am 26. August 2011 erschien das selbstbetitelte Soloalbum Thees Uhlmann beim Grand Hotel van Cleef. Mit der ersten Singleauskopplung Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf trat Uhlmann für Hamburg beim Bundesvision Song Contest 2011 an und belegte den achten Platz.

Am 30. August 2013 ist das zweite Soloalbum unter dem Namen #2 veröffentlicht worden. Am 7. März wurde als erste Single ausgekoppelt, eine Hommage an den Geburtstag von Uhlmanns Mutter, in dem verschiedene kulturelle und geschichtliche Ereignisse dieses Tages aufgezählt werden. Als zweite Single folgte Zugvögel. In einem Interview nach Erscheinen seines zweiten Soloalbums erklärte Uhlmann, bei seinen Touren mit Thees Uhlmann & Band keine Songs von Tomte in die Setlist aufnehmen zu wollen; mittlerweile kommen jedoch bei Live-Auftritten als Solokünstler Lieder von Tomte (etwa Die Schönheit der Chance) vor.

Ende 2014 beteiligte sich Uhlmann an der Charity-Aktion Band Aid 30 Germany und der deutschen Version des Songs Do They Know It’s Christmas?.Deutsche Musikstars singen Charity-Song neu ein. rbb-online.de, 18. November 2014 mini|Thees Uhlmann auf der Frankfurter Buchmesse (2015)

Am 8. Oktober 2015 erschien Uhlmanns erster Roman mit dem Titel Sophia, der Tod und ich bei dem Verlag Kiepenheuer & Witsch. Im Anschluss folgte eine Lesetour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sophia, der Tod und ich wurde später unter der Regie von Charly Hübner verfilmt. Der gleichnamige Film startete am 31. August 2023 in Deutschland im Kino.

Am 20. September 2019 erschien Uhlmanns drittes Soloalbum mit dem Namen Junkies und Scientologen. Der auf dem Album enthaltene Song Danke für die Angst ist eine Hommage an den amerikanischen Horror-Autor Stephen King.

Am 10. Oktober 2019 erschien sein drittes Buch Thees Uhlmann über Die Toten Hosen, in dem er seine Freundschaft zur deutschen Band Die Toten Hosen beschreibt. Uhlmann ist Co-Host des Musikpodcasts Reflektor.

Uhlmann wurde 2022 auf Vorschlag der SPD zum Mitglied der 17. Bundesversammlung für Niedersachsen gewählt.

Nachdem Uhlmann im Dezember 2024 ein Best-of-Album veröffentlicht hatte, spielte er im Januar 2025 fünf ausverkaufte Konzerte an fünf Tagen hintereinander im St. Pauli-Theater. Der Rockpalast des WDR zeichnete am 8. Oktober 2025 unter dem Namen Rockpalast Festival 2025 ein Solo-Konzert von ihm auf. Am 10. Januar 2026 spielte er zum Abschluss seiner Sincerely, Thees Uhlmann – Das Beste von Tomte bis heute -Tour als erster Solokünstler an einem Tag zweimal vor ausverkauftem Haus im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Uhlmann lebte mehrere Jahre in Köln und Hamburg-St. Pauli. Seit 2005 wohnt er in Berlin-Kreuzberg. Er ist Vater einer TochterT. Uhlmann: Die Toten Hosen. Köln 2019. S. 113. und Anhänger des FC St. Pauli.

Diskografie

Studioalben

Livealben

Kompilationen

Singles

Hörbücher 2011: Einer flog über das Kuckucksnest von Ken Kesey 2013: Lesung des Märchens Der Wolf und die sieben jungen Geißlein auf dem Hörbuch Es War Einmal und Wenn Sie Nicht 2016: Sophia, der Tod und ich 2016: Sophia, der Tod und ich (Live) 2019: Die Toten Hosen 2020: Thees Uhlmann liest & singt Die Toten Hosen (Live)

Gastauftritte und Samplerbeiträge 2004: Wir rühren uns nicht vom Fleck auf Das Weltall ist zu weit von Die Sterne 2007: Wir Raven auf Exzess Express von Plemo feat. Torsun (Egotronic) 2010: Das hier ist Fußball (Naki Edit) auf dem Sampler St. Pauli Einhundert 2010: Black Angels auf Heartbeater von Atomic 2011: Ein bisschen Seele auf Oh, dieser Sound – Stars spielen Superpunk dem Tribut-Album für die Band Superpunk 2011: XOXO auf XOXO und Der Druck steigt (live) von Casper 2012: Me & You im Duett mit Alba Rohrwacher auf dem Soundtrack-Album des Films Glück 2013: ... Ganz Paris auf der Compilation Hände hoch, ich kann dich leiden 2013: Black Angels - Slowtide Remix auf Heartbeater - The Remix Album von Atomic 2014: Do They Know It’s Christmas? mit Band Aid 30 Germany 2015: Das kann hässlich werden auf Feelings aus der Asche von Olli Schulz 2016: Absurdistan auf Lebenslänglich im Heimathafen Neukölln (Live) von BAP 2020: La ragazza della cassa no 2 auf dem Album Crucchi Gang von Crucchi Gang 2021: Was wird aus Hannover? auf der EP Now Alive von Fury in the Slaughterhouse 2024: XOXO auf Live in Bielefeld von Casper 2026: Junkies und Scientologen auf dem Bonusalbum Alles muss raus! von Die Toten Hosen

Werke Wir könnten Freunde werden. Die Tocotronic Tourtagebücher. Ventil Verlag, Mainz 2000. ISBN 3-930559-79-X. Sophia, der Tod und ich. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015. ISBN 3-462-04793-0. Thees Uhlmann über Die Toten Hosen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019. ISBN 978-3-462-05369-2

Auszeichnungen 2011: HANS – Der Hamburger Musikpreis – Hamburger Künstler des Jahres 2011: 1 Live Krone – Bester Plan B Act 2021: 12. Deutscher Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Komposition Pop/Rock

Literatur Astrid Vits: Du und viele von deinen Freunden. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-621-6. Hilmar Bender: Die Schönheit der Chance. Tage mit Tomte auf Tour. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-697-6. Maren Volkmann: ‚Heulsusen-pop‘. New Male sensitivity in German independent music. In: Michael Ahlers, Christoph Jacke (Hrsg.): Perspectives on German Popular Music. London/New York 2017, S. 172–178.

Weblinks

theesuhlmann.de Insa Kohler: Thees Uhlmann: Musiker, Autor und Fußballfan (Porträt, Januar 2016)

Einzelnachweise

Kategorie:Popsänger Kategorie:Musikjournalist Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Hörbuch Kategorie:Tomte Kategorie:Teilnehmer am Bundesvision Song Contest Kategorie:Musiker (Hamburg) Kategorie:Musiker (Berlin) Kategorie:Schriftsteller (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann