mini|Kfz-Kennzeichen aus dem Vereinigten Königreich, vorne mini|Kfz-Kennzeichen aus dem Vereinigten Königreich, hinten
Eine individuelle amtliche Kennzeichnung müssen Kraftfahrzeuge im Vereinigten Königreich seit 1904 tragen. Sie ist regelmäßig fahrzeuggebunden, bleibt also (von Ausnahmen abgesehen) nach Standort- oder Halterwechsel lebenslang beim Fahrzeug.
Seit 2001 wird dieses Kennzeichen nach neuem System zugeteilt:
Die Kennzeichen haben die Form CC NN XXX (CC = Herkunftscode; NN = Jahrescode der Erstzulassung (01–49: erste Jahreshälfte im angegebenen Jahr, 51–99: zweite Jahreshälfte in dem Jahr); XXX = Unterscheidungsbuchstabengruppe (fortlaufend vergeben, mit Ausnahme von I, Q und bestimmten Kombinationen)). Die vordere Kennzeichentafel hat einen weißen Hintergrund mit schwarzer Schrift, das hintere Kennzeichenschild hat einen gelben Hintergrund mit schwarzer Schrift. Es existieren weitere mögliche Designs mit Landesherkunftszeichen. Seit September 2021 werden Kennzeichen mit Nationalflagge und dem neuen UK-Kürzel ausgegeben.
Der Jahrescode wechselt jeweils am 1. März und 1. September. Dabei wird vom 1. März bis zum 31. August die zweistellige Jahreszahl verwendet, vom 1. September bis zum 28./29. Februar des Folgejahres der um 50 erhöhte Wert.
Ein Q an erster Stelle bedeutet, dass das Fahrzeug von Grund auf verändert wurde, also beispielsweise die Optik gegenüber der bei Erstzulassung erheblich verändert oder das Auto nach einem Totalschaden wieder aufgebaut wurde.
In Nordirland wird ein abweichendes Kennzeichensystem verwendet.
Jahrescodes Jahr März–August September–Februar 2001 01 51 2002 02 52 2003 03 53 2004 04 54 2005 05 55 2006 06 56 2007 07 57 2008 08 58 2009 09 59 2010 10 60 2011 11 61 2012 12 62 2013 13 63 2014 14 64 2015 15 65 2016 16 66 2017 17 67 2018 18 68 2019 19 69 2020 20 70 2021 21 71 2022 22 72 2023 23 73 2024 24 74 2025 25 75 Jahr März–August September–Februar 2026 26 76 2027 27 77 2028 28 78 2029 29 79 2030 30 80 2031 31 81 2032 32 82 2033 33 83 2034 34 84 2035 35 85 2036 36 86 2037 37 87 2038 38 88 2039 39 89 2040 40 90 2041 41 91 2042 42 92 2043 43 93 2044 44 94 2045 45 95 2046 46 96 2047 47 97 2048 48 98 2049 49 99 2050 50 00
Herkunftscodes
Die neuen Herkunftscodes unterscheiden sich von den alten Herkunftscodes. Sie bestehen ebenfalls aus zwei Buchstaben, von denen der erste (Local Memory Tag) das Gebiet und der zweite (Local Identifier) die Zulassungsstelle (Vehicle Registration Office) bezeichnet: Local Memory Tag Zulassungsstelle Local Identifier A Anglia Peterborough A B C D E F G H J K L M N Norwich O P R S T U Ipswich V W X Y B Birmingham Birmingham A–Y C Cymru/Wales Cardiff A B C D E F G H J K L M N O Swansea P R S T U V Bangor W X Y D Deeside und Shrewsbury Chester A B C D E F G H J K Shrewsbury L M N O P R S T U V W X Y E Essex Chelmsford A–Y F Forest and Fens Nottingham A B C D E F G H J K L M N P Lincoln R S T V W X Y G Garden of England(Kent, Surrey und Sussex) Maidstone A B C D E F G H J K L M N O Brighton P R S T U V W X Y H Hampshire and Dorset Bournemouth A B C D E F G H J Portsmouth K L M N O P R S T U V X Y Isle of Wight W J Reserve A–Y K (Luton und Northampton) Luton A B C D E F G H J K L Northampton M N O P R S T U V W X Y L London Wimbledon A B C D E F G H J Stanmore, ab 2006: Borehamwood K L M N O P R S T Sidcup U V W X Y M Manchester Manchester A–Y N North East England Newcastle A B C D E G H J K L M N O Stockton-on-Tees P R S T U V W X Y O Oxford Oxford A–Y P Preston and Peaks Preston A B C D E F G H J K L M N O P R S T Carlisle U V W X Y R Reading Reading A–Y S Schottland Glasgow A B C D E F G H J Edinburgh K L M N O Dundee P R S T Aberdeen U V W Inverness X Y T Reserve A–Y U Reserve A–Y V Valley of River Severn Worcester A–Y W West Country(South West England) Exeter A B C D E F G H J Truro K L Bristol M N O P R S T U V W X Y X (EU-Export) März/September A April/Oktober B Mai/November C Juni/Dezember D Juli/Januar E August/Februar F X Reserve G–Y Y Yorkshire Leeds A B C D E F G H J K Sheffield L M N O P R S T U Beverley V W X Y
mini|Schwarzes KFZ-Kennzeichen mini|Wunschkennzeichen NES 5Y Da das Kennzeichen ein Fahrzeug während seiner gesamten Lebensdauer begleitet, geben die Herkunftsbuchstaben nur den Ort der Erstanmeldung an. Hergestellt werden können die Tafeln von jeder Firma unter Einhaltung bestimmter Normen; dadurch sind auch Werbeaufschriften der Firma auf der Tafel möglich. Neben der vorwiegend verwendeten Schriftart gibt es auch Schilder mit Schmuck- und Schreibschrift oder in Fraktur.
Bei einem Weiterverkauf eines Kennzeichens ist der Verkäufer verpflichtet, dies der Zulassungsbehörde mitzuteilen, da sonst die Kraftfahrzeugsteuer weiter von ihm erhoben wird.
Vereinzelt sieht man noch bei Oldtimern die alten schwarzen Nummerntafeln mit weißer Schrift, welche bis zum 1. Januar 1973 ausgegeben worden sind.
Es gibt auch Wunschkennzeichen, die nicht an den jeweiligen Zulassungsbesitzer gebunden sind. Daher ist ein schwunghafter Handel mit diesen Nummern möglich.
Wiederzulassung
Wird ein Fahrzeug erneut zugelassen, z. B. wenn der Vorbesitzer das alte Kennzeichen für ein anderes Fahrzeug verwendet, wird ein neues Kennzeichen vergeben, welches dem Datum der Erstzulassung entspricht:
Vor 1931: SVnnnn oder BSnnnn 1931 bis 1963: ASV1 – YSV999, BSK1 – YSK999, CSU1 – YSU999, GVS1 – YVS999, TYJ1 – YYJ999, KFF1 – YFF999, MFO1 – YFO999, PSY1 – YSY999, ASJ101 – YSJ998, ASL101 – YSL998, ab AAS101. Hier haben die Herkunftscodes keine Bedeutung; es sind reine Unterscheidungskennzeichen. Erstzulassung nach 1963: Diese Kfz bekommen die nächste Sequenz der Zulassungsstelle für das entsprechende Jahr. Ein Fahrzeug mit Erstzulassung im September 1969 in Greenock bekäme also das Kennzeichen SVS 323 H, wenn das letzte für das Jahressuffix H vergebene Kennzeichen SVS 322 H wäre.
Herkunftszeichen in Großbritannien
Besitzer von in Großbritannien registrierten Fahrzeugen können sich Kennzeichen mit dem Union Jack und dem Buchstaben „UK“, aber auch Kennzeichenschilder mit einem Herkunftszeichen aus einem der drei Landesteile England, Schottland oder Wales zuteilen lassen.
GB – GREAT BRITAINGreat BritainUK – UNITED KINGDOMUnited Kingdom ENG – Eng – ENGLAND – England SCO – Sco – SCOTLAND – Scotland CYM – Cym – CYMRU – CymruWALES – Waleszentriert|190pxzentriert|190pxzentriert|190pxzentriert|190px zentriert|190px
Diese Kennzeichen sind im gesamten Vereinigten Königreich gültig.
Nutzung im Ausland
mini|hochkant=0.25|Aufkleber mini|Kfz-Kennzeichen von 2001 mit EU-Flagge Britische Zulassungen und Nummernschilder sind im Ausland, auch wenn sie die Herkunftsbezeichnung von England, Wales oder Schottland tragen, uneingeschränkt gültig.
Bei Fahrten ins Ausland muss aufgrund internationalen Rechts in diesen Fällen, wenn nicht bereits im Kennzeichen das Herkunftsland „UK“ eingetragen sein sollte, am Fahrzeug zusätzlich ein länglich-ovaler Nationalitätenaufkleber „UK“ angebracht sein. Großbritannien zeigte am 30. Juni 2021 den Vereinten Nationen an, dass es künftig statt „GB“ das Unterscheidungskennzeichen „UK“ führen möchte. Diese Neuerung trat am 28. September 2021 in Kraft.
Ein „UK“-Aufkleber ist bei Fahrten ins Ausland auch bei vor dem Brexit ausgegebenen britischen Kennzeichen, die das blaue EU-Feld mit den 12 Europa-Sternen und der Bezeichnung „GB“ aufweisen, erforderlich.Stickers for driving outside the UK, Homepage der britischen Regierung, auf der insbesondere der Fall der alten Europaschilder mit der Flagge der Europäischen Union genannt wird, abgerufen am 22. Oktober 2024.
Beispiele möglicher Kennzeichenausgestaltungen 150px150px150px150px Beispiel für CYM (Wales) Beispiel für Cymru (Wales) Beispiel für Wales Beispiel für ENG (England)150px150px150px150px Beispiel für England Beispiel für GB (Großbritannien) Beispiel für Great Britain Beispiel für UK (Vereinigtes Königreich)150px150px150px150px Beispiel für United Kingdom Beispiel für SCO (Schottland) Beispiel für Scotland Beispiel für keine Kennung
Anhängerkennzeichen
mini|Britische Anhänger-Kennzeichen Seit 2019 müssen bestimmte Anhänger, die international eingesetzt werden, bei der Driver and Vehicle Licensing Agency (DVLA) registriert sein. Dem Anhänger wird eine Registrierungsnummer zugewiesen, die auf dem Anhänger angezeigt werden muss. Dies gilt für: alle gewerblich genutzten Anhänger, die über 750 kg Bruttogewicht wiegen alle nicht gewerblich genutzten Anhänger, die über 3.500 kg Bruttogewicht wiegen
Das Format des Anhängerkennzeichens ist ein Buchstabe, gefolgt von sieben Zahlen, die sich über zwei Zeilen erstrecken. Diese Anhänger müssen nur zugelassen werden, wenn sie durch ein Land im Ausland reisen, das das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 1968 unterzeichnet hat. Bis heute haben die Republik Irland, Malta, Spanien und Zypern dieses Übereinkommen noch nicht unterzeichnet.https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/780825/trailer-registration-numbers-and-number-plates-inf291.pdf
Geschichte
Seit 1904 müssen alle Kraftfahrzeuge im Vereinigten Königreich Kennzeichen tragen. Nur die offiziellen Fahrzeuge des Souveräns, also aktuell des Königs, sind hiervon ausgenommen. Die Kennzeichen wurden bis 1974 von den regionalen Verwaltungsbehörden vergeben, ab 1974 werden sie von den regionalen Vehicle Registration Offices des Verkehrsministeriums vergeben. Jeder Verwaltungsbehörde wurde ursprünglich mindestens ein Herkunftscode zugeteilt.
1903 bis in die 1930er
In dieser Zeit hatten die Kennzeichen das Format C NNNN bzw. CC NNNN, wobei C oder CC den Herkunftscode bezeichnet und NNNN für eine maximal vierstellige Zahl (ohne führende Nullen) steht.
Die 1930er bis in die 1950er Ab ungefähr 1932 wurde den aus zwei Buchstaben bestehenden Herkunftscodes ein weiterer Unterscheidungsbuchstabe vorangestellt. Die Kennzeichen hatten nun das Format XCC NNN, wobei X für einen Unterscheidungsbuchstaben steht und NNN für eine maximal dreistellige Zahl. Der Unterscheidungsbuchstabe wurde in die Zählfolge der Unterscheidungsnummer aufgenommen, so dass z. B. auf das Kennzeichen AJF 999 das Kennzeichen BJF 1 folgte.
Die aus einem Buchstaben bestehenden Herkunftscodes wurden nicht mehr vergeben.
Die 1950er und die 1960er
Verwaltungsbehörden, deren Zuteilungskontingent erschöpft war, tauschten die Buchstaben- und Nummerngruppe, so dass Kennzeichen das Format NNN XCC bekamen.
Bei einigen Behörden waren gegen Ende der 1950er Jahre auch diese Kombinationen erschöpft, so dass sie bis in die 1960er Jahre das Schema verwendeten, das von 1903 bis in die 1930er Jahre galt, allerdings waren hier die Buchstaben- und Nummerngruppe vertauscht, z. B. 7842 N oder 8401 AA.
1963 bis 1983
Anfang der 1960er Jahre waren bei einigen Behörden erneut die Nummernkontingente erschöpft, so dass sie ab 1963 damit begannen, einen Buchstaben als Jahressuffix an das Kennzeichen anzufügen, das somit das Format XCC NNN Y bekam. Erst ab 1965, mit dem Jahressuffix C, mussten alle Behörden das Jahressuffix verwenden. Am 1. Januar 1973 wurde die Farbe der Kennzeichen von schwarz mit weißer/silberner Schrift auf weiß-gelb mit schwarzer Schrift umgestellt.
Jahressuffix
A 1963 B 1964 C 1965 D 1966 E Januar 1967 bis Juli 1967 F August 1967 bis Juli 1968 G 1968/69 (jeweils August bis Juli) H 1969/70 J 1970/71 K 1971/72 L 1972/73 M 1973/74 N 1974/75 P 1975/76 R 1976/77 S 1977/78 T 1978/79 V 1979/80 W 1980/81 X 1981/82 Y 1982/83
1983 bis 2001
mini|Kennzeichenformat von 1983 bis 2001 Als 1983 die Jahressuffixe erschöpft waren, wurde das Kennzeichenformat zu Y NNN XCC umgedreht; es gab somit ein Jahrespräfix. Dieses Schema hatte bis 2001 in Großbritannien Gültigkeit.
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